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Medien
  • ARD
  •  | ARD Degeto Film/hr/radiobremen/Kleine Brüder GmbH/Ostkreuz/ Fotograf Tobias Kruse
  •  | ARD Degeto Film/HR/RB/Kleine Brüder GmbH/ Repros/David Luther (Kamera)
  •  | ARD Degeto Film/HR/RB/Kleine Brüder GmbH/Tobias Kruse (Fotograf)
  •  | DieFriesenjK#21_5











































Impro-Dramedy-Serie (8 x 30 Min.)

Die Friesenjunkies

Ab Freitag, 6. November 2026 | ARD Mediathek Am Freitag, 13. November 2026 | ab 23:50 Uhr (Folgen 1-4) | im Ersten Am Samstag, 14. November | ab 23:40 Uhr (Folgen 5-8) | im Ersten

Stand: September/2026







Inhalt

Willkommen in „Isebek", der luxuriösen Entzugsklinik auf Sylt! Hier treffen Prominente, Millionäre und ganz normale Menschen aufeinander, die eines gemeinsam haben: Sie wollen ihre Süchte und Dämonen loswerden. Doch in diesem Mikrokosmos aus Therapie, Gruppensitzungen und Entgiftung herrschen ganz eigene Regeln. Geld und Status zählen hier nicht, dafür umso mehr die Abgründe, die jeder in sich trägt.

Die Impro-Dramedy „Die Friesenjunkies” spielt in der skurrilen, tragikomischen Welt einer Entzugsklinik, in der Suchterkrankungen oft nur die Spitze des Eisbergs sind. Im Zentrum stehen nicht nur die Patient:innen, sondern auch die Therapeut:innen, Ärzt:innen und das Klinikpersonal, die selbst mit ganz eigenen Problemen und Konflikten zu kämpfen haben. Zwischen Gruppentherapie, Medikamentenausgabe und Billard-Abenden entsteht eine Serie über Selbstzerstörung und Selbstfindung, über Sucht und Sehnsucht, über Freundschaft und das Verliebtsein.

Jede Figur hat ihre eigene Geschichte: Der hochsensible Falko (Shadi Eck) kämpft gegen seine Cannabissucht und ist ein notorischer Lügner, während die impulsive Holly (Lera Abova), die vor ihren inneren Dämonen flieht, für Chaos sorgt. Der alkoholkranke Burkhardt „Buggi“ (Martin Brambach) sucht Gesellschaft. Die Zwillinge Josef und Otto (Oskar und Emil Belton), die von ihrem strengen und überaus erfolgreichen Vater Bernd von Kropp (Marc Hosemann) zum Entzug gezwungen wurden, sorgen mit ihren Eskapaden für Dauer-Alarm. Cyrus (Arman Kashani), Erbe einer reichen persischen Dynastie, bringt ebenfalls Unruhe in den Klinikalltag. Der exzentrische Schauspieler Roland Vestergaard (Stephan Luca) und die erfolgreiche, aber medikamentenabhängige Madison (Sylvie Meis) müssen ohne Applaus und Pillen auskommen. Und die schroffe Gabi Daut (Nicole Heesters) verlangt als ehemalige Mode-Ikone nach einer Sonderbehandlung. Das Klinikpersonal ist dabei oft genauso hilflos wie ihre Patient:innen. Chefärztin Prof. Dr. med. Kowalke (Marie-Lou Sellem), ein Kontrollfreak, ist besessen vom guten Ruf ihrer Klinik und belegten Betten. Ihr unterstellt ist der schusslige leitende Psychiater Dr. Mangerius (Peter Kurth), der ein Geheimnis hütet, das ihn erpressbar macht. Der charismatische Suchttherapeut Stratlater (David Schütter), die erfahrene Tiefenpsychologin Beiersdorf (Pheline Roggan), Achtsamkeits- und Kunsttherapeut Moritz Bornemann (Sönke Möhring) und die junge Psychotherapeutin Jannika (Marie Lina Smyrek) manövrieren durch Krisen und Rückfälle, während die Pflegekräfte Frau Demski (Ute Böhnke) und Emmanuel (Maradona Akkouch) versuchen, die Ordnung aufrechtzuerhalten.

Die Serie zeigt: Die Droge ist meist nur ein Symptom. Dahinter stecken Depressionen, Angststörungen, narzisstische Züge, Leistungsdruck, tiefe Erschöpfung. Ein Rückfall bedeutet nicht gleich die „geilste“ Zeit seines Lebens zu haben – im Gegenteil. Psychische Erkrankungen werden hier nicht nur ernst genommen, sondern als Teil einer komplexen Lebensrealität erzählt. Zwischen Gruppenaktivitäten und Einzelgesprächen wird die Klinik zum Brennglas für die moderne Gesellschaft und ihre Themen.















Besetzung & Stab

BESETZUNG

JOSEF UND OTTO VON KROPP
Oskar und Emil Belton
MADISON PORTMAN
Sylvie Meis
BURKHARDT „BUGGI" DIETERICH
Martin Brambach
FALKO
Shadi Eck
HOLLY
Lera Abova
GABI DAUT
Nicole Heesters
ROLAND VESTERGAARD
Stephan Luca
CYRUS PAHLAVI
Arman Kashani
CHEFÄRZTIN FRAU PROF. DR. MED. KOWALKE
Marie-Lou Sellem
HERR „DR.” MANGERIUS
Peter Kurth
TIEFENPSYCHOLOGIN FRAU BEIERSDORF
Pheline Roggan
SUCHTTHERAPEUT STRATLATER
David Schütter
JANNIKA ISEBEK
Marie Lina Smyrek
PFLEGEFACHKRAFT EMMANUEL „BUBBLES”
Maradona Akkouch
KUNST- UND ACHTSAMKEITS- THERAPEUT MORITZ BORNEMANN
Sönke Möhring
PFLEGEKRAFT FRAU DEMSKI
Ute Böhnke
HAUSMEISTER UND GÄRTNER WOYZECK
Jogi Kaiser
BERND VON KROPP
Marc Hosemann
TOM-LEON
Fabian Rashagai
DR. MORELLI
Dirk Martens
BÜRGERMEISTER HANNIG
Gustav Peter Wöhler
CLUBINHABER PETER
Uwe Rohde
ERIKA
Katy Karrenbauer

u. v. m.



