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Stand: Juli 2026
Die fünfte Staffel von 'Babylon Berlin' ist etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil sie erzählerisch und dramaturgisch ihren Höhepunkt erreicht. Sondern weil mit ihr eine ganze Dekade zu Ende geht: Als wir das Projekt vor zehn Jahren als erste Kooperation zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und Streaming mit internationalem Anspruch gestartet haben, waren die Widerstände groß. Es war eine Kraftanstrengung – und sie hat sich gelohnt. Mein Dank gilt allen, die den Mut und die Leidenschaft hatten, 'Babylon Berlin' in die Welt zu tragen. Daran denke ich, wenn ich Gereon und Charlotte in dieser finalen Staffel ein letztes Mal begleite.
Mit den acht finalen Folgen der fünften Staffel endet für uns ein außergewöhnliches Kapitel. 'Babylon Berlin' war eines der größten und ambitioniertesten Serienprojekte, die Deutschland je hervorgebracht hat: 533 Drehtage an mehr als 500 Drehorten, über 400 Darstellerinnen und Darsteller, 17.000 Komparsinnen und Komparsen sowie 2.046 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben diese Welt entstehen lassen. Hinter jeder dieser Zahlen stehen Leidenschaft, Mut und eine beeindruckende gemeinsame Leistung. 'Babylon Berlin' hat national wie international Maßstäbe gesetzt und gezeigt, welches Potenzial im deutschen Serienerzählen steckt. Das Finale vereint noch einmal alles, was diese Serie so besonders gemacht hat: große Emotionen, visuelle Kraft und eine Geschichte, die lange nachwirkt. Unser Dank gilt X Filme, Beta Film und allen Kolleginnen und Kollegen in der ARD. Wir sind stolz auf das gemeinsam Erreichte und verabschieden uns mit großer Dankbarkeit und einer guten Portion Wehmut von einer Serie, die das deutsche Fernsehen geprägt hat.
Berlin, Januar 1933: Mit Hitlers Ernennung zum Reichskanzler beginnt das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Charlotte Ritter ermittelt in einer Mordserie an ehemaligen Frontsoldaten. Verbindungen und Motive reichen in das Jahr 1918 zurück. Eine brisante Akte ist verschwunden, die Hitlers Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg in ein neues Licht rückt. Politischer Sprengstoff, und die Betroffenen scheinen vor nichts zurückzuschrecken, um die Akte in ihren Besitz zu bringen – auch nicht vor Mord. Als Gereon Rath plötzlich spurlos verschwindet, weiß Charlotte nicht, ob sie ihn je wiedersehen wird.
In der fünften Staffel von „Babylon Berlin“, frei nach Motiven des Romans „Märzgefallene“ von Volker Kutscher, kehren in den Hauptrollen Volker Bruch als Gereon Rath und Liv Lisa Fries als Charlotte Ritter zurück. Acht neue Episoden beleuchten die Tage zwischen Machtübernahme und Reichstagsbrand. „Babylon Berlin“ tanzt die letzten Tänze, feiert schillernde Nächte, reist nach Köln, nach Paris und kehrt immer wieder nach Berlin zurück. Ein letztes Aufbäumen, erste Abschiede: „Babylon Berlin“ begleitet vertraute Figuren aus der Nacht in das kalte Licht des Morgens. Die fünfte Staffel ist das Finale einer zehnjährigen Entwicklung. Ein Jahrzehnt brauchte es, um fünf Jahre deutscher Geschichte in einer bis dato so nie gesehenen Intensität lebendig werden zu lassen. Nach dem Beschwören von Asche und Staub, nach Tagen wie Gold sehen wir jetzt, wie der Faschismus dem Totentanz die Bühne bereitet. Nichts dabei geschieht von Geisterhand.
XL-Trailer: Best of Staffel 5
BESETZUNG
GEREON RATH | Volker Bruch |
CHARLOTTE RITTER | Liv Lisa Fries |
DR. SCHMIDT / ANNO | Jens Harzer |
WILHELM BÖHM | Godehard Giese |
REINHOLD GRÄF | Christian Friedel |
ELISABETH BEHNKE | Fritzi Haberlandt |
KATELBACH | Karl Markovics |
HEYMANN | Martin Wuttke |
ANWALT LITTEN | Trystan W. Pütter |
DR. FORSTER | Ulrich Noethen |
DR. VÖLCKER | Jördis Triebel |
ROSA HELFERS | Jenny Schily |
ARMENIER | Mišel Matičević |
ERNST GENNAT | Udo Samel |
GÜNTER WENDT | Benno Fürmann |
HENNING | Thorsten Merten |
CZERWINSKI | Rüdiger Klink |
ALFRED NYSSEN | Lars Eidinger |
HELGA NYSSEN | Hannah Herzsprung |
VAN DER LUBBE | Tobias Kersloot |
GEORG WEGENER | Holger Handtke |
FRED JACOBY | Peter Jordan |
HITLER | Clemens Schick |
JACKY | Max Mauff |
GÖRING | Devid Striesow |
ANNEMARIE NYSSEN | Marie Anne Fliegel |
BLANK | Sascha Nathan |
SEBALD | Hendrik Heutmann |
DORIS | Lilli Fichtner |
WELS | Uwe Preuss |
KRAJEWSKI | Henning Peker |
ADENAUER | Martin Armknecht |
ELLEN FORSTER | Victoria Trauttmansdorff |
SCHUPO BUWERT | Sönke Möhring |
FRAU HÜLSENBECK | Margarita Broich |
ALBRECHT | Michael Sideris |
POTOCNIC | Jakob Schmidt |
DÖBRICH | Maximilian Jaenisch |
STRELOW | Nils Hohenhövel |
MATERN | Vito Sack |
ODA FALLERSLEBEN | Isabelle von Stauffenberg |
BRAUN | Christoph Grunert |
| u.v.m. |
STAB
REGIE & DREHBUCH | Achim von Borries |
| Tom Tykwer |
| Henk Handloegten |
PRODUZENTEN | Uwe Schott |
| Tom Tykwer |
| Stefan Arndt |
| Michael Polle |
BILDGESTALTUNG | Christian Almesberger |
| Bernd Fischer |
| Philipp Haberlandt |
MUSIK | Johnny Klimek & Tom Tykwer |
SCHNITT | Antje Zynga |
| Claus Wehlisch |
| Alexander Berner |
TONGESTALTUNG | Frank Kruse |
| Alexander Buck |
| Matthias Lempert |
VISUAL EFFECTS SUPERVISOR | Robert Pinnow |
CASTING | Alexandra Montag |
SZENENBILD | Uli Hanisch |
| Yeşim Zolan |
MASKENBILD | Heiko Schmidt |
| Kerstin Gaecklein |
SPECIAL EFFECTS MAKE-UP | Roman Braunhofer |
KOSTÜMBILD | Pierre-Yves Gayraud |
REDAKTION ARD / DEGETO | Christine Strobl |
| Thomas Schreiber |
| Christoph Pellander |
| Carolin Haasis |
REDAKTION WDR | Alexander Bickel |
| Caren Toennissen |
REDAKTION SWR | Manfred Hattendorf |
| Monika Denisch |
REDAKTION HR | Jörg Himstedt |
KOPRODUZENTEN BETA FILM | Jan Mojto |
| Dirk Schürhoff |
| Moritz Herzogenberg |
PRODUKTION | X Filme Creative Pool in Koproduktion mit ARD Degeto, WDR, SWR, HR, Radio Bremen und Beta Film
in Zusammenarbeit mit dem RBB |
FILMFÖRDERUNG | Medienboard Berlin-Brandenburg |
| Film- und Medienstiftung NRW |
| German Motion Picture Fund |
Konfrontation mit der schmerzenden Wahrheit
Persönliche und politische Entwicklungen zwingen Gereon Rath in der 5. Staffel dazu, radikale Entscheidungen zu treffen. Diese führen zu einem Strudel von Ereignissen, der ihn an den Rand des Wahnsinns treibt. Er versucht, um jeden Preis Verantwortung zu übernehmen, sich zu emanzipieren und letztendlich das Richtige zu tun. Am Ende bleibt ihm nur die Möglichkeit loszulassen. Die Figur begleitet mich seit zehn Jahren wie ein Schatten. Auf zauberhafte Weise waren die Inhalte von Gereons Reise oft eng verwoben mit meiner Wahrnehmung der Realität, und andersherum war mein persönliches Ringen mit mir selbst immer der innere Anker für die Gefühlswelt der Figur. Wir haben uns im Laufe der Jahre immer besser kennen gelernt und eine Selbstverständlichkeit füreinander entwickelt, die ich als einzigartig empfinde. Was ich an der Rolle besonders schätze, ist, dass Gereon sich stets selbst treu bleibt. Er flieht nicht, sondern sucht immer wieder die Konfrontation mit der schmerzenden Wahrheit und hält es aus, wenn dabei die Realität über ihm zusammenbricht. Es braucht viel Zeit, so einen Charakter in dieser Tiefe in einem Film zu porträtieren, und ich bin den Autoren sehr dankbar für ihre Geduld und ihr Vertrauen. Der Grad an Aufmerksamkeit an einem Set ist maßgeblich dafür verantwortlich, was vor der Kamera überhaupt passieren kann. Über die Jahre ist die 'Babylon'-Familie immer enger zusammengewachsen, und durch dieses Vertrauen entwickelte sich eine ehrliche Fürsorge und ein unglaubliches Gefühl von Sicherheit am Set. Diesen Reichtum an kreativen Persönlichkeiten und echten Freunden hinter der Kamera werde ich nie vergessen. Das bleibt für mich im besten Sinne das Herz dieser Serie.
