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Stand: Mai/2026
Bienvenue – willkommen zu Hause! Als Bühnenstar aus Paris kommt Frida-Lovisa Hamann eigentlich nur für einen Tag in ihre sachsen-anhaltinische Heimat – doch das Leben hat andere Pläne mit ihr! Eine ungewöhnliche Geschichte über mutige Lebenswege und ungeplante Neuanfänge erzählt Regisseurin Christine Rogoll. Das Drehbuch zu dem ebenso lebensnah wie unterhaltsam erzählten Fernsehfilm schrieb das Autorinnenduo Constanze Behrends und Lena Gouverneur, die ein feines Händchen für Humor in kleinen Momenten zeigen. Steffi Kühnert und Lucie Heinze verkörpern starke Frauenfiguren – Kühnert als strenge Ex-Sportlerin und Heinze als selbstbewusste Kfz-Mechanikerin, die erst einmal lernen müssen, mit der Paris-Heimkehrerin gemeinsam an einem Strang zu ziehen…
Die Primaballerina Serafina Hopp (Frida-Lovisa Hamann) tanzt auf den großen Bühnen und wird in Paris als Star gefeiert. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters kehrt die 32-Jährige zur Beerdigung in ihre sachsen-anhaltinische Heimat zurück. Dort angekommen merkt die Wahl-Pariserin, dass ihre Familie sie jetzt braucht, denn Mama Christa (Steffi Kühnert) und Schwester Daniela (Lucie Heinze) kämpfen um das Überleben ihres Fitnessstudios. Christa, eine DDR-Kaderturnerin alter Schule, tut sich schwer mit den Anforderungen der jüngeren Kundschaft. Serafina will helfen, das Studio zu retten, doch um ihre Ideen umzusetzen, muss sie zunächst die Spannungen zwischen ihr und Schwester Daniela überwinden und auch ihre skeptische Mutter überzeugen. Unerwartet bringt auch die Begegnung mit dem attraktiven Steinmetz Mike (Marc Benjamin) ihr Gefühlsleben ins Wanken – und sie merkt, dass die Provinz ihr etwas anderes bietet als die Großstadt. Als Serafina kurz davor ist, in Paris alles zu verlieren, wofür sie einst Gerlau verlassen hatte, muss sie eine Entscheidung treffen: Paris oder Provinz?
BESETZUNG
CHRISTA HOPP | Steffi Kühnert |
SERAFINA HOPP | Frida-Lovisa Hamann |
DANIELA HOPP | Lucie Heinze |
STEINMETZ MIKE | Marc Benjamin |
TOTTI | Max Woelky |
KATLEEN | Anna Sophie Schindler |
BÜRGERMEISTER OLLI | Michael Berndt-Cananá |
GERALD | Horst Kotterba |
EMMA HOPP | Selma Suckfüll |
LEON | Johannes Degen |
BEA | Wenka von Mikulicz |
LILLY | Amy Binder |
LOTTI | Gina Binder |
HEINER BRAUER | Lutz Blochberger |
BARBARA | Christine Schmidt-Schaller |
HOLGER | Benedikt Kalcher |
| u.a. |
STAB
REGIE | Christine Rogoll |
BUCH | Constanze Behrends |
| Lena Gouverneur |
KAMERA | Alexander Palm (BVK) |
SCHNITT | Martin Wunschick |
LICHT | Andreas Kowol |
SZENENBILD | Astrid Poeschke |
KOSTÜMBILD | Markus Maria Ernst |
MASKE | Susann Wuwer-Kopsch |
| Christin Goy |
CASTING | Gabriele Jung |
MUSIK | Matthias Petsche |
TON | Christian Lutz |
HERSTELLUNGSLEITUNG | Andreas Born |
PRODUKTIONSLEITUNG | Thomas Rohde |
| Jonas Sticherling (ARD Degeto Film) |
PRODUZENT:IN | Gabriele Jung |
| Clemens Schaeffer |
REDAKTION | Stefan Kruppa (ARD Degeto Film) |
| Christoph Pellander (ARD Degeto Film) |
Gedreht wurde vom 08. Oktober bis 07. November 2024 in Sachsen-Anhalt.„Mensch Mutti!“ ist eine Produktion der NFP neue film produktion GmbH für die ARD im Auftrag der ARD Degeto für Das Erste.
Ehemalige DDR-Spitzenturnerin, diszipliniert, unnachgiebig – und geprägt von einem Leben, das plötzlich eine andere Richtung nehmen musste. Christa hat gelernt, dass Erfolg harte Arbeit bedeutet, und genau diesen Anspruch gibt sie kompromisslos an ihre Familie weiter.
Sie sind selbst in der DDR aufgewachsen – wie viel persönliche Erinnerung steckt in Ihrer Darstellung dieser disziplinierten, leistungsgeprägten Mutter?
Oh, allerhand, angefangen beim Trainingsanzug und der Trillerpfeife. Ich habe meine damalige Sportlehrerin nie anders gesehen, und sie war auch recht streng und hat Disziplin von uns gefordert.
Im Film prallen (DDR)-Leistungsdenken und heutige Selbstverwirklichung aufeinander – haben Sie das Gefühl, dass dieser Konflikt bis heute unterschätzt wird?
Es gibt ihn meiner Meinung nach noch, und hat Selbstverwirklichung nicht auch etwas mit Zielstrebigkeit, Disziplin und Willen zu tun? Das sollte man doch nicht voneinander trennen.
