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Stand: Oktober/2026
Es ist eines der größten Verbrechen im internationalen Sport: Kinderdoping.
Hormonpillen, Spritzenkuren, Blutdoping: Minderjährige werden von Trainern, Ärzten und manchmal sogar den eigenen Eltern ohne Skrupel mit gesundheitsgefährdenden Mitteln und Methoden auf Sieg getrimmt. Erfolg um jeden Preis – in einer Welt, in der das Milliarden-Business des Spitzensports keine Grenzen kennt.
Das riesige Ausmaß des Kinderdopings war bisher kaum erfasst: Nach neuesten Schätzungen sind weltweit mindestens zehn Millionen Minderjährige betroffen. Die kriminellen Praktiken – In der Sportwelt seit Jahrzehnten ein Tabu. Politik und Verbände verschließen die Augen. Selbst dann, wenn Kinder sterben.
Hajo Seppelt und sein Team leuchten diesen Abgrund des Sports aus, tiefgründig und umfassend. Für die ARD-Dopingredaktion haben sie sechs Jahre lang zu Fällen in mehr als 50 Ländern recherchiert. Sie beschreiben bewegende Schicksale, berichten über zerplatzte Kinderträume, verfolgen skrupellose Drahtzieher und Geschäftemacher, entlarven tatenlose Funktionäre.
„Geheimsache Doping: Kinder“, die sechsteilige Doku-Serie, zeigt:
Eine weltumspannende Spurensuche, fesselnd und aufrüttelnd: Wohl noch nie kamen journalistische Recherchen den Wurzeln und dem Wesen von Kinderdoping so nahe.
Ab 13. November 2026 in deutscher und in englischer Sprache in der ARD Mediathek.
STAB
AUTOREN | Hajo Seppelt, Bettina Malter, Nick Butler, Josef Opfermann, Hannah Ohm |
KAMERA | Frank Gutsche |
DRAMATURGISCHE BERATUNG | Oliver Schütte |
MONTAGE | Marco Dausel |
GESAMTLEITUNG | Hajo Seppelt (EyeOpening.Media) |
REDAKTION | Philipp Büchner, Dirk H. Walsdorff (rbb) |
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Das Team von EyeOpening.Media hat für die ARD sechs Jahre lang in mehr als 50 Ländern zu Kinderdoping recherchiert und in mehr als 20 Ländern gedreht.
Die Endfertigung der sechsteiligen Doku-Serie, dem größten Projekt der ARD-Dopingredaktion seit ihrer Gründung 2007, nahm 18 Monate in Anspruch und erfolgte in den Räumlichkeiten von EyeOpening.Media auf dem Filmstudio-Gelände in Potsdam-Babelsberg.
Die ganze Welt hat weggeschaut.
Hajo Seppelt
Hajo Seppelt, ARD-Doping-Experte
"Geheimsache Doping: Kinder" zeigt erschütternde Schicksale gedopter Kinder. Sind Ihnen bei der Recherche auch einmal Tränen in die Augen geschossen?
Hajo Seppelt: Im Normalfall gehört es zu unserem journalistischen Rüstzeug, stets die nötige Distanz zu wahren. Aber was war bei dieser Recherche schon normal? Wenn man bei den Dreharbeiten und dann bei der Arbeit an den Bildern im Schneideraum direkt vor Augen hat, welche Schicksale Kinder erleiden, weil sie von Erwachsenen zum Doping gedrängt oder gezwungen wurden, wie sie schon in jungen Jahren unter massiven Nebenwirkungen leiden und welche gesundheitlichen Spätfolgen sie oft noch als Erwachsene tragen müssen, fällt es schwer, nicht tief berührt zu sein. Und ja, manchmal standen auch mir Tränen in den Augen. Das entbindet uns aber nicht von der Pflicht, die Dinge journalistisch nüchtern und mit der gebotenen Distanz zu betrachten.