Überlebenskampf und Lebensfeier
In der finalen Staffel kann Charlotte Ritter ihrer Arbeit immer weniger uneingeschränkt nachgehen und bekommt, wie die gesamte Bevölkerung, die Methoden und die damit leider nicht endenden Verbrechen dieser Diktatur zu spüren. Es kommt im Rahmen dessen zu einer persönlichen Entscheidung, die schmerzhaft ist, aber auch zu ihr passt: Sie bleibt sich treu, hört auf ihr Herz und beweist Haltung, auch wenn sie dafür etwas Wertvolles opfern muss. Außerdem gibt es wieder ein paar tolle Tanzszenen, bei denen Charlotte der Schwere der 30er Jahre kurzzeitig entkommen kann. Aber die Tänze sind spürbar nicht mehr so leichtfüßig wie noch in den 20ern, die Zeiten sind schwerer. Ich kann Charlotte Ritter nach zehn Jahren wohlwollend und dankbar gehen lassen. Aber natürlich ist es auch traurig, weil sich eine so schöne Vertrautheit in der Zusammenarbeit mit den Regisseuren entwickelt hat. Die Vielfalt der Anforderungen und das Ausmaß dieses Projektes haben mir als Spielerin ein größeres Selbstvertrauen in mein künstlerisches Schaffen gegeben, und dafür werde ich immer dankbar sein. Und auch Charlotte hat im Laufe der Jahre an Selbstvertrauen dazu gewonnen, hat sich immer mehr als Frau in der komplett von Männern dominierten Kriminalwelt behauptet. Charlotte Ritter ist eine zutiefst selbstbestimmte und gewissensgeleitete Frau. Auch wenn sie Kompromisse eingeht und sich manchmal in moralischen Grauzonen bewegt, folgt sie letztlich ihrem eigenen Verständnis davon, was richtig ist. Ihr ausgeprägter innerer Kompass beeindruckt mich seit der ersten Staffel und hat mich bis zuletzt nicht enttäuscht. Sie trifft mitunter Entscheidungen, die wehtun, aber sie würde sich niemals selbst verraten. Ich bin nach wie vor sehr stolz, was für eine komplexe, zarte und starke Frau wir entworfen haben, und bin berührt, was für eine feministische Inspiration Charlotte Ritter weltweit ist. Erinnerungswürdige Momente beim Dreh sind zum Beispiel, als in der 1. Staffel der halbe Alexanderplatz abgesperrt und in die 20er Jahre getaucht war: ich werde den Moment nie vergessen, wie ich aus der Straßenbahn aussteige und auf die rote Burg zulaufe. Magisch! Und der Tanzmarathon in der 4. Staffel war auch sagenhaft. Sagenhaft anstrengend zu drehen und sagenhaft schön. Der Tanzmarathon ist so faszinierend, weil er zugleich Überlebenskampf und Lebensfeier ist. Charlotte und die anderen tanzen um ihre Existenz, und gerade in dieser Grenzsituation entstehen berührende Begegnungen, ehrliche Gespräche und eine besondere Nähe zwischen den Figuren. Der Tanz wird zu einem Spiegel ihrer Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste. Das war wirklich besonders. Spektakulär war auch der Dreh in der Volksbühne für die 5. Staffel. So viele Figuren trafen in 'Babylon Berlin' in einer Szene noch nie aufeinander. Ein echtes Feuerwerk zum Abschluss.
Es ist ein großes Privileg und auch Glück ein Projekt über viele Jahre begleiten zu dürfen und ich bin so dankbar, dass ich den Polizeifotografen Reinhold Gräf spielen durfte. Und dass dann das Projekt auch so großartig wird und die Reise meiner Figur so besonders und intensiv – das konnte man sich nicht besser erträumen. Man kam immer wieder nach Hause, wenn es hieß 'Babylon geht weiter.' Eine besondere Crew aus KünstlerInnen und wunderbaren Menschen traf aufeinander und zauberte sich in die Zeit zurück und erschrak zuletzt über die grusligen Parallelen zur heutigen weltweiten politischen Lage. Reinhold zeigte mehr Geheimnisse als es ihm vielleicht lieb war und gab mir als Schauspieler immer wieder wundervolle Szenen und herausfordernde Situationen. Er bleibt für immer in meinem Herzen – und kann jederzeit reanimiert werden – ich sag‘s ja nur, für einen Freund …
Das Vorhaben 'Babylon Berlin', eine Serie, die Berlin zeigt, bevor es im Zweiten Weltkrieg nahezu vollkommen zerstört wurde, hat mich schon deswegen interessiert, weil sie vorführt, was der Nationalsozialismus und die Menschen, die in diesem System funktioniert haben, zerstört haben. Welche Vielfalt, Diversität, Intelligenz, Charme, Witz, Kultur, Liebe, Ekstase, Leidenschaft, Modernität, Experimentierfreude, Expressivität. Alles das, was wir versucht haben, uns über die Jahrzehnte nach Kriegsende mühsam zurückzuerobern, und was nun aufs Neue durch den Vormarsch rechtsextremer Mächte bedroht ist. Geschichte scheint eine Welle, nur dass die Intervalle immer kürzer werden. Die Figur Alfred Nyssen steht darin exemplarisch, weil sie den Konflikt verkörpert, aus einem Gefühl des Zurückgesetztseins, unerwiderter Liebe und dem daraus resultierenden Selbsthass, aus einer narzisstischen Störung heraus, bösartige und zerstörerische Verhaltensweisen zu entwickeln, um am Ende an sich selbst zu scheitern. Oder, wie es Bertolt Brecht formuliert hat: 'Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.' Im Kontrast dazu werde ich die Atmosphäre am Set von 'Babylon Berlin' in meinem Herzen tragen, weil es den Beteiligten gelungen ist, einem Ideal an gesellschaftlichem Zusammensein, Kollegialität, Freude und ein Miteinander als Gesellschaft in der Gesellschaft zu entsprechen. Es ist eine Familie.
Zehn Jahre Teil des 'Babylon Berlin'-Kosmos zu sein, fühlt sich heute fast surreal an. Diese Serie hat mich über einen langen Abschnitt meines Lebens begleitet und geprägt. Besonders spannend war für mich zu erleben, wie sich meine Figur Helga im Laufe der Jahre verändert hat. 'Babylon Berlin' war für mich ein außergewöhnliches, künstlerisches Projekt, ein Ort mit tollen Begegnungen und gemeinsamer Leidenschaft. An die besondere Atmosphäre der Dreharbeiten, diese Mischung aus Größenwahn, Präzision und kreativem Mut, werde ich mich immer erinnern.
Es war für mich das erste Mal, dass ich eine Figur über einen so langen Zeitraum begleitet habe. Die Unverschämtheit von Böhm hat mir am Anfang am meisten Freude bereitet. Aber dann kamen mit jeder neuen Staffel neue Aspekte dieser Figur hinzu. Ein privater Strang, der finanzielle Abstieg, die Versuchung, und jetzt in der letzten Staffel sehen wir doch, dass er ein aufrechter, integrer und sehr professioneller Polizist ist. Die Zusammenarbeit mit den drei Regisseuren an dieser Rolle hätte ich mir nicht schöner vorstellen können.
Es ist ein großes, erfüllendes Glück, über so viele Jahre Teil der 'Babylon Berlin'-Familie zu sein. Mit welcher Sorgfalt, Genauigkeit und Liebe in allen Gewerken gearbeitet wurde – eine Ausnahmeproduktion! Und an Frau Behnke liebe ich ALLES: ihren spröden Humor, ihren Gerechtigkeitssinn, dass sie das Herz am rechten Fleck hat und im Laufe der Staffeln über sich hinauswächst. Von der einfachen Zimmerwirtin zur Heldin, die kurz davor ist, die Welt zu retten: Was für eine Reise! Und never forget: ‚Immer schön lüften!‘
Das Besondere an der Figur von Dr. Schmidt ist ja, dass er sich einerseits am Rande und andererseits mitten im Zentrum des Ganzen befindet. Das habe ich immer sehr genossen. Draußen und drinnen zugleich. Am Anfang wussten wir nicht so genau, wo es mit ihm hingeht. Es gab immer so eine Ahnung, die ich mit den drei Regisseuren teilte. Etwas Utopisches. Aber wie es sich in die eine oder andere Richtung entwickelte, das blieb doch auf eine schöne Weise lange sehr offen. Dr. Schmidt entzog sich immer klaren Beurteilungen, Einordnungen und auch eindeutigen Haltungen. Es gab keinen echten privaten Moment mit ihm. Dass jetzt am Ende der Serie die Dinge zu einem utopischen und politischen Gesamtplan zusammenfinden, der in gewisser Weise auf einer großen Menschenliebe des Dr. Schmidt beruht, ist überraschend und schön. Und von hinten her betrachtet völlig schlüssig.
Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Vor und hinter der Kamera. Globalpolitisch hat man das Gefühl, alte Sicherheiten gelten nicht mehr und feines Austarieren wurde durch Vulgarismus ersetzt. Der Stärkere nimmt sich. In etwa so verlief auch unser Spannungsbogen vor der Kamera. Wir erzählen die Schwierigkeit des Erwirkens von politischen Kompromissen in der Weimarer Republik, die Häutung eines zutiefst militaristischen deutschen Staates hin zu einer Republik, die wiederum in einer Diktatur endete. Der von mir verkörperte Oberst Wendt steht in der Serie für diesen Parkour. Auf seine Fahne hat er sich geschrieben, der unerträglichen Quasselbude der Demokratie mit aller Macht den Riegel vorzuschieben, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken und das Volk wieder an die Kandare zu nehmen. Wenn nötig auch mit Hilfe der vulgären Nationalsozialisten. Das ist der Marschplan meiner Figur über den gesamten Spannungsbogen der Serie. In der letzten Staffel sieht es fürs erste nach Erfüllung dieses Traumes aus. Wenn auch nicht ohne Hindernisse. 'Babylon Berlin' war für mich auch ein Zusammenwachsen mit Kollegen und Team. Es war auch das Altern vor der Kamera. In der ersten Staffel hatte ich volles Haar, in der letzten eine Glatze. 'Babylon' war Lebenszeit und Lernen. Jede Figur lehrt uns etwas über uns selbst. Ich liebte es, als Wendt eine dynamische Rigorosität an den Tag zu legen, die sich jede Diskussion verbat. Was mir als Schauspieler eine Freude war, ist für jedes politische System der Untergang. Weisheit bedeutet, ein tiefes Wissen um die Harmonie der Dinge zu haben. Diese Harmonie erreicht man nicht durch Unterdrückung von fremden Farben. Nicht durch politische Gewalt, sondern durch die Verbindung vom Ich zum Wir. Erinnern werde ich mich wahrscheinlich immer an die Nacht, als wir auf der Drachenburg am Rhein drehten. Ich verbrachte die Drehpause in meinem Trailer. Es klopfte um halb drei an meiner Tür, als ich sie öffnete, stand da 'Adolf Hitler' und fragte: 'Brauchst du mein Ladekabel noch?'
'Babylon Berlin' war für mich weit mehr als eine Serie. Jeder Drehtag fühlte sich an wie das Eintauchen in eine neue Welt. Die Kostüme, die Ausstattung, die historische Genauigkeit und der künstlerische Anspruch jeder einzelnen Abteilung waren außergewöhnlich. Es war eine Produktion, in der alle Gewerke ineinandergriffen und gemeinsam etwas erschufen, das größer war als die Summe seiner Teile. Als Dr. Völcker, Armenärztin und Kommunistin, durfte ich eine Figur spielen, die fest in den politischen und gesellschaftlichen Spannungen ihrer Zeit verankert war. Gerade deshalb berührt mich die Serie bis heute. Viele der Fragen, die sie erzählt, wirken erschreckend aktuell: die Verrohung des gesellschaftlichen Klimas, der Rückzug in ideologische Lager, die Suche nach Feindbildern und die zunehmende Sprachlosigkeit demokratischer Kräfte. Neben der außergewöhnlichen Regiearbeit bleiben mir vor allem die Kolleginnen und Kollegen, die Atmosphäre am Set und die große kreative Freiheit in Erinnerung. Es war eine seltene, intensive und zutiefst inspirierende Zeit. Als die fünfte Staffel zu Ende ging und mir klar wurde, dass diese Reise nun wirklich vorbei ist, wurde mir schwer ums Herz. Umso dankbarer bin ich, Teil dieser besonderen Geschichte gewesen zu sein.
Ich habe mich seit Jahren auf jede neue Folge von 'Babylon Berlin' gefreut, und jetzt in der letzten Staffel in diesem Ensemble mitspielen zu dürfen, ist für mich ein sehr großes Geschenk. Diese Rolle zu erarbeiten, war für mich aber nur begleitet von so wunderbaren Regisseuren, wie Tom, Henk und Achim, und unterstützt von dem großartigen Masken- und Kostüm-Team möglich. Die Innerlichkeit dieser Rolle zu spielen, wurde erst durch die Äußerlichkeit ermöglicht. Neben meiner Vorbereitung waren die drei Stunden Maskenzeit jeden Drehtag der letzte Schritt der Annäherung an diese Figur. Die Rolle zu spielen, hat mich gefordert, das Aussehen in Maske und Kostüm, fiel mir schwer. Ich habe in den vergangenen Monaten als Schauspieler das dritte Reich aus der Perspektive von unterschiedlichsten Rollen und in unterschiedlichsten Formaten, national und international, erforscht, verkörpert und erlebt. Sich durch meinen Beruf und diese Rollen mit unserer Geschichte so beschäftigen zu dürfen, empfinde ich als ein großes Privileg. Ich habe noch mehr begriffen, welch zeitloses Potential zur Gewalt dem Menschen möglich ist und welche Verantwortung wir aufgrund unserer Geschichte haben.
Es ist eine besondere Erfahrung, die Abschlussphase eines solchen Projekts als neu Hinzugekommener mitzuerleben. Eigentlich hat man ja alles verpasst, was das Team in den vergangenen zehn Jahren miteinander erlebt hat. Andererseits sticht die Lebe-wohl-Staffel auch immer heraus, der große dramaturgische Bogen schließt sich, und hier entscheidet sich, wie die Saga in der Erinnerung bleiben wird. Bei einem Mammutprojekt wie 'Babylon Berlin' ist man auch als Darsteller überwältigt – vom komplexen Kosmos, der Ausstattung, dem ganzen Aufwand – der Abstimmung dreier so unterschiedlicher Regisseure, nicht zu vergessen. Die Rolle des Dr. Edmund Forster ist gezeichnet nach einer historischen Figur, ich war mir der damit einhergehenden Verantwortung immer bewusst. Es ist schön, Teil eines solch großen Abschieds zu sein.
Berlin bekommt ein anderes Gesicht
Behind the Scenes: Achim von Borries (Mitte) und Tom Tykwer (re.)
Behind the Scenes: Henk Handloegten (2. v. re.) mit Regieassistentin Laura Mihartescu (Mitte) und Kameramann Philipp Haberlandt (2. v. li.)
Behind the Scenes: Henk Handloegten mit Fritzi Haberlandt
Behind the Scenes: Achim von Borries und Volker Bruch
Behind the Scenes: Tom Tykwer und Zaho de Sagazan
Wo stehen wir zu Beginn der fünften Staffel?
Henk Handloegten: Wir beginnen mit dem 30. Januar 1933. Hitler bekommt von Reichspräsident Hindenburg die Macht übertragen. Neuwahlen sind für den 5. März angesetzt. In diesem Zeitraum, also vom 30. Januar bis Ende Februar 1933, spielt die fünfte Staffel „Babylon Berlin“.
Achim von Borries: Es hat damals nur vier Wochen gedauert, um die parlamentarische Demokratie, die es ja trotz Präsidialverfügungen immer noch war, zu eliminieren. Die Opposition wurde verboten und die Grundrechte außer Kraft gesetzt. Zehntausende landeten damals schon in illegalen Lagern, die SA wurde bewaffnet und zur Hilfspolizei gemacht. All das geschah in atemberaubendem Tempo.
Tom Tykwer: Die Weimarer Republik hat 15 Jahre bestanden. Wir haben in jeder Staffel eine sehr kurze Strecke dieser Zeit wie unter dem Brennglas angeschaut. Und wir waren jedes Mal erstaunt. Es passierte in dieser kurzen Zeit jeweils so viel, dass die Staffel aus allen Nähten zu platzen schien. Schon in der ersten Staffel rund um die Mai-Unruhen 1929 war das so. Dramatisch und dramaturgisch ist das toll, auf kurzer Strecke so viele Wendepunkte erzählen zu können. Abgesehen von aller historischen Einordnung war das für uns als Autoren sehr intensiv.
Henk Handloegten: Februar 33 ist der letzte Akt. Danach ist es vorbei mit „Babylon Berlin“, und es beginnt ein komplett neues Zeitalter. Das Berlin der Nazis wurde schon oft und gut gezeigt. Für uns lag die Aufgabe darin, die Zeit davor zu betrachten.
Wie haben Sie die Arbeit an Drehbuch und Regie diesmal untereinander aufgeteilt?
