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Stand: Juli 2026
Selbstbestimmt begibt sich die attraktive BWL-Studentin Ella Morgen als „Aurora“ in eine Welt der Käuflichkeit, um dort ihre Erfahrungen zu sammeln: Wenn alles ohnehin seinen Preis hat, warum dann nicht aus Sex ein lukratives Geschäft machen?
Die Kreatorinnen Miriam Dehne und Marie C. König zeigen Sexarbeit auf eine differenzierte und moderne Weise. Mit vielschichtigen Charakteren führt die sechsteilige Dramedyserie in „Auroras“ Parallelwelten von WG-Küche, Finanzberatung und Luxushotels, um Fragen von Eros, Freundschaft oder Unabhängigkeit aus ungewöhnlichen wie kontroversen Feminismus-Perspektiven zu diskutieren. Neben Protagonistin Ella Morgen spielen unter anderem Manal Raga a Sabit als beste Freundin, die übers Dating ihre Sexualität erkundet, ebenso wie Madieu Ulbrich und Malik Blumenthal als gegensätzliche, aber zugleich faszinierende „Love Interests“. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit „Asbest“-Hauptdarsteller Xidir Koder Alian als Episodendarsteller Umut.
Statement von Miriam Dehne und Marie C. König
Ein wichtiges Stilmittel ist für uns die Überhöhung von Klischees, um sie so zu brechen. Erotik und Sex werden gezeigt und die Frage aufgeworfen: Wann beginnt Käuflichkeit? In SELLING SEX greifen wir die Erfahrung des Rausches auf. Die alte Sehnsucht nach dem ekstatischen Leben, seinen Verführungen und Abgründen. Wir zünden das Rotlicht an und schaffen eine filmische Welt, die das Escort-Leben von innen heraus beleuchtet.
Vor der Boutique stehen und nur in Schaufenster gucken – das ist zu wenig für die BWL-Studentin Nelly (Ella Morgen). Die ambitionierte junge Frau möchte Luxus und eine Freiheit, die nur durch Reichtum möglich wird. Davon ist sie aber trotz exzellenter Leistungen und größter Anstrengungen weit entfernt. Um das WG-Zimmer mit ihrer Kindheitsfreundin Bonnie (Manal Raga a Sabit) zu bezahlen, jobbt Nelly als Hostess. Denn: Das Praktikum in der Hochglanz-Beratung ist unbezahlt – und für das Studium hat sie sich fünfstellig verschuldet!
Ihre ehemalige Cateringkollegin Giulia (Samirah Breuer) bringt Nelly auf den Gedanken, wie sich sehr viel Geld in sehr kurzer Zeit verdienen lässt: als Escort in der glamourösen Agentur von Maxin (Anna von Auersperg)! Als „Aurora“ fängt sie bei Flower Escort an – und lernt schon bald den begehrtesten Kunden Tsuneo (Madieu Ulbrich) kennen. Der Geschäftsmann ist ebenso erfolgreich wie faszinierend. Ihn möchte Nelly nicht nur als Stammkunden gewinnen, sondern auch für ihre eigene Zukunft nutzen. Dass sie sich in ihren Kollegen Ben (Malik Blumenthal) verguckt, der für Nellys Mentorin Dolly (Sasha von Halbach) arbeitet, ändert nichts an Nellys Plänen. Sie entwickelt eine eigene Geschäftsidee – für sich!
BESETZUNG
NELLY | Ella Morgen |
BONNIE | Manal Raga a |
LILIANA | Lera Abova |
BEN | Malik Blumenthal |
GIULIA | Samirah Breuer |
DOLLY | Sasha von Halbach |
DR. STORCH | Inga Busch |
MAXINE | Anna von Auersperg |
TSUNEO | Madieu Ulbrich |
UMUT | Xidir Xoder Alian |
LEIF | Joscha Baltha |
NIKKI | Justus Riesner |
EVE | Flora Li Thiemann |
ED | Mo Assumang |
CHARLOTTE | Amelie Henning |
LEXA | Salome Kiessling |
| u.a. |
STAB
REGIE | Miriam Dehne |
| Marie C. König |
BUCH | Miriam Dehne |
| Marie C. König |
| Hannah Schopf |
KAMERA | Hyun De Grande |
LICHT | Emilien Faroudjia |
SZENENBILD | Julian Dubourg |
KOSTÜMBILD | Alice Eyssartier |
MASKE | Patricia Grant |
| Evie Hamels |
CASTING | Peti Misaila |
| Michael Biër |
MUSIK | Marco Meister |
| Arthur Brouns |
| Robert Meister |
TON | Jascha Viehl |
| Johan Maertens |
| Jürgen Schulz |
SCHNITT | Robert Sterna |
HERSTELLUNGSLEITUNG | Pierre Foulon |
PRODUKTIONSLEITUNG | Charlie Gurath |
PRODUZENTINNEN | Estella Suplit |
| Pauline Striebeck |
REDAKTION | Carolin Haasis (ARD Degeto Film) |
| Christoph Pellander (ARD Degeto Film) |
„Selling Sex“ ist eine Produktion von Mia Wallace Productions in Koproduktion mit Senator Film und Fontana Films im Auftrag der ARD Degeto Film für die ARD.
