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Medien
  • ARD
  •  | Helmut Fischer



















Team Zürich ermittelt

TATORT: KÖNIGE DER NACHT

SONNTAG, 3. MAI 2026 | 20:15 UHR | DAS ERSTE AB 21:45 UHR | ARD MEDIATHEK
  • Bild: SRF/Sava Hlavacek

Stand: März/2026

Inhalt

Eine überfahrene Kriegsgeflüchtete, ein ermordeter Sexarbeiter und ein angesehener Richter, der Liebe mit Geld zu kaufen können glaubt – in ihrem elften Fall müssen Anna Pieri Zuercher und Carol Schuler als Zürcher Ermittlerinnenduo sich auf ihre Professionalität besinnen, um die Härten ihres Berufs zu bewältigen. Drehbuchautor Mathias Schnelting thematisiert Ausbeutungsverhältnisse und Unmenschlichkeit vor dem Hintergrund der Schweizer Asyl- und Migrationspolitik. Mit präziser Schauspielführung inszenierte der Schweizer Hollywood-Regisseur Claudio Fäh seine „Tatort“-Premiere mit Thriller-Elementen. Als mutige Zeugin in Gefahr steht die südafrikanische Schauspielerin und Aktivistin Nambitha Ben-Mazwi im Zentrum der ebenso berührenden wie spannenden Krimihandlung.

Eine Pizzalieferung in Zürich zu später Stunde, eigentlich Routine für die Fahrradkurierin Moya Alemu (Nambitha Ben-Mazwi). Dabei beobachtet sie jedoch zwei Vermummte beim Abtransport einer Leiche und entkommt den Tätern nur knapp. Zur Polizei gehen – das kann Moya als illegale Migrantin nicht. Sie jobbt unter dem Namen ihrer Freundin Sanaa Mukambo (Nancy Mensah-Offei), die sie und ihren Jungen Yaro (André Nkot Olinga) heimlich bei sich wohnen lässt.

Als am nächsten Tag die Leiche des Callboys Ruben (Yves Weckemann) am Limmatufer gefunden wird, erkennt Moya das Opfer. Während die Zeugin um ihr Leben fürchtet, übernehmen die Ermittlerinnen Ott (Carol Schuler) und Grandjean (Anna Pieri Zuercher) den Fall. Zu ihrem Team stößt neu Justus Reynier (Basil Eidenbenz), den Noah Löwenherz (Aaron Arens) als Vertretung einarbeitet. Eine erste Spur führt zu einem „Sugardaddy“ von Ruben: dem angesehenen Richter Dr. Urs Jacobi (Stefan Merki). Als Sanaa kurz darauf von einem Auto tödlich angefahren wird, erkennt Ott den fatalen Zusammenhang. Mit ihrer Kollegin Grandjean lässt sie sich etwas einfallen, um Moya und Yaro in Sicherheit zu bringen. Die Kommissarinnen ahnen jedoch nicht, wie nahe ihnen einer der Täter ist!



  • Bild: SRF/Sava Hlavacek

BESETZUNG & STAB

Besetzung

TESSA OTT
Carol Schuler
ISABELLE GRANDJEAN
Anna Pieri Zuercher
ANITA WEGENAST
Rachel Braunschweig
NOAH LÖWENHERZ
Aaron Arens
MILAN MANDIC
Igor Kovac
MOYA ALEMU
Nambitha Ben-Mazwi
JUSTUS REYNIER
Basil Eidenbenz
CHRISTIAN BROCK
Liliom Lewald
MARCEL DE WINTER
Tim Borys
YARO ALEMU
André Nkot Olinga
RUBEN JOVANOV
Yves Weckemann
LUKAS KELLER
Yusuf Arslan
DR. URS JACOBI
Stefan Merki
SANAA MUKAMBO
Nancy Mensah-Offei
EVELYN JACOBI
Dagny Gioulami

u.v.a.
  • Bild: SRF/Sava Hlavacek

Stab

REGIE
Claudio Fäh
BUCH
Mathias Schnelting
KAMERA
Tobias Dengler
LICHT
Ernst Brunner
SZENENBILD
Viviane Rapp
KOSTÜMBILD
Markus Karkhof
MASKE
Marc Hollenstein
CASTING
Nora Leibundgut

Mirjam Schilliger
MUSIK
Mirjam Skal
TON
Patrick Storck

Marco Teufen
SCHNITT
Cécile Welter
1ST. AD
Thomas Kaufmann
AUFNAHMELEITUNG
Regula Begert
PRODUKTIONSLEITUNG
Andrea Blaser
PRODUKTION
Ivan Madeo

Anke Beining-Wellhausen
REDAKTION
Fabienne Andreoli (SRF)

Gabriella de Gara (SRF)

Birgit Titze (ARD DEGETO)

Gedreht wurde von 1.9.25 bis 1.10.25 in Zürich und Umgebung. „Tatort: Könige der Nacht“ ist eine Produktion der Contrast Film für den SRF in Lizenz der ARD Degeto Film für die ARD.

