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  •  | ARD Degeto Film/Nikolett Kustos
  •  | Helmut Fischer



















Neue Krimi-Reihe

TIROLER BLUT

Ab Montag, 5. und Donnerstag, 8. Oktober 2026 | ARD Mediathek Donnerstag, 8. und 15. Oktober 2026 | 20:15 Uhr | Das Erste













  • Bild: ARD Degeto FIlm/Bilgeri Pascal

Stand: August/2026

INHALT

Bilder aus den Filmen

  • Bild: ARD Degeto FIlm/ORF/ Nikolett Kustos

„Tiroler Blut: Der erste Schuss“ – Seit drei Generationen arbeiten die Grubers bei der Polizei: Hannes (Sven-Eric Bechtolf) – mittlerweile im Ruhestand –, dessen Tochter Fanny (Ursula Strauss) und deren Sohn Tobi (Noah L. Perktold).

  • Bild: ARD Degeto Film/Christoph Karl Izmenyi

Sein erster eigenverantwortlicher Einsatz als Polizist führt Tobi zu einem gewalttätigen Familienvater. Die Situation eskaliert, ein Schuss fällt ...

  • Bild: ARD Degeto Film/Nikolett Kustos

Zurück bleiben ein toter Hund und der lebensgefährlich verletzte Familienvater. Hat Tobi die Kontrolle verloren, zu schnell geschossen?

  • Bild: ARD Degeto Film/Nikolett Kustos

Machen sich Sorgen um Tobi: Hannes (Sven-Eric Bechtolf) und Fanny (Ursula Strauss).

  • Bild: ARD Degeto Film/Nikolett Kustos

Vater-Sohn-Gespräch: Tobi Gruber (Noah L. Perktold) und Günter Gruber (Kai Ivo Baulitz)

  • Bild: ARD Degeto Film/Nikolett Kustos

„Tiroler Blut: Am Abgrund“ – Anna (Allegra Tinnefeld) kehrt zurück und wird von ihrem Großvater Hannes (Sven-Eric Bechtolf) begrüßt.

Fanny (Ursula Strauss) und Hannes Gruber (Sven-Eric Bechtolf) auf Gartenbank vor Haus.

  • Bild: ARD Degeto Film/Nikolett Kustos

Anna Gruber (Allegra Tinnefeld)

  • Bild: ARD Degeto Film/Nikolett Kustos

Annas beste Freundin Clara (Lara Horvath) ist tot.

  • Bild: ARD Degeto FIlm/ORF/ Nikolett Kustos

Die Tochter des Immobilienmanagers Benedikt Renner (Cornelius Obonya) wurde entführt.

  • Bild: ARD Degeto Film/Nikolett Kustos

Fanny (Ursula Strauss) und Tobi Gruber (Noah L. Perktold) ermitteln.

  • Bild: ARD Degeto Film/Christoph Karl Izmenyi

Fanny Gruber (Ursula Strauß) und Ruth Fuchs (Alina Fritsch) im Kommissariat.

BESETZUNG & STAB

BESETZUNG 1. FILM

FANNY GRUBER
Ursula Strauss
TOBI GRUBER
Noah L. Perktold
RUTH FUCHS
Alina Fritsch
HANNES GRUBER
Sven-Eric Bechtolf
GÜNTHER GRUBER
Kai Ivo Baulitz
NADINE PRANTL
Marlene Hauser
MARKUS PRANTL
Aaron Karl
JOSEF PRANTL
Harald Schrott
ERIKA PRANTL
Susanne Michel
ESMA SABERNIGG
Rina Juniku

u. v. a.



BESETZUNG 2. FILM

FANNY GRUBER
Ursula Strauss
TOBI GRUBER
Noah L. Perktold
ANNA GRUBER
Allegra Tinnefeld
HANNES GRUBER
Sven-Eric Bechtolf
GÜNTHER GRUBER
Kai Ivo Baulitz
RUTH FUCHS
Alina Fritsch
EDUARD HACKL
Klaus Windisch
BENEDIKT RENNER
Cornelius Obonya
EMILY RENNER
Julia Novohradsky
NICOLE RENNER
Mona Kospach

u. v. a.