STAB

REGIE
Emil Belton

Oskar Belton
HEADAUTOREN
Emil Belton

Oskar Belton
DREHBUCHAUTOREN
Emil Belton

Oskar Belton
BILDGESTALTUNG
David Luther
MUSIK
John Winston Berta

Oliver Wissing

Kilian Domingo Alberti Azocar

Florian Pongs

Ulrich Kodjo Wendt
CASTING
Peti Misaila

Patrick Dreikauss
KOSTÜMBILD
Lena Scharrer
SZENENBILD
Manolito Glas
MASKENBILD
Charlotte Blommaert
TON
Tim Stephan

Paolo Vallejo

Stefan Becker
SCHNITT
Emil Belton

Oskar Belton
HERSTELLUNGSLEITUNG
Saskia Kuhnert

Pascal Biermann

Maarteen D’Hollander (BE)
PRODUKTIONSLEITUNG
Julie Bosteels (BE)

Sandra Moll (ARD Degeto Film)
PRODUZENTEN
Emil Belton

Oskar Belton
PRODUCERIN
Linda Kaiser
REDAKTION
Carolin Haasis (ARD Degeto Film)

Christoph Pellander (ARD Degeto Film)

Lina Kokaly (Radio Bremen)

Jörg Himstedt (hr)

„Die Friesenjunkies“ ist eine Produktion der Kleine Brüder GmbH im Auftrag von ARD Degeto Film, Radio Bremen und hr für die ARD.

Episodeninhalte

EPISODE 1: DER SUMMSTEIN

Der cannabisabhängige Falko (Shadi Eck) checkt in der Sylter Entzugsklinik "Isebek” ein, um clean zu werden. Er lernt seine eigenwilligen Mitpatient:innen kennen und sorgt direkt für Wir-bel. Weil er den Summstein von Achtsamkeits- und Kunsttherapeuten Bornemann (Sönke Möhring) für einen Mülleimer hält, löst sein darin entsorgter „letzter“ Joint-Stummel Ermittlungen der Klinikleitung aus. Während sich in der Gruppentherapie die Zwillinge Josef und Otto (Oskar und Emil Belton) gegenseitig beschuldigen, den Joint geraucht zu haben, schweigt Falko eisern. Als der Druck zu groß wird und er die Klinik heimlich verlassen will, begegnet er der Patientin Holly (Lera Abova) und ist schockverliebt. Ihr gemeinsamer Ausflug ins Watt nimmt jedoch eine gefährliche Wendung, als Hollys Vergangenheit in Form von Zuhälterin Erika (Katy Karrenbauer) die beiden einholt.





EPISODE 2: EIN TAG CLEAN

Patient Buggi (Martin Brambach) hat Geburtstag und verabredet sich mit Mitpatientin Madison (Sylvie Meis) abends auf ein Date. Währenddessen hat Falko mit starken Entzugssymptomen zu kämpfen – und das ausgerechnet bei einem Ausflug ans Meer mit der neuen Ver-haltenstherapeutin Jannika (Marie Lina Smyrek), die Muscheln für ein Abstinenzarmband mit ihm sammeln will. Josef und Otto stellen Pfleger “Bubbles” (Maradona Akkouch) mit einem Feuerlöscher auf die Probe. Chefärztin Dr. Kowalke (Marie-Lou Sellem) kennt ein Geheimnis von Mitarbeiter Dr. Mangerius (Peter Kurth) und brummt ihm zur Strafe die Risikopatientin Gabi Daut (Nicole Heesters) auf. Am Ende gibt es aber auch einmal gute Neuigkeiten: Ein schwerreicher Patient kündigt sich mit seinem Privatjet an, um in "Isebek” einzuchecken.





EPISODE 3: PRINZ PJ

Cyrus (Arman Kashani), Erbe einer reichen persischen Dynastie, landet mit seinem Privatjet auf Sylt und soll direkt seine Privatsphäre und eine eigene Etage in "Isebek” bekommen – Befehl vom Oberhaupt der Familie. Gut für Kowalke, denn das erste Mal sind alle Betten belegt, schlecht für Buggi, der gerade erst eine Glotze ins Zimmer montiert bekommen hat und sich jetzt ein Zimmer mit Falko teilen muss. Auf Wunsch der Familie ordnet Kowalke einen hochgefährlichen kalten Entzug bei Cyrus an, der tödlich enden könnte. Während die Belegschaft bei einem Auftritt von Otto Waalkes auf der legendären Whiskymeile feiert, bleibt Pflegekraft Demski (Ute Böhnke) allein auf der Station und muss auf den persischen Prinzen aufpassen. Als der aus seinen Drogenträumen erwacht und die Kontrolle verliert, wird die Nacht für Demski zum Belastungstest.

EPISODE 4: TAG DER OFFENEN TÜR

Besuchertag in der Klinik "Isebek”. Während Falko (Shadi Eck) Besuch von seinem Dealer und dessen arbeitslosem Vater bekommt, bettelt Roland (Stephan Luca) seine Agentin um Schauspieljobs an, weil er seinem Koksdealer eine Menge Geld schuldet. Josef und Otto planen mit Buggi ihren ganz speziellen (Damen-)Besuch. Dieser führt jedoch zur nächsten Eskalation. Dann taucht auch noch der Vater der Zwillinge auf. Gleichzeitig soll Dr. Mangerius das Erfolgsgeheimnis der edlen Longevity- und Lifestyle-Klinik SYLD ausspionieren. Als am Abend Hollys ehemalige Zuhälterin Erika vor der Klinik auftaucht, stellt Falko sie zur Rede.