  • Bild: SRF/Sava Hlavacek

INTERVIEWS

Fragen an Carol Schuler

als Kommissarin Tessa Ott

Im neuen „Tatort“ sagt Tessa gleich zu Beginn: „Wir kommen wie immer zu spät.“ Ist das Ausdruck eines akuten Moments – oder steckt dahinter ein tieferliegender Zweifel an ihrem Beruf und an dem, was sie als Ermittlerin bewirken kann?

Der Satz birgt Tessas Zweifel, ob sie mit ihrem Beruf wirklich etwas verändern kann. Aber sie hadert für mich nicht erst in diesem Moment mit ihrem Beruf. Seit der ersten Folge zieht sich dieser rote Faden durch ihren Charakter.

Tessa kann ihre Emotionen nicht abschalten – und sie will es auch nicht. Sie versucht, auch als Polizistin stets Mensch zu bleiben. Aber gerade in dieser Folge wird ihre Menschlichkeit auf die Probe gestellt, als sie in Konflikt mit dem Asylgesetz gerät. Denn für Tessa sind Geflüchtete keine Akten oder Statistiken – es sind Menschen, deren Zukunft von administrativen Entscheidungen abhängt. Für sie ist es ein schmerzhaftes Bewusstsein, dass sie Teil dieser oft ungerechten Struktur ist.

Tessa stammt aus einer elitären Gesellschaftsschicht, in der man eher unter sich bleibt und sich abschottet, sie aber setzt sich klar für Saana und ihren Jungen ein, die illegal in Zürich leben. Was sagt das über ihr Verständnis von gesellschaftlicher Gerechtigkeit insbesondere in Bezug auf Zuwanderung aus? Spielt das Bewusstsein eigener Privilegien dabei eine Rolle?

Tessa kommt aus einer Welt, die von globalen Ungleichheiten profitiert und gleichzeitig so tut, als hätte sie mit Fluchtursachen nichts zu tun. Und genau deshalb möchte sie sich auf die Seite von Saana und Yaro stellen. Sie versteht Gerechtigkeit nicht als etwas, das innerhalb von Gesetzen existiert, sondern als etwas, das dort beginnt, wo Gesetze Menschen ausschließen.

Ihr Bewusstsein für die eigenen Privilegien spielt dabei eine große Rolle, nicht im Sinne von Schuld, sondern von Verantwortung. Ihr ist klar, dass sie ihre Privilegien nicht verdient hat, sondern geerbt. Daraus wächst für sie die Frage: Was mache ich damit?

Als Staatsdienerin ist Tessa dem Gesetz verpflichtet – und folgt doch ihrem eigenen moralischen Kompass. Wo stößt sie im Berufsalltag an innere Grenzen? Und warum bringt sie dieser Konflikt immer wieder ins Hadern?

Das Gesetz verlangt Klarheit: legal oder illegal. Die Realität der Menschen, mit denen Tessa in diesem Fall zu tun hat, ist jedoch alles andere als klar. Sie ist geprägt von Flucht, Verlust, Gewalt und Hoffnung.

Ihr Hadern entsteht dort, wo sie erkennt, dass sie als Staatsdienerin Teil eines Systems ist, das Menschen kriminalisiert, die eigentlich Schutz suchen. Ihr Handlungsspielraum ist begrenzt, und sie weiß, dass sie wenig tun kann. Sie hadert also nicht nur mit dem Gesetz, sondern vor allem mit sich selbst – mit dem eigenen Gefühl der Ohnmacht in einem ungerechten System.



  • Bild: SRF/Sava Hlavacek

Fragen an Anna Pieri-Zuercher

als Kommissarin Isabelle Grandjean

Isabelle wirkt im neuen Film streckenweise sichtbar mitgenommen, etwa wenn sie sagt: „Zwei Tote in zwei Nächten.“ Was löst diese Verdichtung von Gewalt in ihr aus? Geht es um berufliche Überforderung – oder um eine tiefere Erschütterung?

Es ist nicht wirklich ein zentrales Thema im Film, aber diese Verdichtung erzeugt schon eine gewisse Spannung bei Isabelle. Zwei Tote in so kurzer Zeit machen deutlich, wie schnell sich ein Fall zuspitzen kann.

Ich würde sagen, es geht weniger um berufliche Überforderung als darum, dass die Gewalt plötzlich sehr konkret und nah wird. Das lässt sie natürlich nicht unberührt, auch wenn sie weiterhin funktioniert und ihren Job macht. Isabelle ist jemand, der versucht, die Kontrolle zu behalten – aber solche Momente erinnern sie daran, wie fragil diese Kontrolle manchmal ist.

