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Stand: Juli 2026
Was mit einer beruflichen Bewährungsprobe beginnt, öffnet Morgane Ferru in der romantischen Komödie neue Türen: Mit Neugier, Enthusiasmus und Empathie stürzt sich eine junge Insolvenzanwältin in die faszinierende Welt der Austernzucht und lernt die bretonische Lebensart kennen. Mit einer starken Frauenfigur im Zentrum adaptierte Birgit Maiwald den Roman „Mittwochs am Meer“ von Alexander Oetker. Während David Vormweg als Einheimischer die Protagonistin in ihrer Mission bestärkt, muss diese sich von Margarita Broich als knallharter Chefin und übergriffige Mutter emanzipieren. Lebensnah gezeichnete Charaktere und ein liebevolles Gespür für die regionalen Eigenarten verbindet Regisseurin Christine Rogoll zu einem unterhaltsamen Fernsehfilm.
So schön und malerisch die bretonische Hafenstadt Cancale sich ihren Besuchern zeigt, so holprig gestaltet sich bereits die Anreise für die junge Anwältin Lissi Strack (Morgane Ferru). Sie reist mit ihrer Mutter Silvia (Margarita Broich), einer taffen Inhaberin einer international renommierten Fachkanzlei für Insolvenzen, die in Cancale eine ansässige Austernzucht sanieren oder alternativ kurz und bündig abwickeln möchte. Als Silvia bei der Anreise ein Malheur passiert und sie von dem jungen Alain Demur (David Vormweg) angefahren wird, bleibt ihr nichts anderes übrig, als die Rückreise anzutreten. Für Lissi eröffnet sich damit die Chance, für Silvia einzuspringen, eigenständig einen Investor zu finden und sich so endlich vor ihrer Mutter zu beweisen. Leichter gesagt als getan: Denn die Belegschaft zeigt sich kämpferisch und wenig kooperativ – so sehr Lissi auch versucht, eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung zu finden. Allen voran die Büroleiterin Marianne Le Goeff (Susi Stach) und der streitlustige Betriebsrat Victor Demur (Filip Peeters) lassen sich nur schwer von Lissis Ideen überzeugen: Es soll gefälligst alles bleiben, wie es ist. Immerhin: Einer scheint Lissi zu verstehen, an ihre guten Absichten zu glauben und mehr noch … oder spielt auch Alain, Victors Neffe, nur ein Spiel mit ihr?
BESETZUNG
ELISABETH „LISSI“ STRACK | Morgane Ferru |
ALAIN DEMUR | David Vormweg |
SILVIA STRACK | Margarita Broich |
MARIANNE LE GOEFF | Susi Stach |
VICTOR DEMUR | Filip Peeters |
SERGE VIAL | Anian Zollner |
AVA STRACK | Zoë Elea Baier |
JEAN | Liliom Lewald |
BRIAC | Guillaume Thierry |
STAN BRONDBY | Ruben Brinkman |
ARZT | Alexis Loret |
GISELLE | Anita Gillier |
REZEPTIONISTIN | Adeline Moreau |
POLIZIST | Fabrice Herbaut |
TAXIFAHRER | Olivier Clenet |
| u.a. |
STAB
REGIE | Christine Rogoll |
BUCH | Birgit Maiwald |
| nach Motiven des Romans „Mittwochs am Meer“ von Alexander Oetker |
KAMERA | Alexander Palm (BVK) |
LICHT | Julien Brumauld |
SZENENBILD | Jan Keuthmann |
KOSTÜMBILD | Susann Günther |
MASKE | Isabelle Goulliart |
| Mathieu Capmarty |
CASTING | Johanna Hellwig |
MUSIK | Matthias Petsche |
TON | Dominique Rueff |
SCHNITT | Martin Wunschick |
HERSTELLUNGSLEITUNG | Michael Tinney |
PRODUKTIONSLEITUNG | Volker Hahn |
| Julien Gayot (Frankreich) |
| Jonas Sticherling (ARD Degeto Film) |
PRODUCER | Felix Schwegler |
PRODUZENTIN | Ariane Krampe |
REDAKTION | Stefan Kruppa (ARD Degeto Film) |
| Christoph Pellander (ARD Degeto Film) |
Gedreht wurde vom 07. Oktober bis 04. November 2025 in der Bretagne. „Liebe braucht Meer“ ist eine Produktion der Bantry Bay Productions GmbH im Auftrag der ARD Degeto Film.
Was macht die Geschichte in „Liebe braucht Meer“ für Sie so besonders?
Es ist eine liebevoll erzählte Geschichte über Zusammenhalt und den gemeinsamen Kampf für eine Sache. Dazu eine Prise Humor und vor allem eine wunderschöne Kulisse: der Norden der Bretagne. Wo mich sonst oft Gegensätze an einer Rolle interessieren, hat mich bei Lissi eine Gemeinsamkeit dazu gebracht, sie spielen zu wollen: ihre und meine Begeisterungsfähigkeit und Liebe zum Meer.