EPISODE 5: ICH KANN AUCH NÜCHTERN SPASS HABEN

Die "Gruppe D" fährt gemeinsam mit Bornemann in die weltberühmt-berüchtigte Grotte zu einer Belastungserprobung nach dem Motto: „Ich kann auch nüchtern Spaß haben.“ Buggi wird dabei beinahe rückfällig, nachdem er mit Madison rumgemacht hat, sie ihn danach aber fragt, ob er eigentlich homosexuell sei. Falko hat eine unangenehme Begegnung aus Schultagen zu verarbeiten, und in der Klinik brennt die Luft. Ein Streit zwischen Pflegepersonal und der Ärzteschaft über die Medikamentenausgabe wird durch einen Patienten auf Entzug ausgelöst. Als schließlich auffällt, dass das „Ersatzheroin“ mit Limo ausgetauscht wurde, deutet alles auf die verschwundene Holly hin.

EPISODE 6: DIE FAMILIENAUFSTELLUNG

Der Bürgermeister von Kampen besucht die Klinik, weil Kowalke von ihm eine Genehmigung für einen neuen Meditations-Pavillon braucht. Das Problem: Der Bürgermeister hält Meditation für eine Ausrede von Männern, auf der faulen Haut zu liegen. Währenddessen steht bei "Gruppe D” eine Familienaufstellung mit Frau Beiersdorf an. Madison macht dabei Fortschritte und geht an ihre emotionale Grenze. Das nutzt Schauspieler Roland aus, um über sie an mehrere Hunderttausend Euro zu gelangen. Während Falko bei der Tanztherapie Therapeutin Jannika beim Tango näherkommt, spitzt sich die Lage für Inseldealer Tom-Leon (Fabian Rashagai) und Holly zu, als Erika ihm bis nach Hause folgt, wo Holly sich versteckt. Mangerius fasst unterdessen einen folgenschweren Entschluss für seine berufliche Zukunft.

EPISODE 7: BUGGI OHNE FLATTERMANN

Durch ein Malheur in der Küche, bei dem der Sternekoch versehentlich Weißwein in die Sah-nesoße gekippt hat, ist Buggi leicht alkoholisiert und versucht, mit dem spielsüchtigen Cyrus beim Billard um Geld zu wetten. Es entwickelt sich ein Lauffeuer und "Gruppe D” plant einen einzigen gemeinsamen Rückfall. Doch der Stoff muss dafür extra auf die Insel geschmuggelt werden. Als das geschafft ist, steigen die Suchtpatient:innen voller Vorfreude in ihre Sportautos und düsen ab. Ausgerechnet jetzt reist Meditations-Guru Eugene Kane-Zinn an, den Kowalke unbedingt für die Klinikwerbung in Form eines Fotos mit “Gruppe D” einspannen will. Kowalke steht unter Stress und beruft eine Krisensitzung ein, doch das Verschwinden einiger Patient:innen bleibt nicht die einzige schockierende Entdeckung des Tages.

EPISODE 8: SESSION BEI TOM-LEON

"Gruppe D” erleidet in Westerland einen Rückfall in Tom-Leons Kinderzimmer. Während Dr. Mangerius, der jetzt in der Longevity- und Lifestyle-Klinik SYLD arbeitet, eine Darmlaser-Therapie bei Ex-"Isebek"-Patientin Gabi Daut durchführen muss, wird ihm klar, dass er nach "Isebek” gehört. Auf dem Rückweg stößt er zufällig auf die Luxusautos der abgestürzten “Gruppe D" vor Tom-Leons Plattenbauwohnung und verfrachtet die gesamte Gruppe zurück in die Klinik. Dort werden sie gezwungen, mit Meditations-Guru Eugene Kane-Zinn fürs Foto zu meditieren. Als Mangerius das Foto schießt und später Kowalke präsentiert, fällt auf, dass auf dem Foto jemand fehlt. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, dessen Ausgang unklar ist.

Interviews, Statements & Rollenbeschreibungen

Die Patientinnen und Patienten

Emil & Oskar Belton

(Josef und Otto von Kropp)

Josef und Otto sind unzertrennlich – die Zwillingsbrüder würden füreinander durchs Feuer gehen. Dass ihre Sucht längst ihr Leben bestimmt, verdrängen sie konsequent und flüchten sich in immer neue Grenzüberschreitungen. Seit sie keine Drogen mehr konsumieren dürfen, verlagern sie ihre Rastlosigkeit auf die Suche nach dem nächsten Kick. Rücksichtslos, impulsiv und chaotisch treiben sie sich gegenseitig an – und gefährden damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Dass ihr einflussreicher Vater sie gegen ihren Willen in die Klinik geschickt hat, sehen sie nicht als Chance, sondern als Strafe. Während Josef lautstark den Ton angibt und seinen Bruder immer wieder auf die Probe stellt, kämpft Otto still und umso erbitterter gegen sein Verlangen. Gerade weil sie einander bedingungslos verbunden sind, drohen sie sich gegenseitig immer tiefer mit in den Abgrund zu ziehen.



Interview

Was macht die führende private Fachklinik für Suchtmedizin, die „Isebek“-Klinik, so besonders? Was zeichnet die Patient:innen und was das Klinikpersonal aus?

Viele geben vor, etwas zu sein, was sie gar nicht sind. Man weiß eigentlich nie so richtig, was als Nächstes passiert, wenn die überdrehten Patient:innen aufeinandertreffen – das gilt auch für das Personal.

