
Stand: August 2026
Zu Beginn des neuen Ausstrahlungsblocks zeigt Das Erste vier bisher nicht ausgestrahlte Folgen aus Staffel 38. Eine davon, „Zwischen den Fronten“, bewegt sich genau dort: Ein von Fremdenfeindlichkeit getriebenes Vater-Sohn-Gespann wird unter Polizeischutz gestellt und lässt seine rassistischen Ressentiments dabei auch an Lukas Petersen (Patrick Abozen) aus. Anschließend wird die 39. und damit die Jubiläumsstaffel des „Großstadtrevier“ gezeigt: 40 Jahre, nachdem am 16. Dezember 1986 die erste Folge lief, tritt in der Jubiläumswoche das Ermittler-Duo Bente Hinrichs (Sinha Melina Gierke) und Lukas Petersen (Patrick Abozen) in der hochemotionalen Episode „Die einfachste Lösung“ an. In „Gegen den Wind“ schreckt das Team des PK 14 im Falle einer Entführung bei der Marine selbst vor einer Zusammenarbeit mit dem Militärischen Abschirmdienst nicht zurück. Persönlich und auch privat wird es in zwei weiteren Folgen. In „Zündstoff“ kommen die Zuschauerinnen und Zuschauer Daniel Schirmer (Sven Fricke) und seiner Frau, der Lehrerin Caro Schirmer (Daniela Saal), näher, als an deren Schule ein Brandanschlag verübt wird und beide im Laufe der Ermittlungen vor eine tiefgreifende Entscheidung gestellt werden: Können sie gemeinsam einen Teenager auffangen, der mit vielen Problemen zu kämpfen hat? Zu kämpfen hat auch Lukas Petersen: Seine Teampartnerin Bente Hinrichs wird während einer Verkehrskontrolle angeschossen, als er gerade nicht in ihrer Nähe ist. Dem Täter könnte „Der Prozess“ gemacht werden, doch seine Komplizen schüchtern den Hauptbelastungszeugen massiv ein ...
In Staffel 40 wird der Wachhabende Tarkan Yildiz (Özgür Karadeniz) das PK 14 verlassen und aus familiären Gründen in die Türkei zurückkehren. Zurück bleibt der Kickertisch, den Tarkan zu seinem Dienstantritt mitbrachte. An diesem landen die Kolleginnen und Kollegen wie bei ihren Fällen weiterhin viele Treffer – das ist sicher.
FRAU KÜPPERS | Saskia Fischer |
HARRY MÖLLER | Maria Ketikidou |
NILS SANCHEZ | Enrique Fiß |
LUKAS PETERSEN | Patrick Abozen |
BENTE HINRICHS | Sinha Melina Gierke |
DANIEL SCHIRMER | Sven Fricke |
TARKAN YILDIZ | Özgür Karadeniz |
RIKE KRUSE | Sofie Junker (Folgen 523 – 526) |
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UNÜR BESLAN | Neil Malik Abdullah (Folge „Offene Rechnung) |
BERNHARD KOESSMANN | Janis Zaurins (Folge „Bankrott“) |
MONIKA KOESSMANN | Susi Banzhaf (Folge „Bankrott“) |
SONJA HELMS | Marie Nasemann (Folge „Bankrott“) |
MARCO WINKLER | Liliom Lewald (Folge „Zündstoff“) |
SABINE HILGERSEN | Jessica Kosmalla (Folge „Unter Schock“) |