Wie umfangreich waren die Recherchen für die sechsteilige Serie?
Hajo Seppelt: Für die ARD-Dopingredaktion, die es seit 2007 gibt, war es die bislang größte Recherche überhaupt. Es war eine Teamarbeit über sechs Jahre, an der mehrere Kolleginnen und Kollegen beteiligt waren. Allen voran Bettina Malter, die seit 2020 zu unserem Team gehört und den mit Abstand größten Anteil an den Recherchen hatte. Gemeinsam haben wir uns dem Thema intensiv gewidmet, in mehr als 50 Ländern recherchiert und in mehr als 20 gedreht.
Der Ausgangspunkt war: Die Wiege des Kinderdopings steht in Deutschland – damit meine ich das staatlich verordnete Doping Tausender Minderjähriger in der DDR. Aber unsere Serie zeigt nun, wie global das Problem ist – und vor allem sehr aktuell.
Wir sind auf erschütternde Schicksale minderjähriger Sportler weltweit gestoßen, die das Doping mit ihrer Gesundheit, oft auch mit ihrem Leben bezahlten. All das dokumentiert die Serie.
Auch in Deutschland haben wir genau hingeschaut. Ein Arzt bestätigte uns, dass Eltern immer wieder in seiner Praxis danach fragen, ob er ihre Kinder dopen könne. Wir sprachen mit Menschen, die sich erstmals vor eine Kamera wagten. In den sozialen Medien, auch hierzulande, wird, häufig gar von Minderjährigen selbst, ein erschreckend leichtfertiger Umgang mit gefährlichen Dopingsubstanzen propagiert. In vielen Ländern haben wir zudem undercover recherchiert und gedreht, Drahtzieher aufgespürt, Hintermänner verfolgt und Funktionäre konfrontiert. Es ergibt sich ein Bild jahrzehntelanger Ignoranz gegenüber einem der gravierendsten Probleme des Weltsports.
Warum beschäftigt Sie das Thema seit so vielen Jahren?
Weil mich immer interessiert hat, was abseits der glitzernden Bühne des Hochleistungssports passiert, was im Verborgenen bleibt. Mein erster großer Film 1997 trug bezeichnenderweise bereits den Begriff „Kinderdoping“ im Titel. Es ging um das staatlich organisierte Doping in der DDR, die Doku hieß „Staatsgeheimnis Kinderdoping“. Jetzt schließt sich für mich ein Kreis. Bei vielen Recherchen in fast 30 Jahren bin ich immer wieder auf Fälle von Kinderdoping gestoßen.
Es war höchste Zeit, das Thema weltweit und umfassend anzugehen. Bei der Begrifflichkeit orientieren wir uns an der UN-Kinderrechtskonvention von 1989, die alle Minderjährigen unter 18 Jahren umfasst. Dass wir bei unseren Recherchen auf so viele kriminelle Strukturen im Nachwuchssport trafen, macht die Dimension des Problems deutlich. Die ganze Welt hat weggeschaut.
"Geheimsache Doping: Kinder"
Im gleichnamigen Podcast zur ARD-Serie geben die Autoren Hajo Seppelt und Bettina Malter in zwei Folgen Einblicke in ihre Recherchen zum Kinderdoping. Sie erzählen von spannenden Situationen bei den Dreharbeiten, von ihren Begegnungen mit Opfern und Tätern, heiklen Undercover-Einsätzen und Widerständen, die sie bei Funktionären erlebten.
Wie spannend investigative Recherchen im Sport sein können, zeigt ein Blick hinter die Kulissen von „Geheimsache Doping: Kinder“.
Bei ARD Sounds sind auch alle bisherigen Folgen der Podcast-Reihe „Geheimsache Doping“ abrufbar.
Alle sechs Folgen zur Ansicht im Pressevorführraum:
https://www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/vorfuehrraum
Zur englischen Version des Pressedossiers:
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