STAB

REGIE
Matthias Tiefenbacher
DREHBÜCHER
Christian Jeltsch
MUSIK
Martina Eisenreich
CASTING
Nicole Schmied
KOSTÜMBILD
Mika Braun
SZENENBILD
Désirée Salvador
EDITOR
Horst Reiter
KAMERA
Hanno Lentz
TON
Roland Winkler
MASKENBILD
Ines Steininger Lilli Brée
PRODUKTIONSLEITUNG
Maja Wieser Benedetti Sandra Moll (ARD Degeto)
PRODUZENT:INNEN
Mathias Lösel Constanze Schumann
REDAKTION ARD
Katja Kirchen (ARD Degeto) Christoph Pellander (ARD Degeto)
REDAKTION ORF
Andrea Bogad-Radatz Nina Fehrmann-Trautz



TIROLER BLUT ist eine Produktion der filmpool fiction und Rundfilm in Koproduktion mit ARD Degeto Film und ORF für die ARD mit Unterstützung von FISA+, ABA, Fernsehfonds Austria und der Cine Tirol Film Commission.

Gedreht wurde vom 23. September bis 18. November 2025 in Innsbruck und Umgebung sowie Wien und Umgebung.

  • Bild: ARD Degeto FIlm/ORF/ Nikolett Kustos

INTERVIEWS & STATEMENTS



URSULA STRAUSS

(als Fanny Gruber)

Es ist immer etwas Besonderes, eine Filmfamilie zu bekommen

Frau Strauss, Fanny Gruber ist Ermittlerin, Familienmensch und Kämpferin für das Gute zugleich. Für welche Werte steht diese Figur? Was treibt sie an, und was bringt sie an ihre Grenzen?

Das Allerwichtigste für Fanny Gruber ist ihre Familie. Dem folgt direkt ihr Glauben daran, dass Gerechtigkeit und Empathie mit die wichtigsten Pfeiler unseres demokratischen Zusammenlebens sind. Der Kampf für diese Gerechtigkeit und das Einhalten einer Ethik im Umgang miteinander sind starke Motivationen für ihr Handeln. Gleichzeitig will sie aber auch ihrem Vater gefallen und ihm auf Augenhöhe begegnen. Wie bei jeder Frau ist es die Beziehung zu ihrem Vater, die erste Beziehung zu einem Mann überhaupt, die ihr Handeln nachhaltig prägt. Die Wechselwirkung zwischen kontinuierlicher Suche nach Anerkennung und gleichzeitigen Unabhängigkeitsbewegungen kann aber auch eine Falle sein.

Die Grubers sind eine außrgewöhnliche Familie, ihre Beziehungen, Konflikte und Schutzmechanismen prägen auch Fannys Fälle. Was war bei der Umsetzung dieser Familienkonstellation für Sie besonders spannend?

Es ist immer etwas Besonderes, eine Filmfamilie zu bekommen. Der erste Kontakt ist ein spannender Moment: Wie ist die Energie zwischen sich vollkommen fremden Menschen. Wie sieht man sich in die Augen? Meistens spüre ich sofort, ob ich die behauptete Familiengeschichte glaubhaft erzählen kann. Die Grubers haben sich von Anfang an für mich gut und authentisch angefühlt. Im Umgang mit den Fällen prägt eine Kommissarin auch, woher sie kommt. Wir sind nie frei von den Einflüssen unserer Herkunft und unserer Vergangenheit. Fanny Gruber ist eine von Grund auf empathische Person, und sie hat ein Herz für die Schwächeren in unserer Gesellschaft. Sie ist aber auch eine Frau, die sich ihre Position zielstrebig erarbeitet, wenn nicht erkämpft hat. Deshalb ist sie sich sehr bewusst, dass Empathie nicht unbedingt die Antwort für alles und jeden sein kann.

