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Stand: Juni/2026
Als urbayrischer Stadtsheriff schlüpft der mehrfach ausgezeichnete Maximilian Brückner in eine ebenso kantige wie tragikomische Hauptrolle. Um aus der Karrieresackgasse Streifendienst rauszukommen, muss der Titelheld sein hollywoodreifes Bad-Cop-Getue hinter sich lassen. Polizeiruf-Regisseur Felix Karolus, der gemeinsam mit Putzi von Adamo das Drehbuch verfasste, zeigt ein wunderbares Gespür fürs Unterhaltsame. Zu dem exzellenten Cast mit Marlene Morreis und Gerhard Wittmann zählen die Münchner Schauspiel-Ikonen Jutta Speidel und Günther Maria Halmer – der in „Servus Eddie – Spätes Glück“ in seiner letzten Filmrolle zu sehen ist. München als „Weltstadt mit Herz“ bildet die Kulisse für einen Fernsehfilm, der pointierten Dialogwitz und turbulente Wendungen mit berührenden Momenten verbindet.
Hart, härter – Eddie! So sieht sich der Münchner Polizeibeamte Eddie Kolozecik (Maximilian Brückner). Mit seiner „Smith & Wesson“ als Partner möchte der Stadtsheriff die Isarmetropole aufräumen. Leider schießt Eddie dabei gern übers Ziel hinaus und ist nach seiner Degradierung im Streifendienst gelandet. Um in den höheren Dienst zurückzukommen, legt Eddie vor Dienstbeginn private Sonderschichten ein. Als verdeckter Ermittler in Zivil stellt er zwei harmlosen Kleindealern eine Falle. Doch ausgerechnet ein Zusammenstoß mit Adam Einmiller (Günther Maria Halmer), der kurz zuvor eine Kirchen-Kollekte geklaut hat, bringt den sicher geglaubten Ermittlungserfolg ins Wanken. Bei der Kollision mit dem obdachlosen Senior verliert Eddie nicht nur seine Dienstwaffe, sondern handelt sich durch eine Zeugin (Marlene Morreis) auch gewaltigen Ärger ein. Um den Schaden wiedergutzumachen, kümmert er sich um Adam und entdeckt dabei eine unerwartete Verbindung. Als Eddie schließlich erfährt, dass der ältere Mann seiner Mutter (Jutta Speidel) keineswegs unbekannt ist, wird sein Ermittlerinstinkt endgültig geweckt …
Seine Rolle als Adam Einmiller setzt den bewegenden Schlusspunkt unter Günther Maria Halmers außergewöhnliche Karriere mit mehr als 180 Film- und Fernsehrollen sowie zahlreichen Theaterengagements. Der beliebte Schauspieler verstarb im Mai 2026 im Alter von 83 Jahren.
BESETZUNG
EDDIE KOLOZECIK | Maximilian Brückner |
ADAM EINMILLER | Günther Maria Halmer |
MARIA KOLOZECIK | Jutta Speidel |
FRAU SCHRÖDER | Marlene Morreis |
CARLO REITNER | Gerhard Wittmann |
DENIZ | Ercan Karacayli |
ÄRZTIN | Andrea Beblo-Krause |
FRAU WEDIG | Kathrin von Steinburg |
HERR HALLER | Josef Eder |
AMALIA | Anastasia Papadopoulou |
MAX | Julian Baschab |
MORITZ | Emil Vorbrugg |
HERR FRIEDEL | Stefan Betz |
FRAU SCHWARZENBECK | Astrid Polak |
SCHWESTER MILENA | Ewa Patricia Klosowski |
| u.a. |
STAB
REGIE | Felix Karolus |
BUCH | Putzi von Adamo |
| Felix Karolus |
KAMERA | Wolfgang Aichholzer |
SCHNITT | Florian Leitl |
LICHT | Fred Dombrowka |
SZENENBILD | Christian Kettler |
KOSTÜMBILD | Silke Schmelzer |
MASKE | Barbara Spenner |
| Germaine Mouth |
CASTING | Stefany Pohlmann Casting |
MUSIK | Andrej Melita |
TON | Attila Makai |
PRODUKTIONSLEITUNG | Rolf Seyfried |
PRODUZENTEN | Christian Hofer |
| Luca Verhoeven |
REDAKTION | Claudia Grässel |
| Stefan Kruppa (beide ARD Degeto) |
Gedreht wurde vom 15. Juli bis 13. August 2024 in München und Umgebung. „Servus Eddie – Spätes Glück“ ist eine Produktion der new!move films GmbH im Auftrag der ARD Degeto Film für die ARD.
Wie würden Sie den Polizisten Eddie, die von Ihnen gespielte Titelfigur, beschreiben?
Eddie ist ein Träumer, der sich für einen Cop à la Bruce Willis hält, aber nicht im Entferntesten Ähnlichkeit mit jenem hat. Er lebt immer noch bei seiner Mutter, was tief blicken lässt.
„Servus Eddie – Spätes Glück“ erzählt sensibel von Schuld, Trauer und Versöhnung. Besonders die drohende Auflösung des Grabes von Eddies Vater zwingt Eddie, sich seinem Verlust zu stellen. Setzen Sie sich selbst bereits mit dem Thema Tod auseinander?