Nelly ist eine 25-jährige Studentin, die sich zwischen einem schlecht bezahlten Praktikum, einem Nebenjob und einem Alltag voller Unsicherheiten nach einem selbstbestimmten, finanziell stabilen Leben sehnt. Als sie in die Welt des Escorts eintaucht, entdeckt sie eine Seite an sich, die sie bislang nicht kannte. Doch je tiefer Nelly in diese Welt eintaucht, desto schwieriger wird es, ihre beiden Lebensrealitäten miteinander zu vereinbaren und herauszufinden, wer sie wirklich sein möchte.
Nelly entdeckt die Escort-Welt zunächst aus finanzieller Notwendigkeit heraus, erlebt dort aber auch Freiheit, Anerkennung und neue Perspektiven. Wie entwickelt sich Nelly zwischen den Erwartungen ihres Umfelds und dem Wunsch, ihren eigenen Weg zu gehen?
Ich glaube, Nelly beginnt ihre Reise aus einem Gefühl des Mangels heraus. Sie braucht Geld und sieht zunächst keine andere Möglichkeit. Doch je tiefer sie in diese Welt eintaucht, desto mehr merkt sie, dass sie dort nicht nur finanzielle Unabhängigkeit findet, sondern auch Selbstbewusstsein und eine Form von Kontrolle über ihr eigenes Leben. Gleichzeitig gerät sie immer wieder in einen Konflikt mit den Vorstellungen anderer Menschen darüber, wie eine junge Frau leben oder ihren Körper einsetzen „sollte“. Für mich ist Nelly deshalb keine Figur, die sich eindeutig emanzipiert oder scheitert. Sie bewegt sich ständig zwischen Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Zuschreibungen. Gerade diese Widersprüche machen sie für mich so spannend und menschlich.
In der letzten Folge präsentiert Ihre Figur Nelly ihre Masterarbeit und stellt klar: Sexarbeit ist Arbeit. Die Monetarisierung des Körpers, der Personalität und des Images in Person oder online ist ein Unternehmertum. Wie stehen Sie persönlich dazu?
Ich finde spannend, dass die Serie diese Frage überhaupt aufwirft und Raum für unterschiedliche Perspektiven lässt. Persönlich glaube ich, dass man sehr genau unterscheiden muss zwischen selbstbestimmter Sexarbeit und Situationen, in denen Menschen aus wirtschaftlichem Druck, fehlenden Alternativen oder unter Zwang handeln. Mir war wichtig, Nelly nicht zu bewerten, sondern sie als komplexe Figur ernst zu nehmen. Dass Menschen ihre Persönlichkeit, ihre Zeit oder ihr Image monetarisieren, erleben wir heute in vielen Bereichen – von Social Media über Influencer-Marketing bis hin zu klassischen Dienstleistungen. Gleichzeitig sollte man die besonderen körperlichen, emotionalen und gesellschaftlichen Dimensionen von Sexarbeit nicht ausblenden. Ich wünsche mir vor allem einen differenzierten Blick, der sowohl Selbstbestimmung respektiert als auch die Realität von Ausbeutung und Ungleichheit nicht ignoriert.
Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet, insbesondere auf die intimen Szenen? Gab es Gespräche, Recherchen oder Erfahrungen, die Ihnen geholfen haben, Nellys Perspektive besser zu verstehen?
Ich habe mich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, viele Gespräche geführt und unterschiedliche Erfahrungsberichte gelesen. Mir war wichtig zu verstehen, dass es nicht die eine Geschichte von Sexarbeit gibt, sondern ganz unterschiedliche Lebensrealitäten. Das hat mir geholfen, Nelly nicht auf ihren Beruf zu reduzieren, sondern ihre Wünsche, Ängste und Ambivalenzen zu verstehen. Für die intimen Szenen war eine gute Vorbereitung am Set entscheidend. Wir haben jede Szene genau besprochen und choreografiert. Dadurch entstand ein geschützter Rahmen, in dem sich alle Beteiligten sicher fühlen konnten. Das hat es mir ermöglicht, mich ganz auf die emotionale Situation der Figur zu konzentrieren. Letztlich ging es in diesen Szenen nie um Provokation, sondern darum, etwas über Nellys Entwicklung und ihre Beziehungen zu erzählen.
