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Medien
  • ARD
  •  | Helmut Fischer



















Team Zürich ermittelt

TATORT: FREI WIE EIN ADLER

SONNTAG, 8. NOVEMBER 2026 | 20:15 UHR | DAS ERSTE + ARD MEDIATHEK VORAB AB FREITAG, 6. NOVEMBER 2026 | ARD MEDIATHEK MIT LOGIN
  • Bild: SRG SSR/Pascal Mora

Stand: September 2026

Inhalt

Ein junger Mann mit Downsyndrom und ein ehemaliger Rockerboss stehen im Zentrum der Ermittlungen der Kommissarinnen Isabelle Grandjean und Tessa Ott. Der neue Zürcher „Tatort: Frei wie ein Adler“ ist inklusiv besetzt, unter anderem mit Schauspielenden des Zürcher Theaters Hora.

Sophia Cancellara (Jeanne Devos) betreibt in Zürich eine kleine Wäscherei. Doch deren Tage sind gezählt. Sie möchte Zürich verlassen, bevor ihr Exmann, der frühere Rockerchef Simon Bärfuss (Ronald Zehrfeld), aus dem Gefängnis entlassen wird. Darüber kommt es zum Streit mit Jacob (Benjamin Raue), der für Sophia arbeitet und keinesfalls seinen Job verlieren möchte. Jacob leidet am Downsyndrom und sieht in der Wäscherei mehr als nur einen Arbeitsplatz. Für ihn ist es sein zweites Zuhause, das er nicht verlieren möchte, und eine Entlassung empfindet er als schwere persönliche Zurückweisung. Entsprechend heftig ist seine Reaktion.

Am nächsten Tag wird Sophia erschlagen aufgefunden. Für die Kommissarinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zürcher) und Tessa Ott (Carol Schuler) gerät schnell Simon in Verdacht, der inzwischen auf freiem Fuß ist. Selbst ihre gemeinsame Tochter Nadja (Stella Alraun) würde ihm den Mord an ihrer Mutter zutrauen. Aber auch Jacobs Ausraster am Tag vor Sophias Tod muss hinterfragt werden. Könnte Jacob eine solche Tat begangen haben? Um das herauszufinden, recherchieren die beiden Ermittlerinnen in Jacobs inklusiver Wohngemeinschaft. Dann wird Nadja entführt, während Isabelle und Tessa herausfinden, dass Simon in Wirklichkeit nicht ihr richtiger Vater ist. Es sind einige Ungereimtheiten, die es zu klären gilt. Und eine davon führt direkt ins Büro der ermittelnden Behörde.





  • Bild: SRG SSR/Pascal Mora

BESETZUNG & STAB

Besetzung

TESSA OTT
Carol Schuler
ISABELLE GRANDJEAN
Anna Pieri Zuercher
ANITA WEGENAST
Rachel Braunschweig
NOAH LÖWENHERZ
Aaron Arens
SIMON BÄRFUSS
Roland Zehrfeld
JACOB GÖLDI
Benjamin Raue
NIKLAS FEHLING
Dimitri Stapfer
MARCO REINHARDT
Roeland Wiesnekker
NADJA CANCELLARA
Stella Alraun
PAULA STUTTLER
Juliane Siebecke
RETO DANNER
Daniel Lommatzsch
ASLAN CELIK
Maxime Valvini
MARTHA DA SILVA
Vera Flück
EDVIN JANOSCH
Julian Schneider
SOPHIA CANCELLARA
Jeanne Devos
ELSBETH BÄCHI
Cecilia Steiner
JULIAN DANNER
Robin Gilly
FABIAN FIELBRAND
Gianni Blumer

u.v.a.
  • Bild: SRG SSR/Pascal Mora

Stab

REGIE
Christian Theede
BUCH
Jürgen Werner
KAMERA
Tobias Dengler
LICHT
Peter Demmer
SZENENBILD
Peter Scherz
KOSTÜMBILD
Ursina Schmid
MASKE
Marc Hollenstein
CASTING
Mirjam Schilliger