Gab es bestimmte Emotionen oder Szenen, die beim Spielen besonders herausfordernd waren?

Es gibt zwei Geschichtsstränge, die mich gefordert haben: Die Szene am Abgrund, kurz bevor sich der vom Leben und seinem schweren Verlust zermürbte Peter die Felsen hinunterstürzt, hat mich zutiefst mitgenommen. Aber auch der ganze Strang um Tobi war sehr besonders zu spielen. Als Mutter zuzuschauen, wie der geliebte Sohn vor den eigenen Augen zerbricht, das war hart.

Sie sind die Botschafterin der UN-Kampagne „Orange the World“, die sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen einsetzt. Was war beim Dreh Ihr persönlicher Zugang zu diesem Thema?

Wir erleben derzeit, wie groß der Frauenhass in unserer Gesellschaft weiterhin ist: Wie viele Ungerechtigkeiten Frauen und Mädchen ertragen müssen, wie viele Übergriffe sie erleben müssen, wie viele tote Frauen und Mädchen immer noch sein müssen. Noch immer ist die häufigste Todesursache für Frauen und Mädchen weltweit häusliche Gewalt. Ich bin erschüttert, dass es der Politik so wenig bedeutet, in unserer Gemeinschaft Respekt und Gleichberechtigung zu schaffen. Dass Drehbuchautoren sich an der Wirklichkeit orientieren, ist sehr wichtig. Kunst ist ja ein künstlicher Raum, in dem wir uns außerhalb der Konventionen erfahren können. Als Filmschaffende kommen wir an so einem universellen Thema wie der Geschlechterbenachteiligung nicht vorbei.

Für welchen Moment in Ihrem Leben würden Sie gerne noch einmal die Worte „Kamera läuft!“ hören?

Mein Leben ist eine Aneinanderreihung von wundervollen, schrecklichen, langweiligen, schmerzvollen, aufregenden und intensiven Momenten – wie jedes Leben. Ich wüsste nicht, welchen ich da herauspicken wollen würde. Und nachdem ich den Satz ja sehr häufig höre, konzentriere ich mich im Privatleben lieber darauf, Momente intensiv zu erleben und sie dann auch loszulassen.







  • Bild: ARD Degeto FIlm/ORF/ Nikolett Kustos

NOAH L. PERKTOLD

(als Tobi Gruber)



Tobi hat einen sehr starken moralischen Kompass

Herr Perktold, Tobi ist Polizist in dritter Generation. Warum hat er ausgerechnet diesen Beruf gewählt?

Das ist ein Weg, den er einerseits trotz und andererseits wegen seiner Familie eingeschlagen hat. Es ist im besten Fall die Macht, Gutes zu tun, die an dem Beruf fasziniert. Diese Macht ist natürlich auch gefährlich. Man muss da sehr ehrlich mit sich selber sein. Keine leichte Sache, aber ich glaube, Tobi hat einen sehr starken moralischen Kompass.

Welche Bedeutung hat Familie für Tobi? Wo sieht er seinen Platz im Familiensystem?

Familie ist für Tobi eine Tatsache. Er hinterfragt das nicht. Man hat und ist eben Familie. Auch wenn die Eltern zum Beispiel getrennt leben. In diesem System ist er eben der Tobi. Punkt. Und der Tobi kommt zurecht. Immer. Ich denke, er ist seiner Mutter ähnlicher als ihm lieb ist, und daran hat er zu kauen. Er hat das Gefühl, dass sie die Unterschiede nicht akzeptiert, und folglich verweigert er sich – mit einem gewissen kindlichen Trotz – den Gemeinsamkeiten. Vielleicht besteht deshalb zunächst eine gewisse Distanz zwischen den beiden.

Was ist Tobis größte Stärke, was seine größte innere Herausforderung? Ähneln Sie einander?