Liliana ist eine erfahrene Escort, die sich mit Professionalität und klaren Prinzipien in der unberechenbaren Welt von Selling Sex behauptet. Sie kennt die Regeln des Geschäfts und weiß, wie man Grenzen setzt und Risiken einschätzt. Für Nelly wird sie zu einer Freundin und Mentorin: Mit ihrer Erfahrung führt sie sie in die ungeschriebenen Gesetze des Escort-Milieus ein, warnt sie vor den Gefahren des Geschäfts und versucht, sie vor den Fehlern zu bewahren, die sie möglicherweise selbst gemacht hat.
Die Serie zeigt Frauen als Akteurinnen ihrer eigenen Entscheidungen und nicht als reine Projektionsflächen gesellschaftlicher Debatten. Wie wichtig ist Ihnen diese Perspektive?
Als Frau ist man leider oft eine Projektionsfläche. Irgenwie hat sich die Gesellschaft selbst das Recht gegeben, ständig etwas in Frauen hineinzuinterpretieren. Dabei ist eine Frau einfach vieles gleichzeitig, und was Menschen in ihr sehen, sagt oft mehr über sie selbst aus als über die Frau, die sie betrachten. Die Härte, das Urteil, die Erwartungen, das hat meistens mit den eigenen Ängsten oder Vorstellungen zu tun. Dass wir überhaupt immer noch solche Debatten führen müssen, zeigt eher, wie viel Arbeit als Gesellschaft noch vor uns liegt. Man sollte als Frau einfach sein dürfen, ohne ständig irgendeine Rolle erfüllen zu müssen, die andere einem zuschreiben. In Selling Sex geht es für mich um Frauen, die zuerst wissen, wer sie als Menschen sind. In einer Welt voller Vorurteile und Regeln muss man einfach sagen „fuck this shit“ und diese brechen. Frauen haben Charakter, Charme und unglaublichen Willen sowie Lebenslust. Uns ist es auch langsam egal, wer was projiziert.
Die Beziehung zwischen Nelly und Liliana ist von Solidarität und Freundschaft geprägt und nicht von Konkurrenz. Warum ist es wichtig, solche weiblichen Beziehungen auf dem Bildschirm zu zeigen?
Nelly und Liliana sind einfach füreinander da, auf einer menschlichen Ebene. Diese ganze billige Vorstellung von weiblicher Konkurrenz lebt meiner Meinung nach vor allem unter Menschen, die mit sich selbst nicht sicher sind. Kaputtes Ego, fehlende Selbstreflexion, Verweigerung von psychischer Arbeit. Unter Männern passiert genau das Gleiche, nur wurde es seit Beginn der Zeit eher als Kampf der Gewinner verkauft. Mittlerweile sieht man ziemlich schnell, wer an sich arbeitet und wer nicht. Wer eine gute Seele hat. Keine Lust hat, anderen wehzutun. Man kann selbstzerstörerisch sein und trotzdem Empathie besitzen. Wer viel durchgemacht hat und irgendwann aus der kindlichen Opferrolle herausgewachsen ist, versteht auch die Sorgen anderer. Man entwickelt Respekt. Und genau das haben Liliana und Nelly miteinander: gegenseitigen Respekt zwischen zwei erwachsenen Menschen. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein. Ich finde, jeder sollte das heutzutage verstanden haben und es nicht unbedingt erst auf dem Bildschirm sehen müssen. Aber anscheinend müssen wir uns manchmal doch gegenseitig daran erinnern.
Welche Klischees über Sexarbeit stellt die Serie Ihrer Meinung nach infrage?
Mir ist es wichtig, alles sehr realistisch zu betrachten und vor allem den Job für die junge Generation nicht nur zu romantisieren, sondern auch davor zu warnen. Sexarbeit jeder Art ist nun mal nicht für jeden. Ich finde es wichtig, dass der Fall von Liliana zeigt, dass wir uns nicht komplett belügen können und so tun, als gäbe es keine Probleme mit finanzieller Intelligenz oder schwierigen Lebensumständen. Oft wachsen Menschen ohne ein stabiles Vorbild oder ohne Sicherheit auf und treffen Entscheidungen, die man von außen schnell beurteilt, ohne ihre Geschichte zu kennen. Die Serie zeigt aber auch, dass dieser Beruf psychisch und körperlich ein Ablaufdatum haben kann. Man sollte die Auswirkungen nicht unterschätzen. Wenn man selbst das Produkt ist, das verkauft wird, hinterlässt das Spuren. Und das schnelle Geld kann einen reinziehen und manchmal nur schwer wieder loslassen. Man ist außerdem oft Gefahren ausgesetzt.