Haben Sie das Öffnen einer Auster bei den Dreharbeiten gelernt?
Das Austernöffnen wurde mir schon in sehr jungen Jahren von meinem Vater beigebracht. Meine französische Familie liebt Austern und seit Kindesalter wird mir im Sommer am Atlantik das genussvolle Verzehren von Austern vorgelebt. Ich muss zugeben, ich war früher nie besonders davon angetan, aber durch die Dreharbeiten hat sich das geändert. Wir haben uns so viel mit den Austern beschäftigt, die in der Bretagne schon immer zu den Grundnahrungsmitteln gehören, dass ich sie heute anders genießen kann – vor allem, wenn ich am Meer bin.
Welche Rolle spielt das Meer in Ihrem Leben?
Das Meer und der Ozean haben schon immer eine große Anziehungskraft auf mich ausgeübt. Ich habe jeden Sommer meines Lebens am Atlantik verbracht und fühle mich körperlich nirgends so wohl wie dort. Daher könnte ich mir durchaus vorstellen, irgendwann am Atlantik zu leben. Aber ich bin auch Stadtkind und genieße zurzeit das Stadtleben.
Wenn Sie an die Dreharbeiten denken, was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Es war in jeglicher Hinsicht ein genussvoller Dreh. Wir hatten ein fantastisches Catering, das ganze Team hat sich immer auf das Mittagessen gefreut und war danach für den Rest des Tages beseelt. Die Drehorte bleiben mir auch in lebhafter Erinnerung. Durch die Austernbänke waten zu dürfen und dabei die Gezeiten so unmittelbar am eigenen Körper zu spüren, war sehr besonders. Und das wunderbare deutsch-französische Team, vor und hinter der Kamera, ist mir in Erinnerung geblieben. Es ist für mich sehr schön, von meinen beiden Muttersprachen während der Arbeit umgeben zu sein. Jetzt wäre der nächste Schritt nur noch, auch auf Französisch zu spielen.
Wie würden Sie Alain beschreiben?
Alain ist ein sehr loyaler, liebevoller Mensch, der die Einzigartigkeit seiner Region der Welt zeigen möchte. Akribisch sucht er dafür täglich die besten Zutaten für seine Gäste im „Chaussure perdu“.
Alain scheint Lissi auf Anhieb zu mögen und doch lässt er sich wider Willen auf die Bitte ein, Lissi über ihre Pläne, die am Ende über den Fortbestand der Firma entscheiden, auszuhorchen. Warum ist er dazu bereit, was macht das mit ihm?
Es ist natürlich ein Drahtseilakt für Alain, zwischen seinen Gefühlen zu Lissi und der Verantwortung seiner Familie gegenüber, den richtigen Weg zu finden. Doch, weil am Familienbetrieb so viele Schicksale hängen, kann er gar nicht anders, als im Sinne seiner Familie und Freund:innen in der Firma zu denken und zu handeln. Durch dieses Chaos versucht Alain seinen Weg zu finden.
Die Tanzszenen sind sehr besonders. Mussten Sie lange für die Szenen proben? Tanzen Sie persönlich gerne?
Ich tanze sehr gerne. Der traditionelle bretonische Tanz ist definitiv herausfordernd und wir haben die Proben in der Sporthalle von Cancale sicher gebraucht.
Was war Ihr spezieller Bretagne-Moment?
Mit den Kollegen vom berühmten Sprungturm von St. Malo an der Plage de Bon-Secours direkt unterhalb der Stadtmauer ins Meer zu springen und im Anschluss einen Kakao in einem Café zu schlürfen.
Welche Aspekte an dem Drehbuch und an der Geschichte hat sie begeistert?
Zunächst einmal fand ich es natürlich spannend, etwas kennenzulernen, worüber ich bis dahin kaum etwas wusste. Ich kannte weder die Bretagne noch die Welt der Austernzucht. Aber das Wichtigste waren wohl die wunderbaren Figuren in diesem Drehbuch. Alle sind präzise und liebevoll erzählt und haben alle auch immer ein Augenzwinkern.
Was macht für Sie eine gute Mutter aus – und kann das immer gelingen?
Ich bin Mutter von Söhnen, aber natürlich sind die großen und kleinen Konflikte ähnlich. Fragen Sie meine Kinder… Ich war schon oft genauso übergriffig und anstrengend wie Frau Strack, aber man muss lernen, sich auch mal nicht einzumischen.
Lissi hat mit ihrer Mutter bereits 29 Firmen abgewickelt, versucht aber, ihren eigenen Weg zu gehen und Dinge anders zu machen. Wie war das bei Ihnen?
Wenn meine Eltern mir sagten, ich solle rechts gehen, bin ich in jedem Fall links gegangen. Man kann seinen Kindern keine Abkürzungen zeigen, sie müssen Umwege machen. Ab einem gewissen Alter sollten die Eltern von den Kindern lernen, nicht umgekehrt.