Isabelle wird von einem Verdächtigen von einem Baugerüst gestoßen. Dieser kurze Augenblick des Sturzes; ein Moment, der über Leben oder Tod entscheidet. Welche Extremsituationen gehören zu Isabelles Job und wie geht sie mit solchen Situationen um?

Solche Situationen gehören leider zu ihrem Alltag. Isabelle arbeitet in einem Umfeld, in dem Gefahr jederzeit entstehen kann, und sie hat gelernt, ruhig zu bleiben und schnell zu reagieren. Das ist Teil ihres Berufs und etwas, das sie sich über die Jahre angeeignet hat.

Sie inszeniert sich dabei nicht als Heldin, sie handelt einfach und macht weiter. Dieser Moment des Sturzes zeigt sehr klar, wie schnell alles kippen kann und wie nah Risiko und Routine manchmal beieinanderliegen. Gerade solche Augenblicke machen deutlich, wie wenig selbstverständlich Sicherheit in diesem Beruf ist.

Die Affäre mit Milan wirkt zärtlich, fast wie ein emotionaler Anker inmitten der Härte des Falls. Was sucht Isabelle in dieser Beziehung? Und was erzählt sie über ihre aktuelle innere Verfassung?

Mit Milan findet sie Momente von Ruhe und Einfachheit. In ihrem sonst sehr kontrollierten und angespannten Alltag ist diese Beziehung wie kleine emotionale Pausen.

Sie zeigt auch, dass Isabelle gerade ein Bedürfnis nach Nähe, Vertrauen und einem Ort hat, an dem sie einfach sie selbst sein kann – ohne Rolle, ohne Verantwortung. Gerade weil ihr Beruf so viel Konzentration und Kontrolle verlangt, werden solche stillen Momente für sie besonders wichtig.



  • Bild: SRF/Sava Hlavacek

Fragen an Aaron Arens

als Noah Löwenherz

Noah hat sein Sabbatical sorgfältig vorbereitet – inklusive personeller Vertretung. Große Vorfreude, doch dann…?

… merkt er, dass die jahrelange Belastung, die das Sabbatical eben notwendig macht, ihn hat nachlässig werden lassen. Wie immer hat er zwar alles bis ins Detail durchgeplant, doch ausgerechnet seine personelle Vertretung hat er nicht gründlich genug überprüft. Und plötzlich ist er nicht entlastet, sondern mitverantwortlich für vieles, was hier passiert. Statt Ruhe und Weiterbildung erwarten ihn jetzt noch mehr Arbeit und Verantwortung.

Special Agent Lionheart mit internationaler Perspektive – oder eine gechillte Auszeit fern vom Polizeialltag: Wohin zieht es Noah wirklich? Steht er zwischen Karriereaufbruch und persönlicher Erschöpfung?

Noah hat schon oft Angebote von großen US Techfirmen erhalten, sich aber immer entschieden zu bleiben. Die Arbeit hier empfindet er trotz dauerhafter Überlastung als sinnstiftend. Ein Karrierewechsel ist für ihn deshalb auch jetzt keine wirkliche Option.

Gleichzeitig ist Noah sehr neugierig und daran interessiert, sich weiterzubilden. Er hat den Anspruch, immer effizienter zu werden und seine Arbeit noch präziser zu machen. Seine Vorstellung vom Sabbatical ist daher kein klassisches „Chillen“, sondern eher die in Form des „upskillings“. Das ist nun mal Noahs Fluch: Sein Beruf ist zugleich auch seine Leidenschaft.

„Außendienst wäre wirklich gar nichts für mich“ – Was bedeutet ihm die Sicherheit des Polizeireviers und was macht es mit ihm, als ein Eindringling plötzlich in seine Welt vorstößt?

Für Noah ist das Revier ein Ort der Kontrolle. Hier kann er Dinge ordnen, analysieren und auf Distanz halten. Er arbeitet lieber mit Überblick als mit unmittelbarem Risiko, lieber im Denken als im direkten Handeln.

Als plötzlich jemand in genau diese geschützte Welt eindringt, gerät sein Selbstverständnis ins Wanken. Noah merkt, wie sehr er sich auf diese vermeintliche Kontrolle verlassen hat und wie schnell ihm alles entgleiten kann. Die Dinge kommen ihm plötzlich viel näher, als ihm lieb ist.

Dass das ausgerechnet selbstverschuldet ist, trifft ihn persönlich und erschüttert sein Selbstbild als jemand, der eigentlich immer alles im Griff hat.

  • Bild: SRF/Sava Hlavacek

Der „Tatort: Könige der Nacht“ ist im Presse-Vorführraum zur Ansicht verfügbar: programpresse.ard.de

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Texte
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