Tom Tykwer: De facto machen wir alles zusammen. Im Schnitt übernimmt jeweils einer die Szene des anderen. Wir reichen das weiter. So kämmen wir alles gemeinsam durch und können immer wieder neu überprüfen und überdenken. Schnitt und Schreiben sind ähnliche Prozesse. Ich empfinde das Schneiden ähnlich wie das Schreiben einer vorletzten oder letzten Fassung. Wir lassen uns bei diesem Schritt noch auf relativ abenteuerliche Umstellungen ein. Im Schnitt sind wir genauso viel miteinander im Diskurs wie beim Schreiben. Nur beim Drehen teilen wir uns auf. Wir machen einen Drehplan wie für einen großen langen Film, den man so hintereinander wegdrehen würde und dann kriegt jeder ein Drittel vom Kuchen. Ein bisschen ist das auch wie friss oder stirb. Du drehst, was auf dem Tisch liegt. Und da liegen dann auch Sachen auf dem Tisch…
Henk Handloegten: …die du dir selbst nicht ausgesucht hättest
Tom Tykwer: Genau. Wenn du sie dir vorher ausgesucht hättest, dann gleich unter deinen Präferenzen. Genau diese Prämisse fällt jetzt weg. Und das lieben wir inzwischen total, weil dadurch immer neue Herausforderungen entstehen. Es gibt vielen Szenen eine andere Würze und verhindert, dass jeder für sich tunnelhaft durch das Drehen geht. Den Pilotenplatz zu wechseln, ist immer eine Bereicherung.
Der große Erfolg, die Abrufe in der Mediathek erreichten neue Rekorde, bestätigt das. Hatte der enorme Erfolg Einfluss auf die Tonalität und Machart der fünften Staffel?
Achim von Borries: Gar nicht. Wir verfahren immer gemäß dem alten sozialistischen Motto „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ (lacht). Im Ernst: Wenn wir das Gefühl bekommen, eine Szene gab es so oder ähnlich schon einmal, dann ändern wir sie. Wir haben zwei Leitgedanken: Wir beurteilen die damalige Zeit aus sich heraus, also ohne Kommentar auf die Gegenwart und wir wollen uns nicht wiederholen.
Aber eine bestimmte Tonalität zieht sich schon durch. Wie in Staffel vier stehen die Szenen um Witwe Behnke auch jetzt wieder für eine gewisse Leichtigkeit.
Achim von Borries: Ja, die Tonalität einer Figur vielleicht. Die Figuren Behnke, Katelbach und Litten geben uns die Möglichkeit, Humor reinzubringen.
Henk Handloegten: Heiterkeit und Ironie sind seit der ersten Staffel dabei. Wir schwenken immer auch in andere Genres. Das Mosaik der Stadt Berlin ermöglicht es uns, im Ton zu wechseln, vom knallharten Politthriller zur leichten Komödie und zurück zur Liebesgeschichte. Das geht bei uns in der Abfolge von drei Szenen. Das kosten wir auch aus.
Achim von Borries: Die Geschichte um die Figur Behnke war eine Gratwanderung. Deswegen sind wir auch sehr stolz auf diese Erzählung. Inhaltlich geht es da schließlich um fundamentale Fragen. Wie schafft man das Zusammengehen linker, zerstrittener Kräfte, um die Nazis zu verhindern? Das weitgehend als Komödie zu erzählen, ist riskant. Aber sobald es riskant wird, wird es auch interessant.
Neu dabei in Staffel fünf sind Clemens Schick als Hitler und Devid Striesow als Göring. Was war Ihnen bei der Zeichnung dieser zentralen Figuren wichtig?
Tom Tykwer: Wir haben uns für eine Reduzierung entschieden. Wir wollten diese beiden Figuren möglichst selten zeigen und ihnen keine große szenische Präsenz geben. Die historischen Umwälzungen werden in „Babylon Berlin“ immer aus der Mitte heraus oder aus ungewöhnlichen Perspektiven vom Rand her erzählt. Für uns war es schwer vorstellbar, dass unsere Protagonisten in unmittelbare Nähe zu Hitler geraten. In dieser oberen Etage der Geschichtsschreibung haben wir sie nie gesehen. Gleichzeitig ist Hitler im Zeitfenster der fünften Staffel natürlich omnipräsent. 1933 war er auf der Straße sichtbar und saß beim Industrie-Adel zu Tisch. Es war nicht zu verhindern, ihn auftreten zu lassen. Dabei haben wir aber einen Weg gefunden, uns szenisch anders mit ihm auseinanderzusetzen. Wir zeigen Hitler vor allem, bevor er Politiker wurde…
Henk Handloegten: …Stimmt. Für uns gab es immer zwei Hitlers. Einmal den Gefreiten von 1918 und dann den Diktator von 1933. Das sind zwei sehr unterschiedliche Figuren. Die Begegnung einiger unserer Protagonisten im Lazarett 1918 war ausschlaggebend für die fünfte Staffel. Sie beantwortet viele offene Fragen und erklärt einige Figuren, die von Anfang an dabei sind. Es war unvermeidlich, an diesen Anfang zurückzukehren. Im Lazarett 1918 hat vieles seinen Ursprung.
Tom Tykwer: Der Diktator Hitler hat uns als plastische dreidimensionale Figur dabei nicht interessiert. Sie ist übererzählt, wir belassen sie als Maske. Der Mensch dahinter und 15 Jahre früher hat uns aber durchaus interessiert. Göring haben wir als erzählerischen Mittler platziert. Eine Membran zwischen den Machtsystemen. Jemand, mit dem Regierungsrat Wendt Kontakt halten kann.
Achim von Borries: Wir gehen in der fünften Staffel ja in die politischen Zentralen rein. Wir zeigen die Rechten und die Linken. Wir zeigen die Debatten, die Streitereien und erzählen die zentralen Köpfe der Opposition. Natürlich auch das Geschrei im Reichstag, das viele Menschen zu der Erkenntnis brachte, die Regierung wird unsere Probleme nicht lösen.
Der Reichstag gehört diesmal zu den zentralen Schauplätzen. In Staffel fünf tobt das Leben aber auch im Kölner Karneval und im Paris der Exilanten erklingt eine vertraute Melodie. Verschwinden mit der wachsenden Gefahr von rechts die schillernden Schauplätze aus Berlin?
Henk Handloegten: Nein, auf keinen Fall.
Tom Tykwer: Wir haben zum Auftakt den Berliner Presseball und später zwei große Abende in der Mikado-Bar. Da ist eine Menge los. Aber man merkt eben auch im Nachtleben, dass sich der Wind gedreht hat. Weil die Gäste gemischt sind, weil die Bedrohung immer präsent ist, weil eine Zeitenwende in der Luft liegt. Berlin bekommt ein anderes Gesicht.
Henk Handloegten: Staffel fünf ist der letzte Tanz. Der Walzer von Charlotte und Gereon auf dem Presseball ist in gewisser Weise sogar ein Totentanz. Der Presseball fand am 28. Januar statt, bei uns zwei Tage später. Allen Zeitzeugnissen nach war das der Abend, an dem die Gesellschaft der Weimarer Republik in dieser Form ein letztes Mal zusammenkam. Der Presseball steht auch für das Zentrum eines Strudels. Da gibt es schon ein Vakuum. Außerhalb, in Köln und Paris sprudelt es noch anders. Aber auch die Szenerien in der Mikado-Bar bürgen für die gewohnte Vitalität der Berliner Schauplätze.
Achim von Borries: Der Zuschauer weiß ja, dass dies der letzte Tanz ist. Der Verlauf der Historie ist bekannt. Die Vitalität ist von Anfang an gebrochen, deshalb wird’s aber nicht weniger wild. In Köln sind wir auch deshalb mit einer anderen Unbekümmertheit zugange, weil sich die Rheinländer unter Adenauer auch weiter weg von Berlin wissen.
Die Straßenszenen im Karneval sind mit Originalaufnahmen aus der Zeit versetzt. Wie kam es dazu?
Achim von Borries: Wir haben auch schon in den letzten Staffeln da und dort mit Originalmaterial gearbeitet. Wir haben uns vor allem aber sehr viel Mühe mit der digitalen Wiederauferstehen Berlins gemacht. Alle Staffeln hindurch lässt die Serie das Berlin der zwanziger und dreißiger Jahre aufleben. So war völlig klar, dass wir das mit Köln, das ungleich mehr zerstört wurde, nicht nochmal machen können. Unsere Protagonisten fahren da auf einem Rosenmontagswagen durch die feiernde Stadt. Da mussten wir uns eben was einfallen lassen und haben uns für die alte Forrest-Gump-Idee entschieden.
Für den Karneval brauchte es eine Menge Kostüme. Wo kamen die her?
Achim von Borries: Die wurden für die Brauhaus-Szene, also für eine einzige Szene, per Hand angefertigt und für das einmalige Tragen angepasst. Ein gigantischer Aufwand. Ich weiß nicht, wo das auf dem Markt der heutigen Serienlandschaft noch möglich ist. Aber da liegt unser Qualitätsanspruch.