Josef und Otto sind unzertrennlich – und gleichzeitig die größte Gefahr füreinander. Was hat Sie an dieser Dynamik gereizt? Inwieweit sind Ihre Erfahrungen als Zwillinge in das Drehbuch eingeflossen?

Dein Zwilling kann dein größter Freund, aber auch dein größter Feind sein. Man weiß alles voneinander. Gleichzeitig weiß man aber auch, wie der andere aufs Heftigste provoziert werden kann. Zwillinge motivieren sich, Sport zu machen, sich gesund zu ernähren, eine neue Sprache zu lernen, aber genauso motivieren sie sich auch dazu, Mist zu bauen, lange aufzubleiben oder Party zu machen. Fluch und Segen also.

Mit „Die Friesenjunkies” schlagen Sie nach Ihren bisherigen Serien einen deutlich anderen Ton an. Was hat Sie an dem Stoff gereizt?

Der Ton bleibt der gleiche, nur die Fallhöhe ist krasser. Es steht mehr auf dem Spiel. Das fanden wir spannend. Ganz banale Dialoge entscheiden auf einmal über Leben und Tod.

Die Serie spielt auf Sylt – einem Ort, der für Luxus, Status und Sehnsüchte steht. Warum war gerade dieses Setting für Ihre Geschichte so wichtig?

Sylt polarisiert natürlich zunächst – die Insel der Reichen und Schönen. Aber was passiert, wenn genau diese Attribute nicht mehr zählen? Wenn äußeres Erscheinungsbild, Kontostand, Job oder Auto plötzlich keine Bedeutung mehr haben? In einer privaten Suchtklinik beschäftigen sich viele Patient:innen zum ersten Mal wirklich mit sich selbst – und kehren alles von außen nach innen. Das kann wehtun, wenn dort zunächst nicht viel ist. Gleichzeitig ist Sylt ja nicht nur reich und prollig, sondern hat eine unglaublich schöne Natur und viele kleine, besondere Orte. Wer schon einmal auf der Insel war, kennt dieses ganz bestimmte, magische Freiheits-Melancholie-Gefühl, das sich kaum beschreiben lässt. Genau dieses Gefühl wollten wir einfangen und in eine Serie packen.

Sucht, Leistungsdruck und -verweigerung sowie Selbstfindung sind zentrale Themen der Serie. Warum wollten Sie diese gesellschaftlichen Fragen in den Mittelpunkt stellen?

Weil das Themen sind, die uns alle betreffen. Niemand muss reich sein, um süchtig zu werden oder Leistungsdruck zu spüren. Alle Altersklassen, Schichten und Geschlechter haben mit diesen Themen zu tun. Wir wollten keine Antworten finden, sondern vielmehr zeigen, wie unterschiedlich Menschen damit umgehen.

Was die Krankheit Sucht so tückisch macht: Sie ist kaum greifbar und ein Suchterkrankter ist nach einem Krankenhausaufenthalt nicht automatisch wieder geheilt. Man muss in eine Klinik und irgendwie einfach abwarten und sich selbst und die Sucht verstehen. Für viele bedeutet das, zunächst tief in sich hineinzuschauen. Sucht bleibt eine lebenslange Herausforderung. Wenn man nicht aufpasst, kommt sie von hinten und beißt zu.

Die Serie verbindet Humor mit existenziellen Krisen. Wie finden Sie die richtige Balance zwischen Leichtigkeit und Ernst?

Wir versuchen aus Prinzip, keine Serien zu schreiben, die „witzig“ sein sollen. Das Witzige soll dadurch entstehen, dass man die Charaktere und ihre Probleme ernst nimmt. Und das Drehbuch den Kosmos, den es beschreibt, ernst nimmt und eine Art Respekt vor den Figuren hat. Und wenn das gelingt, kann so etwas wie Humor entstehen. Die Wahrheit, die in der Geschichte steckt, ist dann der Humor.

Wie ist es Ihnen gelungen, ihren berühmten Improvisationsstil in das ruhigere und ernstere Setting von „Die Friesenjunkies” zu integrieren, ohne die emotionale Tiefe der Szenen zu verlieren?

Die Improvisation hat irgendwie noch nie so gut funktioniert wie hier. Sie macht Dialoge oft authentischer. Die Schauspieler:innen haben sich alle sehr gut vorbereitet und sich mit Therapeut:innen, Pflegepersonal, Suchtkranken und Psychiater:innen getroffen und ausgetauscht. Ohne unseren tollen Cast und dessen Vorarbeit wäre das alles nicht ansatzweise so gut geworden. Wenn die Schauspieler:innen dieses Wissen in die Dialoge einfließen lassen, entsteht eine Authentizität, die wir allein so niemals hätten herstellen können.

Inwiefern ist eine Suchtklinik das perfekte Setting, um einen Blick aufs Menschsein zu werfen?

Am Ende hat keiner Lust, Geschichten von Menschen zu hören, bei denen alles glatt läuft. Zuschauer:innen möchten Figuren scheitern sehen und die ganze Palette an Gefühlen spüren. Menschen, die in eine Suchtklinik gehen, machen eine harte Zeit durch und stoßen an ihre Grenzen. Es gibt also viel Konfliktpotenzial – und das ist natürlich immer gut für einen Stoff.











Sylvie Meis

(Madison Portman)

Madison ist eine Selfmade-Millionärin. Mit Disziplin, Ehrgeiz und unermüdlichem Einsatz führt sie ein erfolgreiches Unternehmen, trägt zu jedem Anlass das perfekte Outfit und scheint alles unter Kontrolle zu haben. Doch hinter der „perfekten“ Fassade verbirgt sich mehr: Eine Frau, die nie gelernt hat, dass sie auch ohne Leistung liebenswert ist. Aus einem Medikament, das ihr wegen ihrer Schlafstörungen verschrieben wird, entwickelt sich eine gefährliche Abhängigkeit. Die daraus resultierenden Blackouts nehmen ihr nicht nur die Kontrolle über ihr Leben, sondern auch das Wertvollste, was sie hat: ihre Söhne. In der Klinik kämpft Madison darum, endlich nicht mehr für Anerkennung, sondern für sich selbst zu leben. Denn erst als sie ihre glänzende Fassade verliert, muss sie sich der Frage stellen, wer sie eigentlich ohne sie ist.