GERNOT LIEBIG | Thomas Kügel (Folge „Die einfachste Lösung“) |
NADINE SCHENKER | Andrea Gerhard (Folge „Gegen den Wind“) |
FRED HIRSCHFELD | Dietrich Hollinderbäumer (Folge „Todesengel“) |
INHAFTIERTER | Bernhard Hoëcker (Folge „Toxische Ideale“) |
| u. v. a. |
REGIE | Oliver Dommenget (Folgen 523 - 526) |
| Janco Christiansen (Folgen 527 – 530) |
| Torsten Wacker (Folgen 531 - 534) |
| Stephanie Stoecker (Folgen 535 - 538) |
DREHBUCH | Andreas Kaufmann (Folgen 525, 532 und 535) |
| Marion Hohenfeld und Rafael Solá Ferrer (Folgen 523, 531, und 536) |
| Sören Hüper (Folgen 524 und 537) |
| Peter Dommaschk und Ralf Leuther (Folge 533) |
| Etienne Heimann (Folge 528 und 534) |
| René Förder und Stephan Pächer (Folgen 526, 527 und 538) |
| Ischta Lehmann (Folge 529) |
| Christine Thienelt (Folge 530) |
KAMERA | Anne Misselwitz (Folgen 523 – 526) |
| Christopher McKissick (Folgen 527 – 530) |
| Timo Schwarz (Folgen 531 – 534) |
| Jochen Braune (Folgen 535 – 538) |
SCHNITT | Johanna Dahlmann |
| Nicolás Montaño Goertz |
| Maxi Willmann |
| Oliver Grothoff |
LICHT | Reinhard Stern |
| Carsten Strack |
| Oliver Pahl |
| Mark Warnecke |
TON | Detlef Fiebig |
| Ronny Schmidt |
SZENENBILD | Dirk Holzheuer |
CASTING | Marion Haack |
KOSTÜMBILD | Frank Seyfried |
MASKE | Hanna Haag |
| Sina Hoenicke |
| Katerina Papanouskas |
MUSIK | Alexander Precht (523) |
| Vera Marie Weber (524, 527, 532, 538) |
| Per-Malte Parr (525) |
| Philipp Kobilke (526, 530, 533, 535) |
| Rike Huy (528) |
| Gudrun Lehmann (529) |
| Jörn Kux (531, 536) |
| Pelle Parr (534) |
| Tobi Vogel (537) |
PRODUKTIONSLEITUNG | Jörg Vennewald |
PRODUZENT/IN | Letterbox Filmproduktion: |
| Giacomo Vernetti |
| Kerstin Ramcke (Folgen 523 - 526) |
| Wiebke Andresen (Folgen 527 - 538) |
BUCHPRODUCER | Jens-Florian Groß (Letterbox Filmproduktion) |
DRAMATURGIE | Anne Nowak |
REDAKTION | Franziska Dillberger (NDR) |
| Jacqueline Tillmann (NDR) |
EXECUTIVE PRODUCER | Diana Schulte-Kellinghaus (NDR) |
Die Vorabendserie "Großstadtrevier" wird produziert von der Letterbox Filmproduktion im Auftrag der ARD-Werbung und der ARD für Das Erste.
Wenn eine Polizeiserie seit 40 Jahren im Fernsehen läuft, ist sie eines offensichtlich nicht: alt geworden. Damals wie heute packt das „Großstadtrevier“ gesellschaftlich relevante Themen an und erneuert sich immer wieder, inhaltlich wie gestalterisch. Dabei bleibt sich der Dauerbrenner in einem Punkt treu: Spannender Krimi geht auch ohne Mord. Ganz dicht am Polizeialltag und ihren Figuren erzählt die Serie ihre Geschichten mit Herzenswärme und der Hansestadt Hamburg als ihrer heimlichen Hauptdarstellerin.