Welche Rolle spielt diesmal die Musik?
Achim von Borries: Wie immer. Wir haben mit dem „Lila Lied“ einen Song ausgegraben, den die wenigsten kennen. Im Kölner Karneval poppen dazu ein paar rheinische Evergreens auf. Und in Paris erlebt Gereon einen berührenden Moment, der ihn an den Anfang zurückführt.
Henk Handloegten: Alle Songs in „Babylon Berlin“ haben inzwischen eine politische Dimension. „Das Lila Lied“ ist vielleicht den wenigsten bekannt. Für andere aber ist es eine Hymne. Es ist das erste offen homosexuelle Lied. Das bekommt natürlich eine politische Note, wenn draußen der Fackelzug der Nazis vorbeimarschiert. Später erklingt Friedrich Holländers Kabarettsong „An allem sind die Juden schuld“, eine Verballhornung absurder Schuldzuweisungen. In diesen Szenen werden wir Zeuge, wie die Nazis der sprühenden Intelligenz und beißenden Ironie der damaligen Künstler den Garaus gemacht haben. All das stirbt in diesen Tagen und ist auch nie wieder nach Deutschland zurückgekommen.
Gab es zum Abschluss der finalen Staffel diesen einen letzten Drehtag, an dem alle dabei waren?
Tom Tykwer: Schönerweise fand der letzte Drehtag auf dem Studiogelände in Babelsberg, auf unserer großen Straße statt. Die Ironie war, dass wir in dem absolut kleinsten Motiv drehten. Das ist das Koppen-Eck, die Bar von Charlottes Kumpel Jacky. Dort drehten wir am letzten Tag eine wunderschöne Tanz-Szene. Drin drehte ein Team von zehn Personen und kuschelte sich im Warmen zusammen. Draußen standen hunderte von Leuten in eisiger Kälte. Am Ende wurde der Laden gestürmt und wir haben zusammen gefeiert.
Henk Handloegten: Das war nicht ganz so. Drin war es genauso kalt wie draußen. Das Motiv Koppen-Eck hat kein Dach. Wir mussten bei der Szene immer wieder unterbrechen und eine brüllend laute Heizung anwerfen, damit der kondensierte Atem der Tanzenden nicht sichtbar wird. Toll war es trotzdem, weil der Tanz von Charlotte, Jacky und Reinhold eine sehr intime und sehr liebevolle Szene ist. Sie steht wie ein Konzentrat für all das, was wir da zehn Jahre lang unternommen haben.
Dieses Projekt hat Grenzen gesprengt
Behind the Scenes: Bei den Dreharbeiten zur 5. Staffel „Babylon Berlin“
'Babylon Berlin' war eine heutige Zeitreise in eine aufregende Vergangenheit, in der alles möglich schien und doch so viel schief ging. Trotzdem war und ist diese Epoche die Basis für jede Form von Modernität, Progressivität, Aufbruch und Veränderung. Bis heute, oder gerade heute. Dieses Projekt hat Grenzen gesprengt! Noch nie hatten wir solche Möglichkeiten im deutschen Fernsehen. Diese Art der Auseinandersetzung. Zeit und Mittel. Konnten eine eigene Stadt bauen, nein, wirklich eine eigene Welt schaffen. Und so einen neuen Standard mitprägen, der nun auch international zur Kenntnis genommen wird.
Ein endloser Walzer verschiedenster Kostüme
Behind the Scenes: Bei den Dreharbeiten zur 5. Staffel „Babylon Berlin“
Als ich von Tom, Henk und Achim eingeladen wurde, bei 'Babylon Berlin' mitzuwirken, ahnte ich noch nicht, wie sehr diese lange Reise zu einem Ort der Freiheit werden würde. Staffel für Staffel, in den Windungen der Weimarer Republik, mit einem fantastischen, talentierten und treuen Kostümteam an meiner Seite, haben wir diese beeindruckende Vielzahl an Figuren, einschließlich der unzähligen Statisten, so viele verschiedene Kostüme entworfen, die mir wie ein endloser Walzer in Erinnerung bleiben werden. Diese zehn Jahre waren ein fantastischer Spielplatz, inspiriert von den Zwanziger- und Dreißiger Jahren. Tief durchdrungen von historischen Anspielungen haben wir auch kleine Details aus den Achtziger- und Neunziger Jahren als Rettungsanker begrüßt, um eine gewisse Zeitlosigkeit zu erreichen. Um andere nicht zu langweilen, darf man sich selbst nicht langweilen! Ein besonderer Moment war es immer, vor unserer Kulisse einen neuen Schauspieler willkommen zu heißen und ihn oder sie bei der Verkörperung der Figur zu begleiten. Das Vertrauen der Regisseure und ihre Fähigkeit, selbst die ausgefallensten Ideen anzunehmen, haben uns beflügelt. Vielen Dank an sie, dass sie uns die Schlüssel zur Garderobe anvertraut haben.
In einer Pariser Kneipe singt Madame Libertine (Zaho de Sagazan) "Zu Asche, Zu Staub".
Die Musik von Tom Tykwer und Johnny Klimek ist integraler Bestandteil von „Babylon Berlin“: Sie trägt nicht nur die Handlung, sondern prägt auch die emotionale Tiefe und den Spannungsaufbau der Serie entscheidend. In der finalen Staffel werden wieder traditionelle Jazz- und Swing-Elemente der 1920er-Jahre mit modernen Klangwelten vereint.
Aufwändig choreografierte Musiknummern, die „Babylon Berlin“ seit Beginn an prägen, stehen auch diesmal in mehreren Szenen im Fokus – so ist Musik in Staffel 5 nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Dabei ist kaum ein Lied mit „Babylon Berlin“ so verbunden wie das ikonische „Zu Asche, Zu Staub“. Das Lied entwickelte sich zum viralen Phänomen und katapultierte den Song weit über die Grenzen der Serie hinaus. In der finalen Staffel erlebt es nun eine faszinierende Metamorphose: Die international erfolgreiche französische Sängerin und Liedtexterin Zaho de Sagazan haucht dem kultigen Stück neues Leben ein. Ihre Interpretation bewahrt die düstere Magie des Originals und verleiht ihm zugleich ihre eigene, eindringliche Stimme – auch durch den Einsatz des mythischen Theremin-Instruments.
Zu weiteren musikalischen Höhepunkten von visueller wie auditiver Opulenz zählen der Presseball und die Szenen in der Mikado Bar. Kontrastreiche Auftritte zeigen zum einen Boris Blank als Dirigenten eines Orchesters, das eine von den 1920er-Jahren inspirierte Version seines Yello-Klassikers „The Race“ spielt, und zum anderen Christian Friedel, der sich mit seiner Band „Woods of Birnam“ durch das queere Nachtleben Berlins rockt. Außerdem ist auch Tim Fischer als Nachtclubsänger wieder auf der Bühne zu sehen. Er muss erleben, wie selbst das unbeschwerte Berliner Nachtleben ins Politische umschwingt und zu kippen droht.
Die finale Staffel von „Babylon Berlin“ verspricht somit wieder mehrere großartig-choreografierte Szenen, die zum Mitfühlen, Mitsingen, aber auch Nachdenken einladen.
Wir kommen niemals vom Heute und schauen auf das Damals. Wir kommen immer vom Damals auf das Heute.
Hätten Sie vor zehn Jahren gedacht, dass sich das Projekt „Babylon Berlin“ zu dieser Erfolgsgeschichte entwickelt?
Uwe Schott: Wir waren immer zuversichtlich, die Erzählung bis zur Machtübernahme oder, wie wir sagen, Machtübergabe zu führen. Die Größe, die das Projekt angenommen hat, war nicht abzusehen. Die zwei ersten Staffeln zu finanzieren und zu produzieren, war schon ein ganz schöner Ritt. Dass man das für Staffel drei, vier und fünf wiederholen konnte, lag an dem internationalen Erfolg. Die Serie hat sich in über 140 Länder verkauft.
Tom Tykwer: Ich glaube mich zu erinnern, dass wir schon immer von einem 50-Stunden-Film sprachen. Das war der große Traum. Wir hatten dabei auch nicht den Funken einer Ahnung, was das bedeutet. Jetzt kann ich nur sagen, dass „Babylon Berlin“ das maßgebliche kreative Kapitel in meinem Leben war und ist. Es war eine unglaubliche Reise mit vielen Aufs und Abs. Logisch, wenn man ein Schiff über ein Jahrzehnt auf Kurs halten muss. Aber auch, was das emotional mit mir gemacht hat, war nicht abzusehen. Allein schon, dass wir heute so hier sitzen. Eine durchgeschüttelte Dreiecksbeziehung voller Krisen. Aber wir lieben uns noch, sind uns wahnsinnig vertraut und näher denn je. Weil wir diese Serie zu einem schlüssigen Abschluss gebracht haben. Es gibt so viele Serienprojekte, die sich mit der Zeit verläppern oder einfach nur weitergehen, weil sie einigermaßen gut laufen. Wir hatten uns unglaublich streng vorgenommen, in unserer Sehnsucht nach Intensität nicht nachzulassen. Wir wollten immer von der Notwendigkeit unserer Erzählung überzeugt sein und nicht von der Notwendigkeit eines ökonomischen Produkts. Der Antrieb war unser Instinkt. Der Instinkt von Filmemachern, aber auch von Erzählern. Das sichere Gefühl von dem, was noch gesagt werden muss oder man lässt es gefälligst ganz.