Interview

Die Zuschauer:innen werden überrascht sein, Sie in einer Rolle wie dieser zu erleben. Was hat Sie an dem Projekt überzeugt?

Als die Anfrage kam, habe ich tatsächlich direkt zugesagt. Mich hat einfach das Gesamtpaket sofort begeistert: dieses tolle Team, die besondere Energie und natürlich die Belton-Brüder. Und dann war da Madison – eine Rolle, die mir die Möglichkeit gibt, eine Facette zu zeigen, die das Publikum so noch nicht kennt. Genau das fand ich unglaublich reizvoll. Gleichzeitig war es für mich eine echte Herausforderung, weil diese Rolle auch für mich absolutes Neuland war. Aber genau solche Herausforderungen liebe ich: Raus aus der Komfortzone, etwas Neues ausprobieren und sich selbst dabei vielleicht ein bisschen überraschen.

Ihre Figur zeigt, wie eng äußerer Erfolg und persönliche Krisen beieinanderliegen können. Was hat Sie daran fasziniert?

Das fasst es eigentlich schon sehr gut zusammen: Was man von außen sieht, ist eben nicht immer das, was im Inneren passiert. Madie ist eine Frau, die scheinbar alles hat – Erfolg, Stärke, ein Leben, um das sie vielleicht viele beneiden. Und gleichzeitig trägt sie ein sehr persönliches Drama mit sich, das sie nach außen zu überspielen versucht. Mich hat dieser Kontrast fasziniert: Diese starke, erfolgreiche Frau zu zeigen und gleichzeitig ihre Verletzlichkeit und ihre Brüche sichtbar werden zu lassen. Denn egal, wie gut man etwas vor der Öffentlichkeit verbergen kann, irgendwann muss man sich damit auseinandersetzen, um wirklich heilen zu können.

Welche Facetten Ihrer Rolle haben Sie beim Drehen selbst überrascht? Haben Sie von Ihrer Rollenfigur etwas gelernt?

Mich hat vor allem dieser starke Gegensatz bei Madison überrascht: Nach außen wirkt sie hart, selbstbewusst und fast unnahbar, während sie innerlich unglaublich verletzlich und gebrochen ist. Dieses Gefühl, nach außen funktionieren und professionell sein zu müssen, kenne ich auch aus meinem eigenen Leben. Egal, was gerade passiert – man muss seinen Job machen und darf sich nicht immer anmerken lassen, wie es einem wirklich geht.

Besonders geprägt hat mich eine Szene mit einer Familienaufstellung. Ich selbst habe so etwas noch nie gemacht, aber in meiner Rolle als Madison bin ich sehr tief in diesen Prozess eingetaucht. Die Szene hat mir noch einmal gezeigt, wie viele kleine Entscheidungen, Erfahrungen und Beziehungen aus unserer Jugend unser späteres Leben beeinflussen können – und wie sich daraus irgendwann große, sogar tragische Konsequenzen entwickeln können.

Die Szene zu drehen war für mich ein sehr bewegender Moment, der mir gezeigt hat, wie tief man in eine Rolle eintauchen kann – und wie viel man dadurch über die Figur, aber manchmal auch über sich selbst lernen kann.

Die Serie erzählt davon, wie unterschiedlich Menschen mit Krisen umgehen. Was hat Sie daran besonders berührt?

Diese sehr menschliche Seite der Geschichte hat mich besonders berührt. Was dem einen hilft, kann für den anderen genau das Falsche sein. Jeder braucht eine andere Ansprache, eine andere Form von Nähe oder menschlichem Kontakt und auch seine eigene Zeit. Aber am Ende verbindet alle das gleiche Bedürfnis: Einen Weg zu finden, mit der Situation umzugehen und wieder ein Stück Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen.

Was glauben Sie, wird das Publikum an „Die Friesenjunkies” überraschen?

Ich glaube, dass vor allem diese besondere Mischung aus Drama, Tragik und Humor das Publikum überraschen wird. „Die Friesenjunkies“ erzählt von sehr ernsten und teilweise schmerzhaften Themen, schafft es aber gleichzeitig, unglaublich viel Leichtigkeit und Humor hineinzubringen.

Man weiß als Zuschauende manchmal gar nicht, ob man im nächsten Moment lachen oder weinen soll. Und gerade dadurch fühlen sich die Figuren und ihre Geschichten so menschlich und echt an. Die Serie zeigt sehr persönliche Seiten und Themen, über die vielleicht nicht immer offen gesprochen wird, aber eben auch nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einer großen Portion Humor und Menschlichkeit. Das macht „Die Friesenjunkies“ zu einer Serie, die auch nach dem Anschauen noch nachwirkt.

Madison ist eine starke Geschäftsfrau, gleichzeitig aber zutiefst verletzlich. Wie wichtig war Ihnen diese Ambivalenz?

Diese Ambivalenz war für mich unglaublich wichtig, weil sie etwas zeigt, das im echten Leben sehr oft Realität ist. Stärke und Verletzlichkeit schließen sich nicht aus – ganz im Gegenteil. Madison ist eine erfolgreiche, starke Geschäftsfrau, die nach außen sehr genau weiß, was sie will und wie sie auftreten muss. Aber das bedeutet nicht, dass es in ihrem Inneren genauso aussieht. Gerade dieser Kontrast macht sie für mich so menschlich und hat die Rolle auch so spannend gemacht.