Sie haben schon einmal mit Morgane Ferru in der Mutter-Tochter-Konstellation vor der Kamera gestanden. Hilft es bei der Arbeit, wenn man sich schon kennt?
Beim Erarbeiten der Figuren sicher weniger als beim Spielen selbst. Ich liebe die Art, wie Morgane spielt. Ich könnte ihr ewig zusehen. Mit ihr zu arbeiten, ist das reine Vergnügen.
Silvia Strack eilt in ihrer Funktion als Inhaberin einer international renommierten Fachkanzlei für Insolvenzen der Ruf als „Drache“ voraus. Wie erleben Sie das: Müssen Frauen sich immer noch stärker beweisen, um in ihrem Beruf als kompetent und erfolgreich wahrgenommen zu werden?
In meiner Generation mussten Frauen in solchen Positionen die „besseren Männer“ sein, wenn sie Erfolg haben wollten. Heute ist das gottlob anders.
Nicht nur, weil ich die Bretagne liebe, löste der von Alexander Oetker sehr sinnlich geschriebene Roman 'Mittwochs am Meer' sofort Urlaubsgefühle bei mir aus. Auch dass die Region nicht nur weichgespülter Sehnsuchtsort war, hat mich interessiert. Wie in der Wirklichkeit kämpft sie mit den dunklen Wolken wirtschaftlicher Probleme. Aus Oetkers Originalfigur des Insolvenzverwalters, der in einen Konflikt zwischen seinen Aufgaben und dem Charme von Region und Bewohnern gerät, habe ich eine Frau gemacht, die sich auch privat behaupten muss. Dabei helfen ihr die eigenwilligen Bretonen, die sie kennenlernt – ähnlich wie die Bewohner des bekannten gallischen Dorfs. Weil die Nebenfiguren so wichtig für Leichtigkeit und Humor der Geschichte sind, hat mich deren treffende Besetzung sehr gefreut. Wie bei jeder Adaption bedeutet die Drehbucharbeit hier, ein Gleichgewicht zu finden zwischen neuen Ideen und der wunderbaren Vorlage, die ein Romanautor mit viel Herz geschaffen hat.
Als wir die kleine Austernfabrik in Cancale entdeckt haben, war sofort klar, dass sie der perfekte Drehort ist. Mich haben die Menschen und ihre Leidenschaft für ihr Handwerk beeindruckt. Um diese Welt möglichst authentisch zu erzählen, haben wir die Mitarbeiter mehrere Tage begleitet und viele von ihnen direkt für kleine Rollen vor der Kamera gecastet. Diese Echtheit verleiht dem Film seine besondere Atmosphäre, so hoffe ich.
Cancale, eine kleine, idyllische Hafenstadt, ist die Austern-Hauptstadt der Bretagne. Die Austernzucht lässt sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Schon die Römer liebten die Meeresfrucht. In Cancale werden unter anderem Belon-Austern, Pazifische Austern und die großen „Pieds de cheval“ serviert – der Name bedeutet übersetzt „Pferdefüße“ und bezieht sich auf ihre große, runde Schale.
2019 wurden die Austern von Cancale auf die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Seit 2021 sind die Austern von Cancale biozertifiziert.
Austern sind kleine Naturfilter: Eine einzelne Auster kann unter bestimmten Bedingungen bis zu 50 Gallonen Wasser pro Tag filtern – also rund 190 Liter. Dadurch verbessern Austernriffe die Wasserqualität und schaffen Lebensraum für andere Meeresbewohner.
In der Austernzucht müssen Austern nicht gefüttert werden. Sie holen sich ihre Nahrung selbst aus dem Wasser, indem sie Phytoplankton herausfiltern – ziemlich nachhaltige Feinschmeckerinnen also.
Viele Austernarten können im Laufe ihres Lebens das Geschlecht wechseln. Die Europäische Auster gilt als „alternierende Hermaphroditin“ und kann sogar mehrfach im Leben das Geschlecht ändern.
Austern leben stark im Rhythmus der Gezeiten: In der Bretagne ziehen sich die Wassermassen regelmäßig zurück, die Austernparks werden sichtbar – und die Arbeit beginnt oft dort, wo wenige Stunden später wieder Meer ist.
Frische Austern werden lebend gegessen. Man erkennt sie am angenehmen, frischen Geruch nach Meer und an einer fest geschlossenen Schale. Lebende Muscheln schließen sich sofort, wenn sie berührt werden oder wenn man sie mit etwas Zitronensaft beträufelt. Wenn die Auster tot ist, darf man sie nicht mehr essen.
Die klassische Art, Austern zu essen: Roh, frisch mit einem Spritzer Zitronensaft, mit einer Prise Pfeffer oder Vinaigrette aus Schalotten und Weinessig.
Der Film „Liebe braucht Meer“ ist im Presse-Vorführraum zur Ansicht verfügbar: www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/vorfuehrraum
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