Sie erzählen seit fünf Staffeln Zeitgeschichte während Zeit vergeht. Gibt es aktuelle Bezüge, die die fünfte Staffel beeinflusst haben?
Achim von Borries: Wir haben immer versucht, jeden aktuellen Einfluss zu vermeiden. Wir schreiben etwa zwei Jahre vor Drehbeginn und werden dann eher vom aktuellen Geschehen eingeholt. Schon die ersten Staffeln haben uns gelehrt, dass es das Beste ist, sich so genau wie möglich auf die erzählte Zeit zu fokussieren. Es gibt ein oberstes Gesetz bei „Babylon Berlin“. Wir kommen niemals vom Heute und schauen auf das Damals. Wir kommen immer vom Damals auf das Heute.
Henk Handloegten: Das ist der Kern der Sache. Die Aufgabe von uns als Erzähler ist, das Problem so genau wie möglich zu beschreiben. Punkt.
„Babylon Berlin“ gilt heute als Aushängeschild der deutschen Serienlandschaft. In der Finanzierung wurde Pionierarbeit geleistet. Wie haben Sie das gestemmt?
Uwe Schott: Zum Start haben wir es geschafft, mit Sky einen Streamer mit ins Boot zu holen. Wir konnten also einen öffentlich-rechtlichen Sender, die ARD / ARD Degeto Film, und einen Pay-TV-Sender dazu bewegen, gemeinsam ein Projekt zu finanzieren, damit es überhaupt realisierbar wird. Das war der große Kniff. Nach der vierten Staffel „Babylon Berlin“ hat sich Sky leider entschieden, generell aus der fiktionalen Produktion auszusteigen. Für uns war das eine große Herausforderung. Ein Drittel des Geldes ist weggefallen. Wir können uns glücklich schätzen, dass sich die Serie so gut verkauft hat, und dass die ARD Degeto weitere Partner innerhalb der ARD Familie gewinnen konnte, durch deren Unterstützung die finale Staffel überhaupt möglich war – in Kombination mit einem gesteigerten Engagement von X Filme und Beta-Film.
Der Produzent ist in diesem Prozess auch mal der böse Bube, der nein sagen muss. Bestenfalls findet sich ein Kompromiss, mit dem alle leben können. Sind ihre Nerven in den letzten zehn Jahren besser oder schlechter geworden?
Uwe Schott: Meine Nerven sind seit 30 Jahren stahlhart. Also eigentlich habe ich gar keine. Je mehr man in diesem Beruf erlebt, umso mehr Situationen kennt man und kann besser damit umgehen. Und wenn der Beleuchter erklären kann, warum er dieses sehr teure Zusatzequipment jetzt braucht und das vorher nicht wissen konnte, dann bekommt er es eben. Unsere Aufgabe ist es dann, das Geld innerhalb des Budgets noch zu finden. Das geht natürlich nur in enger Abstimmung mit der Regie.
Wie haben Sie es geschafft, Team und Cast über zehn Jahre an das Projekt zu binden?
Uwe Schott: Das A und O sind die Drehbücher. Henk, Achim und Tom haben es immer geschafft, die hohe Qualität zu halten. Die Drei haben immer sehr genau geschaut, wo man was anders machen kann, wo der Fokus liegt und wo nicht, wieviel Komplexität wir uns in der Erzählung erlauben dürfen. Die Power und die Lust, dieses besondere Niveau zu halten, spürt jeder in der Crew und im Cast. Wir haben ja alle diesen hohen Qualitätsanspruch. Das macht Lust, weiter mitzumachen. Es geht nicht immer nur ums Geld.
Sie haben also durchweg mit einer vertrauten Crew und einem eingespielten Cast gearbeitet. Wie sehr hilft es, zu Drehbeginn eine gut geölte Maschine anzuwerfen?
Tom Tykwer: Das ist tatsächlich ein sehr gutes Gefühl. Der Unterschied wird spürbar, sobald man für ein anderes Projekt ein Team neu zusammenstellt. Es ist überwältigend, gerade in der Arbeit mit den Schauspielern. Bei „Babylon Berlin“ kommt man zur Tür rein und hat das Gefühl, man hätte sich gerade gestern voneinander verabschiedet. Dabei liegen zwei Jahre dazwischen. Das ist eine riesige Hilfe, weil man in der Intensität fast nahtlos ansetzen kann. Mit Drehbeginn ist die Zeit dazwischen vergessen. Vom Gefühl her war Staffel eins vor vier Wochen.
Achim von Borries: Der Prozess des filmischen Erzählens läuft ja immer gleich ab. In der Drehbuchphase denken wir uns was aus. Im Produktionsprozess verdichtet sich das dann immer mehr. Irgendwann gibt es ein exaktes Datum und eine Besetzung und einen Ort. Dann hast du zwei, drei Stunden Zeit, um die vorher erdachte Szene zum Leben zu erwecken. Nur eine gut geölte Maschine kann diese Schlagkraft erzeugen und auf den Punkt loslegen. Wenn wir das jedes Mal neu zusammenbringen und stemmen müssten, das wäre in der Kürze der Zeit undenkbar.
Henk Handloegten: Für mich gibt es noch eine große Qualität in dem seit nunmehr zehn Jahren bestehenden Team. Wir sind alle noch neugierig. Wir sind neugierig auf die Orte der Stadt, an denen wir noch nicht waren. Diese Neugier hat uns jedes Mal und immer wieder aufs Neue zusammengeschweißt.
Achim von Borries: Und die Freude, sich wiederzusehen. Das muss man schon sagen. Wir sind eine Familie geworden. Das hat diesmal echt Tränchen gegeben, als es vorbei war.
Inzwischen gibt es Lesungen, Führungen zu den Drehorten und das Moka-Efti-Orchester tourt. Wie wird nach Abschluss der finalen Staffel das materielle Erbe von „Babylon Berlin“ verwaltet?
Achim von Borries: Aktuell sind gerade noch 140 handgefertigte Karnevalsmasken aus dem Jahr 1933 dazugekommen. Angepasst und einmal getragen. Die haben wir alle aufgehoben.
Tom Tykwer: Es gibt ein riesengroßes Lager für Requisiten und die Kostüme der Protagonisten. Da müssen wir uns gerade etwas reduzieren, damit man sich in den Hallen noch bewegen kann.
Henk Handloegten: Ich denke, da muss ein öffentlich-rechtliches Staatsamt gegründet werden, und dann wird das geordnet der Verwaltung übergeben.
Gibt es für Sie einen besonderen „Babylon Berlin“-Moment? An was werden Sie sich im Rückblick immer erinnern?
Uwe Schott: Für mich war die Premiere der ersten Staffel ein besonderer Moment. Da habe ich gespürt, wie die Serie auch beim nicht medienaffinen Publikum ankommt. Das war unvorstellbar schön. Als wir dann noch erfuhren, wie sich die Serie im Ausland verkauft, dachte ich: Siehste, geht doch. Wir können aus Deutschland heraus Serien in die Welt verkaufen. Wir müssen nur die Möglichkeiten schaffen, sie so zu machen, wie sie international auch gemacht werden. Dazu braucht es eben etwas mehr Geld. Die Regisseure brauchen mehr Zeit, die Vorbereitung braucht mehr Zeit, es muss detailverliebter gearbeitet werden. Zu sehen, dass das geht, war wunderbar. Es war auch der Moment, in dem ich zum ersten Mal überlegt habe, was nach „Babylon Berlin“ kommen könnte.
Achim von Borries: Für mich gibt es da nicht die eine Szene oder den einen Moment. Es gibt immer wieder diesen wirklich magischen Moment. Wenn man merkt, jetzt stimmt die Episode, jetzt fließt alles zusammen. Das muss man sich wie eine Kugel vorstellen, die man so lange schleift, bis sie rund ist. Man spürt, wenn man es hinkriegt. Das ist für mich persönlich der beglückendste Moment. Glück ist auch, wenn wir fertige Episoden mit dem Team, also ein paar hundert Leuten, im Kino gucken. Dann sieht man das alles nochmal mit den Augen der anderen. Das ist das allergrößte. Danach kann nichts mehr kommen.