Tobi ist ein heilloser Optimist. Das ist sein prägender Charakterzug: Alles easy! Das wird aber durch die Umstände hart in Frage gestellt. Kurz gesagt: Tobi muss erwachsen werden. Das tut natürlich weh. Ich teile seinen Optimismus leider nicht, erwachsen muss ich aber wohl trotzdem werden. Irgendwann.

Was bedeutet Freiheit für Tobi – und was für Sie?

Schwierige Frage. Wenn es mir gut geht, verwechsle ich Freiheit manchmal mit Luxus. Ich kann es mir zum Beispiel momentan leisten, einfach so unter der Woche Pizza essen zu gehen. Das gab es in meiner Kindheit nicht. Da fühle ich mich dann schon frei … Wenn einem dann etwas Gravierendes passiert, so wie Tobi im Film, sieht man wieder klarer. Am Ende bedeutet Freiheit für mich vor allem Schmerzfreiheit. Physisch wie psychisch unbelastet sein. Das geht Tobi wohl nicht anders.







  • Bild: ARD Degeto FIlm/ORF/Christoph Karl Izmenyi

ALINA FRITSCH

(als Ruth Fuchs)

Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.

Frau Fritsch, Sie spielen Fannys Sparringspartnerin Ruth, die durch ihre geschärfte visuelle Wahrnehmung, ihr Temperament und ihren Teamgeist unverzichtbar ist im Ensemble. Wer ist Ruth für Sie persönlich?

Ruth ist für mich ein Geschenk. Mich verbindet viel mit ihr. Ruth ist eine Frau, die nicht untergeht – das wirkt auf den ersten Blick irrsinnig tough und unantastbar, kommt aber aus einer immensen Anstrengung. Vielleicht ist Stärke angeboren, ich weiß es nicht – doch bringt sie einem nichts, wenn man sich nicht dazu entscheidet, sie zu leben. Und Ruth entscheidet sich dazu.

Was wäre Fanny ohne Ruth? Was verbindet die beiden Frauen? Was provoziert sie aneinander?

Ruth und Fanny sind zwei Power-Frauen, denen beide beim Titel „Power-Frau“ das Würgen kommen würde. Sie sind knallhart in ihrem Job, tough und diszipliniert. Ihr Fokus ist immer auf der Sache, nicht auf ihrem Ego. Beide haben die Gabe, Menschen genau scannen zu können, sie aber auch gleichzeitig auf Abstand zu halten. Hinter dieser harten Schale verbirgt sich ein weicher Kern, den vielleicht nur die eine bei der anderen sehen kann. Das verbindet sie und provoziert sie gleichermaßen, denn sie spiegeln einander.

Was ist Ihnen von den Dreharbeiten als besonders intensiv oder bewegend im Gedächtnis geblieben?

Das Rollstuhltraining mit Jasmin Plank war für mich etwas ganz Besonderes. Sie ist eine inspirierende Persönlichkeit, die mit ihrer Stärke und ihrem Weg bis ins österreichische Paraclimbing-Nationalteam zeigt, was mit Mut und Ausdauer möglich ist. Ihr Lebensmotto, sagt sie, ist: „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“ Und dieses deckt sich auch mit meinem sowie dem von Ruth.



















  • Bild: ARD Degeto FIlm/ORF/ Nikolett Kustos

CHRISTIAN JELTSCH

(Drehbuch)

Figuren, die Fehler machen, zweifeln und trotzdem weitermachen.

Herr Jeltsch, wofür steht „Tiroler Blut“?

„Tiroler Blut“ erzählt für mich von Menschen, die das Richtige tun wollen und dabei an ihre Grenzen geraten. Es geht um Verantwortung; im Beruf, in der Familie und sich selbst gegenüber. Mich interessieren keine Heldinnen und Helden, die alles im Griff haben, sondern Figuren, die Fehler machen, zweifeln und trotzdem weitermachen. Die Essenz der beiden Filme ist für mich Vertrauen. Vertrauen in andere Menschen, aber auch in das eigene Urteilsvermögen. Was passiert, wenn dieses Vertrauen erschüttert wird? Wenn ein einziger Moment das ganze Leben verändert? Genau dort beginnen die Geschichten von Fanny und Tobi.