Nora Leibundgut
MUSIK
Fabian Römer
TON
Jean-Pierre Gerth
SCHNITT
Martin Rahner
AUFNAHMELEITUNG
Marionna Wellinger

Regula Begert
PRODUKTIONSLEITUNG
Michèle Nussbaum
HERSTELLUNGSLEITUNG SRF
Moritz Hefti
PRODUZENTEN
Christof Neracher

Noah Bohnert
REDAKTION
Tamara Mattle (SRF)

Gabriella de Gara (SRF)

Birgit Titze (ARD DEGETO)
LEITER FICTION SRF
Baptiste Planche

Gedreht wurde im Herbst 2025 in Zürich und Umgebung, so beispielsweise auf der berühmten Landiwiese am Zürichsee. Dank rasanten Fahrten der Protagonisten mit dem Motorrad und dem Töffli durch die Stadt erleben die Zuschauenden die Stadt Zürich in dieser Folge aus ungewohnter Perspektive.

Der „Tatort: Frei wie ein Adler“ ist eine Produktion der Hugofilm im Auftrag von SRF als Lizenzerwerb der ARD Degeto Film für die ARD.



  • Bild: SRG SSR/Pascal Mora

INTERVIEWS & STATEMENTS

Fragen an

Anna Pieri-Zuercher

als Kommissarin Isabelle Grandjean

Isabelle reagiert bei ihrer ersten Begegnung mit Jacob und seiner WG besonders empathisch, fast schon gerührt. Was berührt sie dort so stark?

Ich glaube, es ist weniger Jacobs vermeintliche Schutzbedürftigkeit als die Selbstverständlichkeit, mit der die Menschen in dieser WG miteinander umgehen. Sie begegnen Isabelle nicht als Polizistin, sondern einfach als Mensch. Diese Direktheit und Wärme erreicht sie, weil sie sonst sehr stark über Kontrolle und Distanz funktioniert.

Menschen mit Down-Syndrom bedürfen in unserer vornehmlich rational orientierten Gesellschaft besonderer Unterstützung und werden aus dieser Sicht als sehr schutzbedürftig wahrgenommen. Nun gerät ausgerechnet Jacob in den Verdacht eines schweren Verbrechens. Was macht das mit unserer Sicht auf diese besondere Veranlagung?

Ich denke, dass diese Frage vor allem etwas mit der Art und Weise zu tun hat, wie wir Menschen mit Down-Syndrom betrachten. Persönlich habe ich mir diese Frage während der Dreharbeiten nicht in diesen Begriffen gestellt. Was ich an Jacob interessant finde, ist gerade, dass er uns dazu bringt, eine zu vereinfachte Vorstellung von Verletzlichkeit zu hinterfragen. Dass er das Down-Syndrom hat, bedeutet nicht, dass er einfach nur jemand ist, den man beschützen muss. Er ist auch ein Mensch mit einer eigenen Persönlichkeit, seinen Gefühlen, seinen Entscheidungen und seiner eigenen Verantwortung. Dass er eines schweren Verbrechens verdächtigt wird, stellt zwangsläufig einige Vorurteile infrage, die wir gegenüber Menschen haben können, die wir spontan als besonders verletzlich wahrnehmen.

Isabelle kann sehr nüchtern sein, hat aber auch in früheren Fällen eine ausgeprägt fürsorgliche, fast mütterliche Seite gezeigt. Vor welche neue Herausforderung stellt die Begegnung mit Jacob gerade diese Seite ihrer Persönlichkeit?

Ich glaube, genau darin liegt die Herausforderung für Isabelle. Für sie besteht die Schwierigkeit also darin, ein Gleichgewicht zwischen ihrem Beschützerinstinkt und ihrer Rolle als Ermittlerin zu finden.





  • Bild: SRG SSR/Pascal Mora
Fragen an

Carol Schuler

als Kommissarin Tessa Ott

Sophie befindet sich nach dem Tod ihrer Mutter und der Rückkehr ihres Vaters aus siebenjähriger Haft in einer extremen Situation. Tessa nimmt ihr Schicksal auffallend persönlich und entwickelt einen starken Beschützerinstinkt. Was löst dieses Mädchen in Tessa aus?