Gut gelaunt verlässt Revierleiterin Frau Küppers nach Dienstschluss das PK 14. Sie erwartet ein besonderes Dinner: Ihr langjähriger Freund Robert Gebhardt feiert seinen Karrieresprung und wird Partner einer Großkanzlei. Doch der unbeschwerte Abend endet in einer Katastrophe. Am frühen Morgen werden die Streifenpolizisten Lukas Petersen und Bente Hinrichs zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen. Der angefahrene Fußgänger kämpft um sein Leben. Das Unfallfahrzeug wurde verlassen. Als sein Blick auf das Kennzeichen fällt, registriert Lukas: Es ist der Wagen seiner Chefin. Ausgerechnet Frau Küppers soll womöglich alkoholisiert Fahrerflucht begangen haben? Die Spuren, die Indizien und die Fakten sprechen dafür. Wenig später wird Küppers völlig verstört und benommen in einem Park aufgefunden – ohne Erinnerung an die Nacht. Während das Unfallopfer, ein junger Vater, ins Wachkoma fällt, bricht für die sonst so kontrollierte Polizeioberrätin alles zusammen. Unter den Kolleg:innen scheint die Sache relativ klar: Küppers hat einen schweren Fehler begangen und wird bei allem Respekt die Konsequenzen tragen müssen. Nur Lukas glaubt nicht an ihre Schuld. Gegen alle Widerstände aus den eigenen Reihen beginnt er zu ermitteln. Und stößt dabei auf eine Spur, die weit über die Klärung des Unfallhergangs hinausführt: hin zu einer renommierten Kanzlei, dubiosen Zahlungen und einer Frau in psychiatrischer Behandlung. Was als vermeintlich klarer Fall beginnt, entwickelt sich zu einem Geflecht aus Macht, Abhängigkeit und systematischem sexuellen Missbrauch.
FRAU KÜPPERS | Saskia Fischer |
HARRY MÖLLER | Maria Ketikidou |
NILS SANCHEZ | Enrique Fiß |
LUKAS PETERSEN | Patrick Abozen |
BENTE HINRICHS | Sinha Melina Gierke |
DANIEL SCHIRMER | Sven Fricke |
ROBERT GEBHARDT | Oliver Mommsen |
VANESSA GEBHARDT | Mira Benser |
MALTE HARMS | Boži Kocevski |
SASKIA MENKE | Alexandra Finder |
BEN BRABECK | Malte Thomsen |
CHIARA LANGENSIEK | Moné Sharifi |
NIKOLAS BORSIG | Andy Gätjen |
ANTONIA BORSIG | Dorothee Sturz |
| u. v. a. |
REGIE | Kirsten Laser |
DREHBUCH | Andreas Kaufmann |
KAMERA | Jochen Braune |
SCHNITT | Simone Klier |
LICHT | Reinhard Stern |
| Carsten Strack |
| Oliver Pahl |
| Jan Quaas |
TON | Detlef Fiebig |
| Ronny Schmidt |
SZENENBILD | Dirk Holzheuer |
CASTING | Marion Haack (Darsteller) |
KOSTÜMBILD | Frank Seyfried |
MASKE | Sina Hoenicke |
| Hanna Haag |
MUSIK | Vera Marie Weber |
PRODUKTIONSLEITUNG | Jörg Vennewald |
PRODUZENT | Giacomo Vernetti (Letterbox Filmproduktion) |
BUCHPRODUCER | Jens-Florian Groß (Letterbox Filmproduktion) |
REDAKTION | Franziska Dillberger (NDR) |
| Diana Schulte-Kellinghaus (NDR) |
| Birgit Titze (ARD Degeto Film) |
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„Großstadtrevier – Knockout“ wurde hergestellt von der Letterbox Filmproduktion im Auftrag von ARD, NDR und ARD Degeto Film für die ARD.
Das Brutale ist nicht nur der Verdacht. Das Brutale ist, dass Frau Küppers sich selbst nicht mehr vertraut. Dass sie die Kontrolle über sich verliert.
Inwieweit entspricht der Film Deinen Erwartungen?
Als Beteiligte ist das schwer einzuschätzen, aber ich würde meinen: Der Film macht etwas mit einem. Ich finde ihn beeindruckend und die Bilder sind fantastisch. Man möchte sofort in Hamburg leben, und ich bin froh, dass ich das tue. Es ist vor allem schön, dass es ein richtiger Revier-Film geworden ist, in dem jeder seine Rolle ausfüllt. Mit mir selbst gehe ich wahnsinnig kritisch um, aber ich glaube, es ist ganz okay, was ich da gemacht habe.