Schuld und Trauer ziehen sich thematisch durch beide Filme, Sie zeigen viele Facetten dieser Gefühle. Warum sind Ihnen diese Themen so wichtig?

Mich interessiert Schuld, weil sie selten eindeutig ist. Es gibt juristische Schuld, und es gibt die Schuld, die Menschen sich selbst zuschreiben. Oft ist Letztere viel schwerer zu tragen. Trauer verändert Menschen. Manche werden still, andere wütend, manche verlieren jede Orientierung. Gerade in Kriminalgeschichten geht es oft darum, einen Täter zu finden. Spannender finde ich, was eine Tat mit den Menschen macht, die zurückbleiben. Täter wie Opfer. Charakter zeigt sich erst in Krisen, das ist keine neue Erkenntnis, aber sie bleibt wahr. Deshalb erzählen beide Filme letztlich weniger von Verbrechen als von Menschen, die versuchen, mit ihren Entscheidungen weiterzuleben.

Warum Innsbruck?

Innsbruck ist für mich weit mehr als eine Kulisse. Die Stadt vereint Urbanität und Berge auf engstem Raum. Freiheit und Enge liegen hier oft nur wenige Minuten auseinander. Diese Gegensätze spiegeln die Figuren. Tirol steht außerdem für starke Gemeinschaften und einen ausgeprägten Heimatbegriff. Das gibt Halt, kann aber auch Druck erzeugen. Genau in diesem Spannungsfeld bewegen sich die Grubers. Ich will Tirol nicht als Postkartenidylle zeigen, sondern als Lebensraum mit eigener Mentalität, eigenen Konflikten und einem besonderen Verhältnis zu Familie.

Musik spielt bei den Grubers eine große Rolle, ebenso das gemeinsame Essen, Tiere und Sport. Fanny hat ihr Aromaöl immer zu Hand, Ruth eine Tasse guten, fairen Kaffees. Was verraten diese Beigaben über die einzelnen Charaktere?

Figuren werden vor allem in den kleinen Momenten lebendig. Oft erzählen Gewohnheiten mehr über einen Menschen als große Dialoge. Die gemeinsamen Mahlzeiten zeigen, dass Familie trotz aller Konflikte ein Ort der Verbundenheit bleibt. Musik schafft Gemeinschaft und erinnert daran, dass diese Menschen auch jenseits ihrer Arbeit ein Leben haben. Sport gibt Tobi Leichtigkeit und Freiheit. Tiere zeigen, wie die Figuren mit Verantwortung umgehen. Fannys Aromaöl, übrigens eine Idee von Ursula Strauss, ist ihr kleines Ritual, um in einem belastenden Beruf die Kontrolle zu behalten. Ruths fair gehandelter Kaffee erzählt etwas über ihre Haltung zur Welt; aufmerksam, bewusst und mit einem feinen Humor. Diese Details sollen die Figuren nicht originell machen, sie sollen ihnen Alltag geben. Je genauer wir unsere Grubers kennenlernen, desto stärker berührt uns, was ihnen widerfährt.









  • Bild: ARD Degeto FIlm/ORF/ Nikolett Kustos

MATTHIAS TIEFENBACHER

(Regie)

Familie kann bedingungsloser Rückhalt sein oder eine lebenslange Herausforderung

  • Bild: ARD Degeto Film/Christoph Karl Izmenyi

Matthias Tiefenbacher

Zentrum und Fluchtpunkt der wunderbaren erzählerischen Idee von Christian Jeltsch für die beiden Filme „Tiroler Blut“ ist die „Familienaufstellung“ der Kriminalgeschichte: wie er in der Familie Gruber die dramatischen Konflikte des Kriminalfilms spiegelt und dadurch sowohl Raum für das Drama der Familien- als auch das der Kriminalgeschichte schafft. Die Art und Weise, wie in „Tiroler Blut“ die Metapher der Familie, der wir alle nie entrinnen können, als Modell für die immer gleiche Frage jeder Kriminalgeschichte nach Recht und höherer Gerechtigkeit genutzt wird, hat so viel hintergründigen Witz und lässige Frechheit, dass ich nicht nur zum gespannten sondern im besten Sinne erheiterten Beobachter dieser Familienaufstellung werde.