Tessa erkennt, dass Sophie in einer Situation steckt, in der sie besonders verletzlich ist und Schutz braucht. Das berührt Tessa auch persönlich.

Sie will Sophie eine Stimme geben. Besser gesagt: Sie will ihr helfen, ihre eigene Stimme wiederzufinden. Sophie soll laut sein dürfen. Sie soll wütend sein dürfen. Und sie soll nicht das Gefühl haben, mit ihrer Wut oder ihrer Angst allein zu sein.

Es gibt diese Szene, in der die beiden gemeinsam schreien. Tessa schreit nicht für Sophie, sondern mit ihr. Das ist für mich ein sehr körperlicher Moment von Solidarität zwischen zwei Frauen.

Female Rage bedeutet für mich genau das: die Wut von Frauen ernst zu nehmen. Als Reaktion auf tatsächliche Ungerechtigkeit und Gewalt. Wut kann eine Kraft sein. Sie kann der Moment sein, in dem man aufhört, etwas hinzunehmen.

Tessa lässt Fälle immer wieder näher an sich heran, als es für eine Ermittlerin vielleicht ratsam wäre. Wo wird ihre große Empathie zur Stärke – und wo kann sie ihr bei der Suche nach der Wahrheit im Weg stehen?

Ich glaube, Empathie ist grundsätzlich eine Stärke. Gerade als Ermittlerin hilft sie Tessa dabei, Menschen wirklich wahrzunehmen und zu verstehen, was hinter ihren Handlungen steckt. Sie kann sich in andere hineinversetzen und dadurch vielleicht auch Dinge erkennen, die jemandem entgehen würden, der nur auf die kalten Fakten schaut.

Tessa will Sophie beschützen und begegnet ihrem Vater Simon entsprechend kritisch. Wo wird aus ihrem Beschützerinstinkt möglicherweise Projektion – und wie beeinflusst das ihren Blick auf Simon?

Tessa begegnet Simon nicht grundlos kritisch. Er wird Tessa gegenüber schon bei der ersten Begegnung gewalttätig. Außerdem bewegt er sich im Rockermilieu, was von patriarchalen Strukturen geprägt ist und in der Misogynie und Ausbeutung von Frauen an der Tagesordnung sind. Da liegt der Verdacht auf einen Femizid nahe.





  • Bild: SRG SSR/Pascal Mora
Fragen an

ROLAND ZEHRFELD

als Simon Bärfuss

Simon kommt nach langer Haft frei und möchte wieder einen Platz im Leben seiner Tochter finden, die ihn kaum kennt. Ausgerechnet jetzt droht er sie zu verlieren. Was bedeutet diese zweite Chance für ihn – als freier Mann und als Vater?

Für Simon ist die Freiheit zunächst gar keine wirkliche Freiheit. Er kommt aus dem Gefängnis, aber draußen wartet kein Leben auf ihn, in das er einfach zurückkehren könnte. Seine frühere Welt gibt es so nicht mehr, und zu seiner Tochter hat er eigentlich erst noch eine Beziehung aufzubauen. Ich glaube, darin liegt für ihn die große Hoffnung: Vielleicht kann er als Vater noch einmal etwas richtig machen, was er in seinem bisherigen Leben versäumt hat.

Dass Nadja ihm zunächst misstraut und ihm sogar zutraut, einen Mord begangen zu haben, trifft ihn deshalb besonders hart. Und als sie dann verschwindet, wird aus dieser Hoffnung plötzlich etwas sehr Existenzielles. Er hat gerade erst die Möglichkeit bekommen, seine Tochter überhaupt kennenzulernen – und muss schon darum kämpfen, sie nicht wieder zu verlieren.

Zwischen Simon und Jacob, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten, entsteht eine besondere Verbindung. Was erkennen diese beiden Außenseiter ineinander – und was können sie einander geben?