Frau Küppers ist in diesem Film, wie sie bisher niemand kennt: am Ende. Wie hast Du diese emotionale „Tour de Force“ bewältigt?
Der Abstand ist wichtig, sonst wäre es keine Kunst. Man muss sich der Katastrophe voll hingeben, und je mehr man sich reinfühlt, desto glaubhafter wird es. Doch das Gefühl darf dich nicht übermannen. Es ist und bleibt ein Mannschaftssport und keine Therapie. Es geht um eine Figur und nicht um mich. Es ist wichtig, nach Hause zu kommen und die Figur abzulegen.
Angeblich große Schuld auf sich geladen zu haben, ohne sich an etwas erinnern zu können, ist brutal. In welches Loch fällt Frau Küppers da?
Das Brutale ist nicht nur der Verdacht. Das Brutale ist, dass Frau Küppers sich selbst nicht mehr vertraut. Dass sie die Kontrolle über sich verliert. Eine Frau, die sich auf ihren Verstand, ihre Erfahrung und ihre Urteilskraft verlässt – und plötzlich kommt ihr genau das alles abhanden. Diese Unsicherheit frisst sich immer tiefer in ihr Selbstverständnis hinein. Sie funktioniert nicht mehr.
Das Thema des Films, sexuelle Gewalt gegen Frauen, wiegt schwer. Wie blickst Du darauf – sowohl aus künstlerischer Sicht als auch in der Außenwirkung für das „Großstadtrevier“?
Mich hat vor allem erschüttert, wie unsichtbar diese Form von Gewalt sein kann. Es gibt oft keine Erinnerung, keine Zeugen und manchmal nicht einmal die Gewissheit, was eigentlich passiert ist. Genau dieser Verlust von Kontrolle ist für die Betroffenen häufig genauso belastend wie die Tat selbst. Der Film erreicht auch Menschen, die sich vielleicht nicht bewusst eine Dokumentation über dieses Thema ansehen würden. Wenn wir dazu beitragen können, Aufmerksamkeit zu schaffen und gleichzeitig respektvoll mit den Betroffenen umzugehen, ist das eine wichtige Aufgabe.
Hast Du Dich auf die Rolle in irgendeiner Weise speziell vorbereitet?
Ich las das Buch von Gisèle Pelicot und beschäftigte mich mit der Wirkung von Substanzen wie GHB/GBL (Gamma-Hydroxybuttersäure/Gamma-Butyrolacton). Was sie auslösen. Ich sah mir Dokumentationen an, wo Betroffene von ihren Erfahrungen erzählten. Grauenhaft.
Lukas Petersen zeigt ein Höchstmaß, eigentlich ein Übermaß, an Loyalität. Warum braucht es Menschen wie ihn?
Lukas vertraut dem Menschen, den er kennt. Er ergreift nicht blind Partei, sondern sagt: Ich weiß noch nicht, was passiert ist. Aber bis wir es herausfinden, gehe ich diesen Weg mit Dir – für Dich. Das ist für mich Freundschaft: Ich lasse Dich nicht allein.
Eisiger Höhepunkt war der Nachtdreh an und in der acht Grad kalten Elbe. Deine bisher härteste Dreh-Prüfung?
Absolut. Ich hasse Frieren. Aber die Produktion hatte uns ein Hot-Tub hingestellt. Eine riesige mobile Badewanne mit 40 Grad heißem Wasser. Da saßen wir dann zwischen den Takes und wurden gekocht. Ich im Wollpullover, der immer länger wurde. Das Ganze bei 3° Außentemperatur, am Strand und mit Blick auf die Elbe und den erleuchteten Hafen. Das war auch ein wirklich tolles Erlebnis, das mir keiner nehmen kann.
Im Film bekommt Frau Küppers ihr eigenes Verb: küppern. Kannst Du ein kurzes Beispiel geben, was das bedeutet?
Das Verb „küppern" steht für das höfliche, auch liebevolle, aber doch deutliche und strenge „Wegkärchern" einer Situation.