Ich verdränge ihn halt auch – wie alle anderen.
Der Film ist tief in München und Bayern verwurzelt – atmosphärisch, sprachlich und auch durch seine Besetzung. Warum ist dieses starke regionale Kolorit offenbar auch überregional beim Publikum beliebt?
Weil es sehr authentisch ist. Der Dialekt hat eine eigene Kraft und Wärme. Mich erinnert „Servus Eddie – Spätes Glück“ ein bisschen an die „Münchner Geschichten“ von Helmut Dietl. Dieses alte Giesing, das so gar nicht nach Stadt wirkt, sondern eher wie ein Dorf. Die Typen, denen man dort begegnet, und die versuchen, sich durchs Leben zu kämpfen.
Ende vergangenen Jahres wurden Sie mit dem Bayerischen Verfassungsorden ausgezeichnet – für schauspielerische Leistungen, die die Werte der Bayerischen Verfassung lebendig machen. Was bedeutet Ihnen diese besondere Ehrung persönlich?
Ich habe mich sehr gefreut über diese Auszeichnung. Ich lebe hier und fühl‘ mich unserer Kultur stark verbunden. Die Verfassung ist ein unglaubliches Gut, das wir gerade in Zeiten wie diesen pflegen und schützen müssen.
Mit Günther Maria Halmer stand für „Servus Eddie – Spätes Glück“ ein großer Schauspieler vor der Kamera, der leider die Ausstrahlung des Films nicht mehr erleben konnte. Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit ihm erlebt? Kannten Sie sich bereits vor diesem Projekt – und wie werden Sie ihn in Erinnerung behalten?
Meine Eltern waren gut mit Günther und seiner Frau befreundet. Er war oft beim Essen bei uns zu Hause. Mir war er natürlich schon lange von seinen Filmen bekannt. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass wir endlich zusammen gespielt haben. Umso trauriger, dass es das letzte Mal war. Ich hab‘ viel von ihm gelernt, er war äußerst präzise.
Im Film soll nach 30 Jahren das Grab von Eddies Vater aufgelöst werden – ein Moment, der alte Wunden wieder aufreißt. Welche Bedeutung haben Erinnerungsorte für Sie persönlich? Braucht Trauer einen konkreten Ort wie ein Grab?
Das muss jeder für sich entscheiden. Ich habe zu Friedhöfen eher weniger Beziehung. Die Menschen, die von mir gegangen sind und die mir viel bedeutet haben, trage ich im Herzen, dazu brauche ich keinen Pilgerort.
Maria sagt im Film einen zentralen Satz: Man müsse lernen, sich selbst zu verzeihen und Frieden mit sich zu schließen. Inwieweit leben Sie auch privat nach diesem Motto?
Ja, das ist ein guter Ansatz, auch um zu lernen, anderen zu verzeihen. Ich tue das, wenn die Beziehung es mir wert ist, jedoch gibt es auch Menschen, die ich komplett aus meinem Leben gestrichen habe und denen ich keine Träne nachweine.
Als Eddie plötzlich auf ihre Hilfe angewiesen ist, verlässt Maria trotz ihrer Angststörung erstmals seit Jahren wieder ihre sichere Wohnung. Über sich selbst hinauswachsen, ein Wagnis eingehen: Ist das etwas, das auch Sie selbst auszeichnet?
Mutig zu sein und aus dem eigenen Hamsterrad auszutreten, ist absolut ein Lebensmotto von mir, immer schon. Jedoch lässt es sich leicht reden, wenn man unter keiner Angststörung leidet. Maria, die Arme, hat eine schwere Form dieser Störung, ihre Geschichte allein wäre einen eigenen Film wert.
Mit Adam zeigt der Film eine Figur, die am Rand der Gesellschaft lebt und sich als Obdachloser durch München kämpft. Das berührt auch Ihr eigenes Engagement für wohnungslose Mütter. Ist diese Arbeit über die Jahre fordernder geworden in einer Stadt wie München?
Mein Verein für obdachlose Mütter und deren Kinder wird im nächsten Jahr 30 Jahre alt, und ich muss leider sagen, dass sich die Lage bezüglich unserer Familien und im gesamten Land nicht verbessert hat, sondern dass es schlimmer ist als je zuvor.
Günther Maria Halmer, mit dem Sie bereits mehrfach zusammengearbeitet haben, ist im Mai dieses Jahres verstorben und konnte die Ausstrahlung des Films leider nicht mehr erleben. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit ihm – als Kollege und als Mensch?
Ich kannte Günther als Kollegen seit sicherlich 40 Jahren und habe einige sehr schöne Filme mit ihm gemacht. Sein Tod, der für mich plötzlich kam, hat mich sehr traurig gemacht. Wieder ist ein unverwechselbarer Schauspieler aus unseren Reihen gegangen. Wünschen wir ihm, dass es ihm gut geht, wo er ist, und dass er dort mit vielen weltberühmten Kollegen außerirdische Filme dreht.
Der Film „Servus Eddie – Spätes Glück“ ist im Presse-Vorführraum zur Ansicht verfügbar: www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/vorfuehrraum
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