Henk Handloegten: Ich habe diesen Moment jetzt gerade, an meinem letzten Synchrontag mit Volker Bruch erlebt. Der kam nach zehn Jahren zum allerletzten Mal ins Studio, um ein paar Winzigkeiten, die technisch noch nicht so ganz sauber waren, nochmal aufzunehmen. Unter anderem gibt es da eine Szene aus der fünften Staffel, einen Flashback zu den allerersten Begegnungen von Charlotte und Rath. Volker Bruchs allerletzte Amtshandlung als Gereon Rath war es, einen Atmer bei der ersten Begegnung aus der ersten Episode der ersten Staffel nochmal zu synchronisieren. Das war unglaublich berührend für ihn, für alle, die im Raum waren, und für mich. Da schloss sich ein Kreis. Volker zu sehen, wie er seinem zehn Jahre jüngeren Ich noch einmal Leben einhaucht.
Tom Tykwer: Wow, da ist toll. Bei mir liegt dieser Moment ein wenig zurück. Es ist eine Art stellvertretende Situation, bei der mir klar wurde, was das für ein Wahnsinn ist, was wir uns antun und dabei nie die Begeisterung und die Hingabe verlieren. Arbeitsintensivität ist das eine, aber bei uns artet das auch gern mal in Exzess aus. Wir gehen dauernd an unsere Grenzen. Das geht nur, weil uns der Glaube an die Relevanz unserer Arbeit trägt. Ein für mich dafür signifikanter Augenblick war, als Liv mir eines Tages sagte, es gäbe da schon dieses Problem, dass sie mit Wasser nicht so gut klarkomme, dass sie sich sehr ungern unter Wasser aufhalte. Im Drehbuch stand aber nun das Ende der 2. Staffel: Charlotte ist in einem Auto tief am Grund eines Sees eingesperrt und dieses Auto läuft voll mit Wasser. Rath versucht verzweifelt, sie zu retten und scheitert. Sie ertrinkt vor seinen Augen. Dazu noch die maximal klaustrophobischste Idee für Leute, die Panik unter Wasser haben. Charlotte öffnet instinktiv ihren Mund zum Luftholen und da läuft Wasser rein. Das sollte man alles sehen. Und dann ist sie tot. Das war die Regieanweisung für die Schauspielerin, die mir gerade erzählt hatte, was sie von Unterwasser-Drehs hält. Wir haben die Szene sicherheitstechnisch hochgradig vorbereitet, aber das alles änderte nichts daran, dass da ein Auto bis oben hin mit Wasser vollläuft und die Person darin befestigt sein muss, damit sie nicht rumfloatet. Und die Kamera und alle anderen sind draußen in Sicherheit. Ich hatte mich darauf eingestellt, dass wir da so viel wie möglich tricksen und alles über Volker erzählen und so viel wie möglich noch ändern. Und dann steigt Charlotte ins Auto und ist vor unser aller Augen ertrunken. Der Take war lang. Charlotte war wahnsinnig lang im Wasser, und wir sind draußen vor dem Monitor fast zusammengebrochen. Es war vereinbart, dass sie ein Zeichen gibt, wenn wir was machen müssen. Aber sie hat das einfach gespielt, als wäre sie eine Aquawoman. Sie hat ihre Todesängste überwunden und gleichzeitig in die Performance eingebaut. Die Erinnerung an diesen Drehtag ruft in mir wieder wach, was ich oft dachte: Hier geben alle alles.
Staffel 1 bis 4 – Rückblick in Bildern
Keyvisual „Babylon Berlin“ (Staffel 1+2)
Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) kommt am frühen Morgen nach Hause. (Staffel 1+2)
Gereon Rath (Volker Bruch) auf dem Weg in seine Pension. (Staffel 1+2)
Der charismatische Nikoros (Severija Janusauškaité) tritt im Moka Efti auf. (Staffel 1+2)
Gereon Rath (Volker Bruch, Mitte) inmitten der Demonstranten der Mai-Unruhen. (Staffel 1+2)
Greta (Leonie Benesch) wird von ihrer Freundin Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) ins Treiben des Moka Efti eingeführt. (Staffel 1+2)
Gereon Rath (Volker Bruch) braucht Morphium-Nachschub. (Staffel 1+2)
Gereon Rath (Volker Bruch) bringt Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) zur S-Bahn. (Staffel 1+2)
Georg Wegener (Holger Handtke, re.) führt Alfred Nyssen (Lars Eidinger, Mitte) in die Gefängniszelle. (Staffel 1+2)
König der Berliner Unterwelt, der Armenier (Mišel Matičević), wird im Moka Efti von Kriminalkommissar Gereon Rath (Volker Bruch, re.) in Schach gehalten. (Staffel 1+2)
Gereon Rath (Volker Bruch) in Bedrängnis. (Staffel 1+2)
Die Tänzerinnen proben am Set von "Dämonen der Leidenschaft" in den Babelsberger Filmstudios. (Staffel 3)
Nach dem tödlichen Bombenattentat auf ihren früheren Arbeitgeber, Regierungsrat August Benda, erwartet Greta (Leonie Benesch) im Gefängnis das Urteil. (Staffel 3)
Das Verhältnis zwischen Helga (Hannah Herzsprung) und Gereon Rath (Volker Bruch) ist abgekühlt. (Staffel 3)
Gereon Rath (Volker Bruch) trifft sich mit Samuel Katelbach (Karl Markovics, re.). (Staffel 3)
Der Armenier (Mišel Matičević) und seine Frau, die gefeierte Schauspielerdiva Esther Kasabian (Meret Becker). (Staffel 3)
Alfred Nyssen (Lars Eidinger) unterhält sich mit Helga. (Staffel 3)
Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch) steht vor der Börse. (Staffel 3)
Der Großindustrielle Alfred Nyssen (Lars Eidinger) möchte hoch hinaus. (Staffel 4)
Gereon Rath (Volker Bruch) spricht mit Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) beim Tanzmarathon. (Staffel 4)
Günter Wendt (Benno Fürmann, li.) mit Malu Seegers (Saskia Rosendahl, re.) auf der Jagd. (Staffel 4)
Rath (Volker Bruch) muss kühlen Kopf bewahren. (Staffel 4)
Der Berliner SA-Führer Stennes (Hanno Koffler) wagt den Putsch gegen die NS-Parteiführung. (Staffel 4)
Staffel 1 bis 4 – Rückblick
Berlin Anfang 1933. In nur wenigen Wochen zerstören die Nationalsozialisten die Weimarer Demokratie. Die demokratischen Institutionen werden ausgeschaltet, politische Gegner und Juden verfolgt, Recht und Gesetz ausgehebelt – die historische Kulisse für die fünfte Staffel der Kult-Serie „Babylon Berlin“. Die Doku zur Serie beleuchtet diese ersten Wochen des NS-Regimes anhand der Schicksale von sieben Menschen und zieht Parallelen zur politischen Situation heute.. Während manche wie die Journalistin Gabriele Tergit und der Kommunistenführer Ernst Thälmann schnell zu Opfern des NS-Terrors werden, treiben andere wie der Finanzfachmann Hjalmar Schacht und der neue Berliner Polizeipräsident Magnus von Levetzow den Aufbau der Diktatur voran und machen Karriere.
Mit nachkoloriertem Archivmaterial und aufwändigen Animationen erweckt die Dokumentation das damalige Berlin zum Leben.
Eine Produktion des SWR Ein Film von Christian Jakob Redaktion: Ilka aus der Mark, Mark Willock
Am 10. Februar 1933 hält Hitler im Sportpalast seine Rede zum Wahlkampfauftakt für die Reichstagswahlen am 5. März 1933.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933 brennt in Berlin der Reichstag. Ein willkommener Anlass für die Nazis die Jagd auf politische Gegner zu intensivieren.
Die „rote Burg“ ist1933 das Berliner Polizeipräsidium am Alexanderplatz.
Joseph Goebbels, zunächst NSDAP-Gauleiter von Berlin, später auch Reichspropagandaminister, ist einer der maßgeblichen Architekten der NS-Diktatur.
Ex-Admiral Magnus von Levetzow dient sich den Nazis an und setzt als Polizeipräsident von Berlin ihre Politik um.
Der Reichstagsabgeordnete Theodor Heuss ist zwar ein überzeugter Demokrat, erkennt aber erst spät, wie umfassend der Nazi-Terror ist.
Ernst Thälmann, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei, versteht sofort, was die Machtübernahme der Nazis bedeutet.
Carl von Ossietzky glaubt an die Demokratie und an den Rechtsstaat, bis zuletzt.
Die unerschrockene jüdische Gerichtsreporterin Gabriele Tergit entkommt im März 1933 nur knapp der Verhaftung durch die Nazis.
Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht ist ein wesentlicher Wegbereiter der NS-Diktatur.
Trailer „Eine Nacht im Moka Efti – Eine Babylon Berlin Story“
Protagonistin des Spiels ist Gabriele Miersch, eine ehrgeizige Gerichtsreporterin im Berlin der späten Weimarer Republik. Sie befindet sich in Therapie bei Dr. Schmidt. Unter Hypnose kehrt sie immer wieder zu einer einzigen Nacht zurück: einer verhängnisvollen Nacht im Moka Efti. Was genau in dieser Nacht passiert ist und warum Gabriele seitdem in Therapie ist, ist zu Beginn völlig unklar. Weder Gabriele noch die Spielenden wissen, wer sie ist oder warum sie dort war.