Inwiefern lernen die Zuschauerinnen und Zuschauer Lukas Petersen im Film anders kennen als in der Serie?
Seine Aufgabe im Film ist eine andere. In der Serie führt er regulär Ermittlungen durch, doch in "Knockout" wird es persönlich. Weil es eine interne Geschichte ist. Lukas agiert anders, weil es ihn anders betrifft. Ich habe mich beschenkt gefühlt, diese Bandbreite zeigen zu dürfen: Lukas kämpft, scheitert, findet neue Kraft und macht weiter.
Was sind die Stärken des Films, warum sollte man ihn sich unbedingt ansehen?
Der Film zeigt Wahnsinns-Aufnahmen aus wunderschönen, verschiedenen Ecken von Hamburg. Und die Zuschauenden kommen dem Team näher als sonst. Nie zuvor war Frau Küppers so verletzlich und gebrochen zu sehen. Bente und Lukas zeigen sich bereit, Grenzen zu überschreiten. Der Film geht weg vom Polizeialltag hin zu einer Emotionalität, für die das Team sogar seinen Job riskiert. Dieser Zusammenhalt, diese Loyalität, die ist noch deutlicher spürbar.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Projekt für Dich relevant ist – und inwieweit trifft das bei „Knockout“ zu?
Es geht immer darum, dass die Menschen sich damit identifizieren können, dass es sie bewegt. Wenn es mich beim Lesen des Drehbuchs packt, ist das schon mal gut. Es muss um etwas gehen. Wir greifen in diesem Film ein heftiges Thema auf. Ich hoffe, dass sich nur wenige Frauen damit identifizieren können. Aber ich fürchte, dass es womöglich viele sind.
Das Thema sexuelle Gewalt gegen Frauen hat genau zu diesem Zeitpunkt eine neue Brisanz erlebt.
Das Thema gab es schon immer, es war nur versteckter. Jetzt ist es präsent, daher passt der Film umso mehr in diese Zeit.
Waren Teile der Dreharbeiten für Dich besonders herausfordernd?
Die Vorbereitung war eine andere als bei einer Folge. Weil ich, wie eingangs gesagt, eine andere Bandbreite zeigen konnte, bin ich hier besonders inspiriert und leidenschaftlich herangegangen. Ich habe immer geguckt: Wo berührt mich was und warum? Ich habe mehr mentale Brücken in die Beziehung zu Frau Küppers gebaut. Irgendwann war es für mich so, als würde ich für die Familie kämpfen. Und es fühlt sich gut an, wenn man für jemanden kämpft.
Zusammen mit Kirsten Laser, der Regisseurin, waren wir uns von Anfang an einig, dass wir es dem Publikum nicht leicht machen wollen, zu früh ein Urteil zu fällen. Deswegen kann ich hier gar nicht viel verraten. Das wäre schade. Doch so viel: Die Arbeit mit Saskia war ein Hochgenuss! Sie ist mit ihrer Rolle als Frau Küppers schon in jeder denkbaren Ecke gewesen und vermittelt dadurch diese Lässigkeit: „Mach, was Du willst, alles geht.“ Das hält die Sache lebendig und hat höllisch viel Spaß gemacht. Wie auch insgesamt. Vor „Knockout“ war ich noch nie Teil des „Großstadtrevier“. Dieses Team ist geprägt von einem beeindruckend großen Vertrauen und vor allem einer tollen Kommunikation untereinander. Das war eine Spitzenerfahrung.
Dieser Film erzählt von etwas, das sich lange entzieht: der Erinnerung. Er schildert eine Geschichte und zugleich viele Konflikte. Den Konflikt zwischen Erinnerungsvermögen und Wahrheit, zwischen Loyalität und begründeten Verdachtsmomenten zum Beispiel. Er erzählt von Wehrlosigkeit. Von Frauen, die in eine Wirklichkeit geraten, die nicht mehr die ihre ist. Sexueller Missbrauch ist selten laut. Er geschieht im Verborgenen, in Abhängigkeiten, in Strukturen, die Schutz versprechen und Kontrolle meinen. Er tarnt sich als Nähe, als Fürsorge, als Normalität – und hinterlässt Zweifel dort, wo Gewissheit sein sollte. Was wir hier erzählen, ist keine einfache Geschichte von Schuld und Unschuld.