Wie war das Zusammenspiel mit den Schauspiel-Kolleg:innen am Set? Gibt es eine Begebenheit, die besonders tragisch oder lustig war?

Wir hatten intensive und sehr emotionale Szenen, aber gleichzeitig wurde hinter der Kamera unglaublich viel gelacht und manchmal auch geweint. Das Zusammenspiel mit meinen Kolleg:innen war sehr vertraut und hat sich von Anfang an leicht und natürlich angefühlt. Wir hatten gemeinsam einfach die beste Zeit – und ich glaube, genau diese besondere Energie und Nähe untereinander spürt man am Ende auch in der Serie.











Martin Brambach

(Burkhardt „Buggi“ Dieterich)

Buggi hat zu jedem Thema eine Geschichte – und zu jeder Geschichte noch eine zweite. Nicht, weil er so gerne im Mittelpunkt steht, sondern weil Stille für ihn kaum auszuhalten ist. Hinter all der Redseligkeit verbirgt sich ein zutiefst einsamer Mann, der sich nach Nähe sehnt, ohne je über seine Gefühle zu sprechen. Stattdessen sucht er Anschluss in der Raucherecke, verteilt ungefragt Ratschläge und hält sich selbst für einen Kandidaten mit Anspruch auf Sonderbehandlung – schließlich ist er schon fast ein Dauergast in der Klinik. Doch sein Alkoholproblem lässt sich nicht länger verdrängen: Als langjähriger Spiegeltrinker hält er seinen Pegel konstant, um den Alltag – und letztlich sein ganzes Leben – zu bewältigen.

Interview

Buggi redet quasi ununterbrochen. Was verrät dieses Mitteilungsbedürfnis über den Menschen hinter der Fassade?

Wenn jemand ununterbrochen redet, kann das ein Zeichen von Unsicherheit sein, auf eine neurologische Erkrankung hinweisen oder – wie in Buggis Fall – aus großer Einsamkeit entstehen. Buggi hat seit seiner Scheidung ein schweres Alkoholproblem und trinkt meistens allein. Dadurch sind auch seine sozialen Kontakte mit der Zeit weniger geworden. Umso größer ist sein Mitteilungsbedürfnis, wenn er einmal die Gelegenheit hat, dass ihm jemand zuhört.

In „Die Friesenjunkies” liegen Tragik und Komik oft dicht beieinander. Warum kann gerade diese Mischung so wirkungsvoll sein?

Komik ohne Tragik ist Klamauk. Unter jeder wirklichen Komik liegt eine existenzielle Not, ein furchtbares oder peinliches Scheitern – so wie mein kleiner Enkel sich schlapp lacht, wenn ich mir aus Versehen mit dem Hammer auf den Daumen haue, oder der Clown im Zirkus auf die Nase fällt. Meist können wir darüber nur bei anderen lachen. Dabei besteht das Leben vor allem aus Niederlagen und dem immer wiederkehrenden Scheitern. Vielleicht würden wir die Tragik unserer Existenz ohne Schadenfreude und Humor gar nicht ertragen.

Die Serie verzichtet auf einfache Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Was macht Figuren mit Brüchen für Sie als Schauspieler spannend?

Figuren, die keine Brüche haben, verlieren ihre Authentizität. Im Leben ist nichts nur schwarz-weiß. Gerade weil wir in einer Welt leben, in der immer mehr vereinfacht und in schwarz-weiß gezeichnet wird, sodass viele Menschen Ambivalenz und Ambiguität gar nicht mehr aushalten, ist es umso wichtiger, in der Kunst ein differenziertes und widersprüchliches Menschenbild zu zeichnen.

Sie haben in Ihrer Karriere viele sehr unterschiedliche Stoffe gespielt. Was macht „Die Friesenjunkies” besonders?

Das Besondere an „Die Friesenjunkies” war die irrsinnige Intensität der Arbeit, die ich ehrlich gesagt so noch nicht erlebt habe. Diese Mischung aus geskripteten und improvisierten Szenen lässt einen auch nach dem Drehtag noch lange nicht abschalten: Was habe ich da heute gesagt, gespielt? Was hätte ich vielleicht besser sagen können? Was könnte die Figur in Zukunft noch sagen und spielen? Was wäre überhaupt interessant zu erzählen?

Oft saßen wir mit Kolleg:innen am Abend, lange nach Drehschluss, beim Essen und improvisierten in den Figuren weiter, nur um dann festzustellen, dass das ja eigentlich blöd ist, weil jetzt keine Kamera dabei ist. Dann bin ich in mein Hotelzimmer gegangen und habe mich dabei ertappt, wie ich dort weitergespielt habe.

Auch die Mischung der Kolleg:innen war etwas ganz Besonderes: Tolle, großartige Schauspieler:innen und unsagbar gute Laiendarsteller:innen, die einen mitunter an die Wand gespielt haben, weil sie viel authentischer sind, als ich das jemals sein kann.

Und schließlich die herrliche Art, mit der Oskar und Emil das Ganze geleitet und inszeniert haben. Eine der schönsten und intensivsten Arbeiten meines Lebens!











Shadi Eck

(Falko)

Eigentlich hat Falko nur gelegentlich gekifft und geraucht – zumindest als Teenager, als alles noch harmlos schien. Mit den Jahren wurde der Konsum jedoch zu einer Flucht vor der Angst, den eigenen Platz im Leben nicht zu finden. Heute zieht er sich immer weiter zurück und verliert dabei den Kontakt zu Familie und Freunden. Nach außen lässt er sich wenig anmerken und greift lieber zur nächsten Ausrede, als über seine Probleme zu sprechen. Doch das Versteckspiel treibt ihn immer tiefer in die Isolation: Um seinen Entzug selbst finanzieren zu können, belügt er sogar die Menschen, die ihm am nächsten stehen. In der Klinik kämpft Falko darum, den Mut zu finden, sich seiner Angst zu stellen – und daran zu glauben, dass ein Leben ohne Sucht und ohne Lügen überhaupt möglich ist.