Viele Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter werden ausgebeutet oder sogar dazu gezwungen, diesen Job auszuüben, ohne jemals wirklich von dem Geld zu profitieren. Manchmal sind die Folgen so gravierend, dass Menschen in Drogen oder Alkoholkonsum abrutschen. Und oft bringen der Lifestyle, das Umfeld und der ständige Druck zusätzliche Herausforderungen mit sich. Gleichzeitig zeigt die Serie aber auch, dass es ein Leben danach gibt. Und vor allem währenddessen. Ich hoffe, dass dieser Beruf endlich normaler betrachtet werden kann. Leben wir wirklich immer noch in einer Welt, in der Menschen mit ihrem eigenen Körper nicht machen können, was sie wollen, ohne dafür gehasst oder verurteilt zu werden? Für mich gehört beides zusammen: Ehrlichkeit über die Schattenseiten und Respekt gegenüber den Menschen, die diesen Weg gehen oder gegangen sind.
Bonnie ist Nellys beste Freundin seit Kindertagen und studiert Mode. Während Nelly in die Welt des Escorts eintaucht, begibt sich Bonnie auf ihre ganz eigene Reise: Auf der Suche nach Selbstbestimmung und neuen Erfahrungen hinterfragt sie ihr bisheriges Liebesleben und erkundet ihre Sexualität abseits gesellschaftlicher Erwartungen. Von Nelly inspiriert findet sie zu neuer kreativer Stärke und entwickelt den Mut, ihre Wünsche und Ziele selbstbewusst zu verfolgen.
Welche Rolle spielen Freundschaft und Solidarität für Bonnie?
Für Bonnie ist die Freundschaft mit Nelly der Anker ihres Lebens. Die beiden sind seit dem Kindergarten unzertrennlich und haben eine tiefe, gewachsene Bindung. Bonnie bewundert Nelly zutiefst. Sie sieht in ihr eine inspirierende Persönlichkeit, die eine Entschlossenheit, ein Selbstbewusstsein und einen Mut an den Tag legt, die Bonnie für sich selbst noch sucht. Diese Freundschaft ist für Bonnie ein Spiegel und gleichzeitig ein Motor: Sie fühlt sich durch Nelly darin bestärkt, an ihren eigenen Träumen zu arbeiten.
Welche Entwicklung macht Bonnie im Verlauf der Serie durch?
Bonnie befindet sich an einem Punkt, an dem sie ihr bisheriges Datingleben grundlegend hinterfragen möchte. Sie hat genug von den immer gleichen oberflächlichen Begegnungen, mit der selben Art von Typen. Dieser Prozess öffnet sie für eine völlig neue Facette ihrer eigenen Persönlichkeit, die sie neugierig erkundet. Gleichzeitig wirkt Nellys Welt wie ein Katalysator auf sie: Inspiriert durch ihre Freundin findet Bonnie endlich den kreativen Funken für ihr Gesellenstück. Man sieht ihr dabei zu, wie sie aus dem Schatten tritt, zu einer selbstbewussten Frau heranreift und lernt, ihre Wünsche in Beziehungen klar zu kommunizieren und ihre berufliche Zukunft zielstrebig in die Hand zu nehmen.
Was unterscheidet Bonnie von Nelly, Liliana & Co. und was verbindet sie gleichzeitig mit ihnen?
Was Bonnie von den anderen Frauen unterscheidet, ist ihre spezifische Rolle: Während Nelly, Liliana & Co. als Anbieterinnen in der Sexarbeit agieren, wird Bonnie zur Kundin und nimmt damit eine völlig neue Perspektive ein. Was sie jedoch untrennbar mit ihnen verbindet, ist der radikale Anspruch an Selbstbestimmung. All diese Frauen eint der Wunsch, die volle Kontrolle über ihr Leben und ihre Entscheidungen zu behalten. Sie alle streben nach einer Form von Unabhängigkeit, in der sie ihre Sexualität (sei es als Dienstleistung oder als bewusste Erfahrung) aktiv, professionell und nach ihren eigenen Regeln einsetzen.
Alle Teile der Serie „Selling Sex“ sind im Presse-Vorführraum zur Ansicht verfügbar: www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/vorfuehrraum
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