Familie ist ein emotionaler Anker und ein lebenslanges Band. Sie kann bedingungsloser Rückhalt sein oder eine lebenslange Herausforderung; in jedem Fall prägt sie uns tief. Dabei ist nicht allein die Blutsverwandtschaft entscheidend, sondern ebenso die Menschen, die wir im Herzen tragen. Familie ist man immer. Und der besondere Charme dieser Erkenntnis: Wir alle sind Kenner dieser Situation.

Dass die Familie Gruber auf ihrem Hof im idyllischen Mehrgenerationenhaus und gleichzeitig in „Patchwork“ lebt, macht sie zu einem exemplarischen Schauplatz. Wir sind hin- und hergerissen auf diesem Familienkarussell zwischen der intuitiven Klarheit und Entschiedenheit von Fanny, der grantelig-klugen Sturheit des sich im Ruhestand befindenden Seniors Hannes, der fast angestrengten Korrektheit von Tobi, der mit seinem Idealismus schon am Anfang seines Berufsweges auf fast tragische Weise an den Klippen seiner Berufsausübung zu zerschellen droht, der schillernden Energie des Fluchtwesens Anna, und dem empathisch-verständnisvollen Schweigen des Vaters und Ex-Mannes Günther. Jeder der Beteiligten handelt aus vollem Herzen. Und einem sozusagen vererbten besonderen „Gerechtigkeitssinn“. Ist ja eine Polizistenfamilie. Der Gerechtigkeitssinn ist dabei mehr ein Leiden. So wie eine unheilbare Krankheit. Und führt natürlich notwendigerweise zu verschiedenen Ergebnissen. Jeder tut, was er kann. Erstaunlicherweise bleiben sich die Familienmitglieder in dieser Auseinandersetzung loyal verbunden. Eine wirkliche Familie eben.



  • Bild: ARD Degeto FIlm/ORF/ Nikolett Kustos

CONSTANZE SCHUMANN & MATHIAS LÖSEL

(Produzent:innen)

Vor der atemberaubenden Kulisse Tirols und der modernen Metropole Innsbrucks

Bei der Vielzahl an Krimireihen im deutschsprachigen Fernsehen ist es eine besondere Herausforderung, das Publikum mit einer neuen Idee zu begeistern. Bei der Konzeption von „Tiroler Blut“ hat uns von Beginn an der erzählerische Ansatz überzeugt, drei Generationen einer Innsbrucker Polizistenfamilie unter einem Dach zu beleuchten: Ihre tägliche Polizeiarbeit und ihre Fälle setzen sich am Küchentisch fort. Sie beschäftigen sie privat weiter, auf ganz unterschiedliche und manchmal auch ganz gegensätzliche Art, die eine ganz besondere Perspektive auf die sich wandelnden moralischen und ethischen Herausforderungen des Polizeiberufs erlaubt. Verfilmt vor der atemberaubenden Kulisse Tirols und der modernen Metropole Innsbrucks, ist „Tiroler Blut“ in einer aktuellen gesellschaftlichen Realität verortet, der sich die authentischen Hauptfiguren – allen voran unsere Fanny Gruber, großartig verkörpert von Ursula Strauss – stellen müssen.





















  • Bild: ARD Degeto FIlm/ORF/ Nikolett Kustos

Die beiden Filme „Tiroler Blut“ sind im Presse-Vorführraum zur Ansicht verfügbar: www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/vorfuehrraum

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