Es ist die Annäherung an ein Geflecht aus Macht, Einfluss und Schweigen. Und an die Frage, was passiert, wenn einem Menschen nicht nur etwas angetan – sondern auch die Erinnerung daran entzogen wird – ein echter Knockout. Die Entwicklung des Stoffs entstand aus dem Bedürfnis, dieses drängende Thema aufzugreifen. Eindringlich, aber nicht plakativ. Behutsam und dennoch ergreifend. Denn genau das zeichnet das „Großstadtrevier“ seit Jahrzehnten aus: aktuelle und auch schwierige Themen zu spiegeln und in lebensnahe Geschichten einzubinden. Dieser Film beschreibt auch, wie schnell sich Rollen verschieben können – von der Revierleiterin Küppers zur Verdächtigen, von der Handelnden zur Ausgelieferten.
Und er erzählt von dem Versuch, sich selbst wiederzufinden, wenn der eigene Kompass durch Gedächtnislücken, Widersprüche und das Misstrauen der anderen keine klare Richtung mehr zeigt. Denn was bleibt, wenn die eigene Erinnerung nicht mehr trägt? Wem gehört die Wahrheit, wenn sie nicht mehr überprüfbar ist? Und wie soll ein Mensch sich wehren, wenn er nicht einmal weiß, wogegen? Vielleicht beginnt es damit, dass jemand an Küppers glaubt, auch wenn alles gegen sie spricht. Dass ein Team nicht nur ermittelt, sondern standhält. Und dass Wahrheit nicht immer erinnert – sondern manchmal erkämpft werden muss.
Seit nunmehr fast 40 Jahren hat sich die Vorabendserie „Großstadtrevier“ mit konstantem Erfolg als fester Bestandteil des ARD-Programms bewährt. Die Figuren haben gewechselt, doch die Geschichten sind nie ausgegangen. Sie sind spannend, unterhaltsam, nah an der Realität und stets auf der Höhe der Zeit geblieben. Erfolg und Beliebtheit beim Publikum bestätigen das immer wieder aufs Neue. Kein Wunder also, dass es der Titel inzwischen auch erfolgreich als Spin-off in den Hauptabend geschafft hat. Nach bislang zwei 90-Minütern geht nun der dritte Langfilm der Serie an den Start. Und wieder trifft das „Großstadtrevier“ einen Nerv der Zeit und präsentiert sich außerordentlich aktuell. Im Mittelpunkt stehen sexueller Missbrauch unter Einsatz von K.-o.-Tropfen und die erschütternd hilflose Situation der Opfer danach – sowohl in seelischer als auch in juristischer Hinsicht. Hinzu kommt nicht selten der Versuch der Schuldumkehr als Strategie der Täter, sofern diese überhaupt ermittelt werden. Ein Thema, das für eine authentische Umsetzung viel Erfahrung und Sensibilität von den Verantwortlichen vor und hinter der Kamera verlangt. Ein Thema für das erfahrene, bestens eingespielte Team des „Großstadtreviers“, das wir bei der Realisierung sehr gerne unterstützt haben. Für das Ergebnis sind wir außerordentlich dankbar, drücken dem gesamten Team die Daumen und gratulieren schon jetzt von Herzen!
Die Folgen "Gegen den Wind" und "Die einfachste Lösung" sind im Presse-Vorführraum zur Ansicht verfügbar: www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/vorfuehrraum
Herausgegeben von der ARD-Programmdirektion / Kommunikation | PR
Redaktion und Gestaltung | Mirja Bauer (ARD Kommunikation | PR) |
Texte | Sandra Lindenberger |
Bildredaktion | Evelyn Frey (ARD Kommunikation | PR) |
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