„Mensch Mutti“ erzählt auch von einer Mutter-Tochter-Beziehung unter Druck – was macht diese Dynamik für Sie so besonders?
Es geht darum, existenzielle Entscheidungen unter Druck zu treffen, zumal die Familie auch noch den Mann und Vater und Opa verloren hat. Alle Verantwortung lastet nun auf Christa und ihren Töchtern, das ist in jeder Hinsicht eine enorme Herausforderung! Eine Situation, in der die gesamte Familie, die gesamte Existenz bedroht ist.
Die Erfolgreiche, die gegangen ist – und plötzlich nicht mehr weiß, wohin sie gehört. Serafina hat es aus Gerlau bis nach Paris geschafft und lebt dort ihren Traum als Tänzerin. Doch hinter der glänzenden Fassade steht eine Frau, die immer wieder vor Konflikten flieht und sich schwer damit tut, Wurzeln zu schlagen. Die Rückkehr in ihre Heimat konfrontiert sie mit ihrer Vergangenheit, ihrer Familie und der Frage, ob ihr Lebensentwurf wirklich noch trägt. Unerwartet bringt auch die Begegnung mit dem attraktiven Steinmetz Mike ihr Gefühlsleben ins Wanken – und lässt sie die vermeintlich so einfache Provinz mit neuen Augen sehen.
Im Film prallen unterschiedliche Vorstellungen von Disziplin, Körperbild und Lebensstil aufeinander – wie aktuell ist dieser Konflikt aus Ihrer Sicht?
Wahrscheinlich aktueller denn je. Wen nehme ich zum Vorbild, welcher Gruppe fühle ich mich zugehörig, welcher Strömung schließe ich mich an? Durch soziale Medien ist die Welt, die sich jedem Individuum auftut, unendlich geworden, und gleichzeitig bleiben die Umstände, unter denen ich lebe, mein Umfeld, ganz real. Somit entstehen große Diskrepanzen, die zur Zerreißprobe für den Einzelnen werden können.
Sie mussten für Ihre Rolle eine Primaballerina glaubwürdig darstellen – wie haben Sie sich darauf vorbereitet?
Ich hatte das große Glück, mich mit der Choreografin Anne Hamann und der Tänzerin Evelyn Weinzettl auf die Tanzszenen vorbereiten zu können und auch während des Drehs von den beiden sehr unterstützt zu werden. Am Ende waren wir alle glücklich, dass die (wenigen) Tanzszenen so gut aufgegangen sind.
Der Film stellt die Frage: Karriere oder Familie. Ist das aus Ihrer Sicht wirklich eine Entscheidung – oder eher ein gesellschaftlicher Druck, der vor allem Frauen trifft?
Beides. Einerseits glaube ich daran, dass Karriere und Familie zusammen möglich sind. Dabei stellt sich ja auch immer individuell die Frage danach, was ich unter Karriere und auch Familie verstehe. Für mich ist es am wichtigsten, zwischen den Welten abwechseln und beide Bereiche intensiv erleben zu können. Andererseits gibt es nach wie vor viele Hürden, die speziell Frauen in den Weg gelegt werden, wenn sie versuchen, ihren Wünschen entsprechend, zu leben. Da braucht es noch viel mehr Aufmerksamkeit und strukturelle Veränderungen, denke ich.
Bodenständig, angepasst und scheinbar zufrieden – Daniela hat früh entschieden, ihre Ansprüche herunterzuschrauben, um nicht mehr enttäuscht zu werden. Während ihre Schwester die große Welt erobert, bleibt sie in Gerlau, führt ein ruhiges Leben zwischen Familie, Werkstatt und Dorfalltag.
Daniela trägt viel unausgesprochene Wut in sich – was hat Sie an dieser Figur besonders gereizt?
Ich liebe Danielas Selbstverständlichkeit. Sie hat einfach das Herz am richtigen Fleck und ist für die Menschen im Dorf eine echte Bereicherung. Ich werkel selbst auch total gern – und jeden Tag den Blaumann zu tragen, war für mich eine richtig schöne Abwechslung.
Die Werkstatt ist für sie auch ein Ort, um Dampf abzulassen. Und ihre Tochter und Totti sind neben ihrer „Mutti“ natürlich ihre größten Schätze.
Zwischen den Schwestern liegt viel unausgesprochener Vorwurf: Wer hat das „richtige“ Leben gewählt? Gibt es darauf für Sie überhaupt eine Antwort?
Ich finde, jede und jeder muss seinen eigenen Weg gehen und versuchen, auf die eigene innere Stimme zu hören und ihr zu vertrauen. Wege können sich ja auch wieder kreuzen – und plötzlich geht man gemeinsam weiter, so wie bei den beiden Schwestern. Für mich gibt es da kein richtig oder falsch. Man muss eine Entscheidung treffen und dann losgehen.
Viele kennen dieses Gefühl: Die einen gehen in die große Welt, die anderen bleiben und halten alles zusammen. Wird diese Entscheidung gesellschaftlich zu wenig wertgeschätzt?
Gesellschaftliches Empfinden ist ja immer sehr individuell – niemand steckt wirklich in der Haut eines anderen. Aber ich finde es schon traurig, wenn in einer Familie alles an einer Person hängen bleibt und die daran irgendwann untergeht. Das ist einfach nicht fair.
Der Film „Mensch Mutti!“ ist im Presse-Vorführraum zur Ansicht verfügbar: www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/vorfuehrraum
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