Interview

Falko ist ein junger Mensch, der sich immer weiter zurückzieht und versucht, seine Probleme allein zu bewältigen. Was hat Sie an dieser Figur besonders berührt – und was war für Sie die größte Herausforderung, ihn darzustellen?

Was mich an Falko am meisten berührt, ist, dass er trotz schwieriger Umstände ein Kämpfer ist. Er hat einen innigen Wunsch, den er eigentlich schon seit Jahren verdrängt. Eines Tages wird ihm klar, was er eigentlich will – und er packt diesen Moment und versucht, etwas daraus zu machen. Dass er aus seiner tiefen Grube herauskommen und die Karten noch einmal neu mischen möchte, hat mich sehr berührt. Gleichzeitig fand ich Falkos besondere Persönlichkeit spannend: Diese Mischung aus viel Nachdenken, manchmal etwas schrägen Gedanken, wenigen Worten und einer beobachtenden, ruhigen Haltung fand ich spannend. Er wirkt oft gelassen – und gleichzeitig ein bisschen genervt. Die größte Herausforderung war für mich, Falkos Perspektive und Energie zu vermitteln, ohne dass er viel spricht. Trotzdem muss er präsent sein und darf in den Szenen nicht untergehen. Auch sein Suchtproblem und der Entzug bringen für die Figur einiges mit sich.

Falko ist keine laute Figur – vieles passiert in seinem Inneren. Wie haben Sie diese Gefühle sichtbar gemacht?

Ich habe versucht, nach dem Motto „weniger ist mehr“ zu spielen. Blickkontakte, nicht zu viel wollen – manchmal reicht schon ein natürlicher Blick mit einem bestimmten Gedanken oder einer bestimmten Absicht, um etwas zu vermitteln. In Vorbereitung auf die Rolle habe ich reale Menschen beobachtet, die Falko ähnlich sind, und mir dann überlegt, was ihn persönlich ausmacht. Daraus hat sich mit der Zeit ein Gefühl oder eine Art Instinkt für die Figur entwickelt.

Welche Rolle spielt Falko in der Klinik, für die anderen Patient:innen, aber auch für das Personal?

Falko ist, von außen betrachtet, der „Gesündeste“, der in die „Isebek“-Klinik eincheckt. Er hinterfragt vieles und beobachtet das Geschehen genau. Stück für Stück kommt er den kuriosen Strukturen der Klinik auf die Schliche. Obwohl Falko eigentlich gar nicht lange bleiben will, bringt er mit seiner Art neuen Schwung ins Haus – sowohl beim Personal als auch bei den Patient:innen. Dieser Schwung holt ihn schließlich selbst schneller ein, als ihm lieb ist.

Gab es etwas, das Oskar und Emil Ihnen für die Figur des Falko mitgegeben haben, das für Ihre Darstellung entscheidend war?

Die Figur Holden Caulfield aus dem Roman „Der Fänger im Roggen“ diente als Inspiration für die Figur Falko – das war für mich schon das Ausschlaggebendste. Das Buch und vor allem Holdens Umgang mit den anderen Romanfiguren waren ein konkreter Leitfaden für Falko und sein Verhältnis zu den anderen Personen in der „Isebek“-Klinik.







Lera Abova

(Holly)

Holly ist hyperaktiv, tiefgründig und wirkt für ihr Alter ungewöhnlich abgeklärt und gebrochen. Sie hat als Kind wenig elterliche Liebe erfahren und früh gelernt, ihre Gefühle zu unterdrücken. Im Laufe ihrer Jugend entwickelt sie ein Suchtproblem und bricht die Schule ab. Ihre psychische Belastung und die Sucht bringen ihr Leben immer mehr aus den Fugen. In der „Isebek“-Klinik versucht sie schließlich, sich vor ihrer Vergangenheit und der Gegenwart zu verstecken.











Stephan Luca

(Roland Verstergaard)



Roland Vestergaard ist ein narzisstischer, deutsch-dänischer Schauspieler, der in großen Schwierigkeiten steckt. Er ist dauerhaft angespannt, streitsüchtig und kann nur schwer mit Niederlagen umgehen. Hinter seiner harten Fassade steckt jedoch ein verletzter Mensch, der bereits in seiner Kindheit traumatische Erfahrungen gemacht hat. Die Spuren davon sind bis heute geblieben. Aufgrund seiner massiven Ego-Probleme entwickelt Roland ein Suchtproblem, das ihn zunehmend in Schwierigkeiten bringt. In der Klinik versucht er, wieder clean zu werden und so seine Schauspielkarriere zu retten.









Arman Kashani

(Cyrus Pahlavi)

Cyrus Pahlavi gehört zur persischen Pahlavi-Dynastie, die in Paris, Genf und Marbella im Exil lebt. Er ist das schwarze Schaf der Familie. Er ist sensibel, poetisch und hat eine künstlerische Ader. Obwohl er aus wohlhabenden Verhältnissen stammt, wirkt er oft verwahrlost. Er liebt die deutsche Kultur, die er als „echt und geregelt“ empfindet, und begeistert sich für die einfachen Dinge des Lebens. Durch seine Spielsucht und ein zunehmendes Suchtproblem hat er einen großen Teil seines Vermögens verspielt. Seine Familie schickt ihn daraufhin in die Klinik und sperrt seine Konten – ihm bleibt keine andere Wahl, als sich seinem Problem zu stellen.