Das Spiel bewegt sich zwischen Noir-Thriller und psychologischem Kammerspiel – eingebettet in die historisch aufgeladene Atmosphäre der Weimarer Republik kurz vor der Machtübernahme der Nazis. Das Moka Efti mit seinen Tanzflächen, Separees, dem Kellernachtclub und den Hinterzimmern ist Schauplatz und Spiegel zugleich: ein Ort voller Laster, Glanz und politischer Bedrohung. Die Geschichte thematisiert Verdrängung, Schuld, Korruption und den Zusammenbruch der Demokratie – stets aus der Perspektive einer Frau, die gleichzeitig Zeugin, Ermittlerin und Teil des Falls ist. Zu den prominenten Sprechern und Sprecherinnen gehören u. a. Mala Emde, Jens Harzer.
Das Spiel ist als nichtlineares Narrative Adventure angelegt. Die Spielenden besuchen die Szenen der Nacht in beliebiger Reihenfolge – symbolisiert durch einzeln beleuchtete Objekte in einem dunklen, theatralen Zwischenraum, „Die Schatten". Mit jeder besuchten Szene fügt sich ein weiteres Puzzlestück zusammen. Ein Notizbuch dient als roter Faden: Es füllt sich mit Hinweisen, Namen und Aufgaben – und zwar über die chronologische Logik hinaus. Wissen aus späteren Szenen kann bereits in frühere einfließen, was surreale Dialoge und Momente erzeugt. Dr. Schmidt führt die Spielenden durch diese Erinnerungsschichten – doch sein Interesse an Gabrieles Vergangenheit wirkt zunehmend weniger rein therapeutisch.
Entstanden im SWR X Lab in Zusammenarbeit mit X Filme und Achim von Borries; Umsetzung: Paintbucket Games
Videospiel „Eine Nacht im Moka Efti – Eine Babylon Berlin Story“
Screen Videospiel „Eine Nacht im Moka Efti – Eine Babylon Berlin Story“
Screen Videospiel „Eine Nacht im Moka Efti – Eine Babylon Berlin Story“
Screen Videospiel „Eine Nacht im Moka Efti – Eine Babylon Berlin Story“
Screen Videospiel „Eine Nacht im Moka Efti – Eine Babylon Berlin Story“
Screen Videospiel „Eine Nacht im Moka Efti – Eine Babylon Berlin Story“Efti“
Audiotrailer: Haus Vaterland. Die Hörspielserie zu „Babylon Berlin“
Die neue Staffel der Hörspielserie zum großen Finale der TV-Erfolgsserie verbindet Volker Kutschers Romane „Die Akte Vaterland“ und „Märzgefallene“ zu einem mitreißenden Serien-Highlight mit prominentem Sprecherensemble und der Musik vom WDR Funkhausorchester. Mit Gereon Raths Ermittlungen in Masuren liefert die Hörspielserie einen spannenden erzählerischen Mehrwert für Fans der „Babylon Berlin“-Welt.
Berlin 1932/33: Die Weimarer Republik steht am Abgrund. Politische Radikalisierung, wirtschaftliche Unsicherheit und Gewalt nehmen zu. Inmitten der aufgeheizten Atmosphäre ermittelt Gereon Rath weiter: Ein rätselhafter Todesfall im Vergnügungstempel „Haus Vaterland“ führt den Kommissar von Berlin bis in die masurischen Moore – hinein in eine düstere Mordserie.
Auch Charlotte Ritter muss sich neuen Herausforderungen stellen. Als Mitglied der weiblichen Kriminalpolizei kehrt sie aus Paris nach Berlin zurück und wird dort als verdeckte Ermittlerin im „Haus Vaterland“ eingesetzt. Sie gerät tief in die Verstrickungen des Falls, während die politische Lage eskaliert: Der Einfluss der Nationalsozialisten wächst, die staatliche Ordnung zerfällt, und die dringend benötigte Hilfe ihres (endlich) Verlobten Gereon Rath kratzt am Rande der Legalität.
Sprecherinnen und Sprecher: Ole Lagerpusch, Alice Dwyer, Peter Nottmeier, Fabian Busch, Denis Moschitto, Benito Bause, Sebastian Urzendowsky, Anna-Maria Arkona, Anna Böttcher, Magdalena Monatasser, Roman Knizka u.v.a.
Musik: Verena Guido und das WDR Funkhausorchester Bearbeitung: Thomas Böhm und Benjamin Quabeck Regie: Benjamin Quabeck
Hörspielserien zu „Babylon Berlin“ Staffel 1 bis 4 in ARD Sounds
1. August Bonusmaterial: Moabit. Prequel zu „Babylon Berlin“
13. August Der nasse Fisch. Die Hörspielserie zu „Babylon Berlin“ | Staffel 1
20. August Der stumme Tod. Die Hörspielserie zu „Babylon Berlin“ | Staffel 2
27. August Goldstein. Die Hörspielserie zu „Babylon Berlin“ | Staffel 3
3. September Haus Vaterland. Die Hörspielserie zu „Babylon Berlin“ | Staffel 4
Hörspielserien zu „Babylon Berlin“ Staffel 1 bis 4 im ARD Hörfunk
Staffel 1 23. August bis 13. September, sonntags, 19:00 Uhr NDR Kultur
Staffel 2 21. November bis 05. Dezember, samstags, 19:00 Uhr SWR Kultur
Staffel 3 20. November bis 12.Dezember, freitags, 19:00 Uhr WDR 3 samstags, 17:00 Uhr WDR 5
Bonusmaterial: Moabit. Prequel zu „Babylon Berlin“ Freitag, 11. September, 19:00 Uhr WDR 3 Samstag, 12. September, 17:00 Uhr WDR 5
Bayern 2 ab 2. Oktober, freitags, 20:00 Uhr
Bremen Zwei ab 6. September, sonntags, 18:00 Uhr
HR Sondertermin
MDR KULTUR ab 25. Januar 2027, montags, 20:00 Uhr
NDR Kultur ab 27. September, sonntags, 19:00 Uhr
rbb radio 3 ab 27. September, sonntags, 16:00 Uhr
SR Kultur ab 31. Januar 2027, sonntags
SWR Kultur ab 20. März 2027, samstags, 19:00 Uhr
WDR 5 3. Oktober 2026 Uhr, 13:04 bis 18 Uhr, WDR 5 Spezial
Geschichtspodcast in ARD Sounds
5 Staffeln – 48 Episoden – 533 Drehtage – über 400 Darsteller:innen und 17.000 Kompars:innen – umgesetzt von 2046 Mitarbeiter:innen an über 500 Drehorten: Das energiegeladene und visuell eindringliche Making-of bietet einen umfassenden Einblick hinter die Kulissen der finalen, fünften Staffel von „Babylon Berlin“.
Der Film zeigt, wie historische und kreative Elemente in der Serie zusammenfließen, und begleitet Schauspielende und Kreative durch Höhen und Tiefen der Produktion. Das Making-of fängt die Herausforderungen ein und zeigt, wie die drei Regisseure Achim von Borries, Henk Handloegten und Tom Tykwer ihre gemeinsame Vision trotz zahlreicher Hindernisse verwirklichten.
Neben der Regie sprechen eine Vielzahl von Teammitgliedern vor und hinter der Kamera über ihre Arbeit. Das Making-of zeigt die Entwicklung der beiden Hauptfiguren Gereon Rath (Volker Bruch) und Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) seit den Proben für die erste Staffel und verdeutlicht, wie sie sich sowohl persönlich als auch beruflich im Verlauf der Serie verändert haben.
Auch auf die einzelnen Gewerke wird eingegangen. Der Szenenbildner Uli Hanisch und Supervising Art Director Kai Karla Koch beleben gemeinsam mit dem VFX-Team das Berlin der Weimarer Republik wieder, und der Kostümbildner Pierre-Yves Gayraud und sein Team zeigen, wie die Kleidung der Charaktere über die Jahre die sozialen und politischen Veränderungen der Zeit widerspiegelt. Auch Regieassistent:innen, Maskenbildner:innen, Musiker:innen u.v.m. kommen zu Wort, um den Zuschauer:innen auf eine facettenreiche Reise durch die Entstehung dieser bahnbrechenden Serie mitzunehmen.
Der Film verwebt exklusive Aufnahmen der finalen Dreharbeiten mit Schlüsselszenen vorheriger Staffeln zu einer intimen Chronik und gewährt dem Publikum darüber einen tiefen Einblick in die kreative Arbeit, die dahintersteckt.
Alle Folgen der finalen Staffel „Babylon Berlin“ sowie „Babylon Berlin – Die Doku“ sind im Presse-Vorführraum zur Ansicht verfügbar: www.ard.de/die-ard/ard-programmdirektion/programmpresse/vorfuehrraum
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