Beide werden sehr schnell auf etwas reduziert. Bei Simon ist es seine Vergangenheit als Rocker und Straftäter: Man sieht ihn und glaubt zu wissen, wozu dieser Mann fähig ist. Bei Jacob ist es sein Downsyndrom – auch ihm begegnen andere mit bestimmten Vorstellungen davon, was er kann, was er versteht oder wie man mit ihm umgehen muss.

Vielleicht erkennen die beiden genau das ineinander: dieses Gefühl, dass andere sich längst ein Urteil über einen gebildet haben. Dabei gehen sie sehr unterschiedlich damit um. Simon hat gelernt, sich zu schützen, hart zu sein und wenig von sich preiszugeben. Jacob ist viel unmittelbarer. Gerade deshalb kann zwischen ihnen etwas entstehen, das nicht auf Mitleid beruht. Sie nehmen einander ernst. Und möglicherweise erlaubt Jacob Simon dadurch auch eine Form von Nähe, die ihm sonst sehr schwerfällt.

Sie haben in Ihrer Karriere Ermittler gespielt, aber auch immer wieder Männer, die bedrohlich, schwer lesbar oder moralisch ambivalent erscheinen. Was reizt Sie an Figuren wie Simon?

Mich interessieren Figuren, bei denen man nicht sofort weiß, woran man ist. Simon bringt natürlich durch seine Vergangenheit eine bestimmte Bedrohlichkeit mit. Er war Rockerboss, er war im Gefängnis, und als ein Mord passiert, liegt der Verdacht gegen ihn sehr schnell nahe. Aber das ist eben nur eine Seite dieser Figur.

Gleichzeitig kommt da ein Mann aus dem Gefängnis, der versucht, einen Zugang zu seiner Tochter zu finden und in einer Welt wieder Fuß zu fassen, die ohne ihn weitergelaufen ist. Diese Widersprüche sind spannend zu spielen: Man soll Simon durchaus etwas zutrauen – und trotzdem nach und nach Seiten an ihm entdecken, die nicht zu diesem ersten Bild passen. Mich interessieren Figuren mehr, wenn man sie nicht sofort auflösen kann.



  • Bild: SRG SSR/Pascal Mora
Statements

BENJAMIN RAUE

als Jacob Göldi

Jacob wird von der Polizei genauso ernst genommen wie andere Verdächtige. Er kann freundlich sein, aber auch wütend werden und Fehler machen. Menschen mit Trisomie 21 sind genauso unterschiedlich wie alle anderen Menschen – und genau diese Vielfalt möchte ich auch als Schauspieler zeigen.

Ich bin sehr stolz, dass ich jetzt eine große Rolle in einem ‚Tatort‘ spielen durfte. Schauspieler zu sein, war immer mein Traum, und seit ‚Herzstolpern‘ sind viele großartige Erfahrungen und Rollen dazugekommen. Ich möchte unbedingt weitermachen, neue Figuren ausprobieren und zeigen, was ich als Schauspieler noch alles kann. Ich bin gespannt, welche Rolle als Nächstes auf mich wartet.

  • Bild: SRG SSR/Pascal Mora
Statements

JULIANE SIEBECKE

als Paula Stuttler

Paula weiß ziemlich genau, was sie möchte. Sie hat ihre eigenen Wünsche, ihre eigenen Gefühle und ihre eigene Vorstellung davon, wie sie leben will. Mir gefällt, dass man sie als junge Frau und als eigenständige Persönlichkeit kennenlernt und ihre Story nicht über ihr Down-Syndrom entwickelt wird.

Besonders schön waren für mich die Szenen in unserer WG. Da standen wir mit mehreren Schauspielerinnen und Schauspielern mit Trisomie 21 gemeinsam vor der Kamera, auch mit Ensemblemitgliedern vom Theater HORA. Wir spielen dort nicht einfach Menschen mit Down-Syndrom, sondern ganz unterschiedliche Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren eigenen Geschichten.

  • Bild: SRG SSR/Pascal Mora

Der „Tatort: Frei wie ein Adler“ ist im Presse-Vorführraum zur Ansicht verfügbar: programpresse.ard.de

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Texte
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