Klinikleitung und Klinikpersonal

Marie-Lou Sellem

(Chefärztin Frau Prof. Dr. med. Kowalke)

Frau Prof. Dr. med. Kowalke ist zynisch, strikt, intelligent und extrem karriereorientiert – ein echter Workaholic. Für den Erfolg der „Isebek“-Klinik schreckt sie als Klinikleitung vor kaum etwas zurück und leitet die Privatklinik mit viel Herzblut. Ihre rechte Hand ist Chefarzt Mangerius, den sie zwar wie einen Diener behandelt, aber dennoch bei sich hält. Als immer mehr Patient:innen zur Konkurrenz wechseln, setzt Kowalke alles daran, ihr Haus attraktiver zu machen und seinen Ruf zu retten.





Peter Kurth

(Herr „Dr.” Mangerius)

Mangerius ist Kowalkes rechte Hand und macht alles, was sie sagt. Er ist tollpatschig, etwas trottelig, aber liebenswürdig und eher still. Was die meisten nicht wissen: Er ist ein Hochstapler, sein Doktortitel ist erkauft. Obwohl er von Patient:innen und Personal oft nicht ernst genommen wird, tritt er aus eigenem Frust gerne nach unten, besonders bei Piotrek. Hinter seiner stillen Art steckt eine gemeine, sarkastische und durchaus lustige Seite. Als Chefarzt stellt er Diagnosen, erstellt Behandlungspläne und entscheidet über die medikamentöse Behandlung der Patient:innen.

Statement von Marie-Lou Sellem und Peter Kurth

An der „Isebek“-Klinik ist besonders spannend, dass die Grenzen zwischen dem, was als gesund gilt, was gesund sein soll und was vielleicht erst noch gesund werden muss, immer wieder verschwimmen. Die Klinik macht dadurch ein breites Spektrum dessen sichtbar, was menschlich möglich ist – und genau das ist eine große Stärke der Serie. Für Kowalke und Mangerius gilt dabei: Erlaubt ist, was die Klinik rettet. Sie kann nicht ohne ihn und er wäre ohne sie ziemlich aufgeschmissen, wodurch sich zwischen den beiden ständig eine Mischung aus Nähe, Reibung und Komik entwickelt. Dieses Duo hat deshalb das Potenzial für eine echte „Never-Ending-Story“.

Pheline Roggan

(Tiefenpsychologin Frau Beiersdorf)

Frau Beiersdorf ist tough, unaufgeregt und rational. Sie hat acht Jahre beim „Drob Inn” in Hamburg, einer Kontakt- und Beratungsstelle für Suchterkrankte, gearbeitet und hat daher „alles schon gesehen". Sie arbeitet schon lange in der „Isebek“-Klinik als Sucht- und Gruppentherapeutin und soll die neue, junge Therapeutin Jannika einarbeiten. Beiersdorf ist präventionsorientiert und sie will alte Behandlungsmethoden bewahren, die schon längst überholt sind. Sie lässt immer eine kleine Ironie-Lücke zwischen sich und den Patient:innen, um Abstand zu halten.

David Schütter

(Suchttherapeut Stratlater)

Stratlater fungiert als Suchttherapeut in der Klinik. Er ist lässig, etwas überheblich und hält sich für etwas Besseres. Er mobbt leidenschaftlich gern Mangerius und hatte schon die ein oder andere intime Beziehung mit Patientinnen. Obwohl er nicht studiert, sondern eine Ausbildung zum Suchttherapeuten absolviert hat, tritt er gerne als Prediger mit gefährlichem Halbwissen auf. Seine eigene Suchtvergangenheit nutzt er dabei als Rechtfertigung.

Marie Lina Smyrek

(Jannika Isebek)

Jannika ist organisiert, höflich und motiviert. Sie ist schnell verunsichert, aber gleichzeitig intelligent und kreativ. Was zu Beginn niemand weiß: Sie ist die Enkelin von Elisabeth Isebek. Als neue Psychotherapeutin in der Klinik übernimmt sie zunächst die Einzeltherapie von Falko und wird von Beiersdorf eingearbeitet. Mit ihrer offenen Art bringt sie frischen Wind in die Klinik – was nicht bei allen auf Begeisterung stößt.



Maradona Akkouch

(Pflegefachkraft Emmanuel „Bubbles”)

Emmanuel, genannt „Bubbles” ist etwas bürokratisch veranlagt, gleichzeitig aber auch sehr harmoniebedürftig. Er ist sozial und fürsorglich und packt gerne mit an. Er überschätzt dennoch oft seine Kompetenzen und spielt sich gerne als Therapeut auf. Die Zwillinge Otto und Josef liegen ihm besonders am Herzen. Als Pflegefachkraft hat er in der „Isebek“-Klinik immer ein offenes Ohr für die Patient:innen.



Sönke Möhring

(Kunst- und Achtsamkeitstherapeut Moritz Bornemann)

Moritz Bornemann ist emotional, hochsensibel und künstlerisch veranlagt. Er ist spirituell, findet Meditation allerdings extrem langweilig. Gleichzeitig hat er ein ausgeprägtes Ego und möchte gerne als Visionär gesehen werden – damit eckt er an, vor allem bei Mangerius. In der „Isebek“-Klinik arbeitet er als Achtsamkeitstrainer und Kunsttherapeut und leitet den Bogenschützenkurs.

Marc Hosemann

(Bernd von Kropp)

Er ist der Vater von Otto und Josef. Kontrollsüchtig und perfektionistisch duldet er keinen Widerspruch und muss alles bestimmen. Den eigenen Perfektionismus überträgt er in Form von gnadenlosem Erfolgsdruck auf seine Familie. Er ist unfähig, echte Nähe oder Schwäche zuzulassen, und kompensiert tiefe Minderwertigkeitsgefühle mit Macht und Kontrolle. Trotzdem würde er alles für seine Söhne tun, auch wenn er unfähig ist, ihnen das zu zeigen.

„Die Friesenjunkies“ ist im Presse-Vorführraum zur Ansicht verfügbar: www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/vorfuehrraum

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